Während sich der globale Luftverkehr nach der Corona-Pandemie weitgehend erholt, bleibt Deutschland laut dem neu gegründeten Institut für Luftverkehr in Hamburg hinter anderen Ländern zurück.
Als Ursachen sehen die Forscher hohe Standortkosten und ein geringes Wirtschaftswachstum, die vor allem die Attraktivität für Billigfluggesellschaften mindern. Florian Linke, kommissarischer Direktor des Instituts, betont, dass besonders dezentrale Verbindungen und Regionalflughäfen betroffen sind.
Mit der Ankündigung von Ryanair, Eurowings und Condor, im Sommer 2025 ihr Angebot am Flughafen Hamburg zu reduzieren, zeigt sich dieser Trend bereits konkret. Zugleich prognostizieren die Experten des Instituts mittelfristig weiteres Wachstum im Luftverkehr, das zunehmend größere Flugzeuge und damit erweiterte Kapazitäten auf den Flughäfen erfordert.
Das Institut, das durch die Fusion zweier DLR-Einrichtungen entstand, legt den Fokus auf die klimaverträgliche und wettbewerbsfähige Zukunft des Luftverkehrsstandortes Deutschland. Die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Anke Kaysser-Pyzalla hebt die Bedeutung des neuen Instituts hervor, das sich den komplexen Herausforderungen durch steigende Kosten, internationalen Wettbewerb und Klimaschutz widmet. Das Institut soll u.a. durch Prognosen zur Luftverkehrsentwicklung beitragen, damit Airlines und Flughäfen ihre Strategien entsprechend anpassen können.