Sicherheitskontrolle am Flughafen Stuttgart-Echterdingen (Foto: FraSec).
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Deutschen Flughäfen mangelt es an CT-Scannern

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Nach fast zwanzig Jahren strenger Beschränkungen kehrt an einigen deutschen Flughäfen eine Lockerung der Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck ein. Passagiere können nun an ausgewählten Sicherheitskontrollen wieder größere Flaschen mit sich führen, solange diese Kontrollspuren mit der neuesten CT-Technik (Computertomographie) ausgestattet sind.

Diese fortschrittlichen Scanner sind in der Lage, zwischen harmlosen Flüssigkeiten und potentiell gefährlichen Substanzen wie flüssigem Sprengstoff zu unterscheiden, was mit herkömmlichen Geräten nur schwer möglich ist. Obwohl führende Flughäfen wie Frankfurt und München bereits in die neue Technologie investiert haben, ist eine flächendeckende Ausstattung noch nicht erreicht. Der Prozeß der technologischen Aufrüstung ist langwierig und kostspielig, verspricht jedoch in Zukunft schnellere und angenehmere Sicherheitskontrollen für Reisende.

Schrittweise Einführung der CT-Technologie

Die strengen Vorschriften für Flüssigkeiten im Handgepäck wurden nach den Anschlagsplänen von 2006 in London eingeführt, bei denen Terroristen flüssigen Sprengstoff an Bord von Flugzeugen schmuggeln wollten. Seitdem dürfen Passagiere Flüssigkeiten nur in Behältern mit einem Volumen von bis zu 100 Millilitern mitnehmen, die in einem transparenten, wiederverschließbaren Plastikbeutel mit einem Fassungsvolumen von einem Liter verpackt sein müssen. Diese Regeln gelten an den Kontrollspuren mit der alten Technik weiterhin.

Die neuen CT-Scanner revolutionieren diesen Prozeß. Ihre dreidimensionale Bildgebung ermöglicht eine präzise Analyse des Handgepäcks, wodurch das mühsame Auspacken von Flüssigkeiten und elektronischen Geräten entfällt. In Frankfurt, dem größten deutschen Flughafen, wurde im August 2025 angekündigt, daß Passagiere ab Mitte September an bestimmten Kontrollspuren wieder Flaschen mit bis zu zwei Litern Inhalt mitführen dürfen. Das Magazin „Capital“ berichtet, daß die CT-Technik an etwa jeder vierten der 160 Kontrollspuren in den Terminals 1 und 2 bereitsteht. Der neue Terminal 3, der nach Ostern 2026 eröffnet, wird von Beginn an vollständig mit den neuen Scannern ausgerüstet sein.

Das Drehkreuz München hat derzeit 20 CT-Scanner im Einsatz, bräuchte aber 60, um alle Kontrollspuren auszustatten. Ein Sprecher der Bundespolizei teilte mit, daß der Freistaat Bayern 45 Millionen Euro für weitere Investitionen in die Technologie bereitstellen werde. Dies zeigt, daß die notwendige Aufrüstung eine erhebliche finanzielle Anstrengung erfordert.

Flächendeckende Umstellung in den kommenden Jahren

Der Umstieg auf die neue Technologie ist ein landesweites Projekt. Auch an anderen großen deutschen Flughäfen wie Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Hannover und Nürnberg sind die CT-Scanner noch nicht flächendeckend verfügbar. Der Flughafen Köln/Bonn hat jedoch bereits im Frühjahr angekündigt, bis Mitte 2026 komplett auf die CT-Technologie umzustellen. Auch in Nürnberg sollen im kommenden Jahr zusätzliche Scanner aufgestellt werden.

Die Gründe für die schleppende Einführung sind vielfältig. Neben den hohen Kosten spielen auch die Logistik und die Schulung des Personals eine Rolle. Jeder neue Scanner erfordert eine Anpassung der Abläufe und eine Einweisung des Sicherheitspersonals. Dennoch sind sich die Betreiber und die zuständigen Behörden einig, daß die Technologie die Zukunft der Luftsicherheit ist. Sie verspricht nicht nur eine höhere Erkennungssicherheit, sondern auch eine erhebliche Verkürzung der Wartezeiten für Reisende, da der Prozeß des Ein- und Auspackens entfällt.

Europäische Dimension und internationale Standards

Die schrittweise Lockerung der Regeln in Deutschland ist Teil eines breiteren europäischen Trends. Viele Flughäfen in anderen Ländern haben die CT-Technologie bereits eingeführt oder planen dies. Flughäfen in London, Helsinki und Amsterdam haben die neuen Scanner schon seit einiger Zeit im Einsatz. Die Europäische Union hat die Mitgliedsstaaten ermutigt, in die neue Technologie zu investieren, um die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Reiseerfahrung für die Passagiere zu verbessern.

Die International Air Transport Association (IATA) unterstützt die Einführung von CT-Scannern ebenfalls als einen Weg, die Effizienz der Abfertigung zu steigern. Die Standardisierung der Sicherheitskontrollen auf globaler Ebene ist ein langfristiges Ziel der Luftfahrtindustrie. Die Einführung der neuen Technik in Deutschland ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Sie signalisiert, daß das Land bereit ist, in moderne Infrastruktur zu investieren, um den Reisestrom zu bewältigen und die Sicherheit zu gewährleisten, ohne die Passagiere unnötig zu behindern.

Die Entwicklung der CT-Scanner ist ein gutes Beispiel dafür, wie technologische Fortschritte die Luftsicherheit revolutionieren können. Was einst als unüberwindbares Problem galt, wird nun durch innovative Technologie gelöst. Die Investitionen werden sich für die Flughäfen langfristig auszahlen, indem sie die Zufriedenheit der Kunden erhöhen und die Effizienz des Betriebs verbessern. Die vollständige Umstellung auf die neuen Scanner wird zwar noch einige Jahre in Anspruch nehmen, doch für Passagiere, die an den bereits ausgerüsteten Kontrollspuren reisen, hat das Zeitalter der Einschränkungen bereits ein Ende.

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