Zum 1. Mai 2024 wurde die Luftverkehrssteuer in Deutschland um etwa 25 Prozent angehoben, was eine heftige Debatte über die Auswirkungen auf die Luftfahrtindustrie, die Wirtschaft und den Umweltschutz auslöste. Der Verband der in Deutschland operierenden Fluggesellschaften, BARIG, kritisiert diese Maßnahme scharf und warnt vor den Folgen für die bereits hoch belasteten Standortkosten und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Michael Hoppe, Chairman und Executive Director des BARIG, betonte, dass die Erhöhung der Luftverkehrssteuer ein fatales Signal für den Luftverkehr und die Wirtschaft Deutschlands sei. Er sieht darin eine weitere Belastung für die bereits leidende Luftfahrtbranche, deren Erholung nach der Covid-19-Pandemie im Vergleich zu anderen Ländern weiterhin hinterherhinkt. Hoppe kritisiert auch die Politik der Bundesregierung bezüglich der Förderung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF), da nur ein Bruchteil der im Koalitionsvertrag zugesagten Mittel dafür bereitgestellt wurde.
Auch die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) äußerte scharfe Kritik an der Steuererhöhung. Sie warnte vor einer Schwächung der deutschen Wirtschaft, insbesondere in wichtigen Bereichen wie Export und Tourismus. Zudem werde die Luftfahrtbranche in ihren Bemühungen zur Dekarbonisierung behindert, da die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer nicht wie ursprünglich vorgesehen in die Produktion von nachhaltigen Flugkraftstoffen fließen.
Die Erhöhung der Luftverkehrssteuer wird auch Auswirkungen auf die Ticketpreise und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftverkehrsbranche haben. Die IATA warnte vor einer weiteren Beeinträchtigung der Erholung des deutschen Luftverkehrs von der Pandemie, der bereits zu den langsamsten in der EU gehört. Insgesamt wird die Diskussion um die Luftverkehrssteuer in Deutschland von der Balance zwischen wirtschaftlichen Interessen und Umweltschutzmaßnahmen geprägt sein.