Seit seiner Premiere im Apollo Theater Stuttgart begeistert das Musical „Die Eiskönigin“, basierend auf dem gleichnamigen Disney-Film, Jung und Alt. Mit beeindruckenden Effekten, einer aufwendigen Bühnengestaltung und talentierten Darstellern hat sich die Inszenierung schnell zu einem Publikumsmagneten entwickelt.
Die Geschichte um die beiden Schwestern Elsa und Anna, die mit der Kraft der Liebe und dem Mut, ihre Ängste zu überwinden, das Königreich Arendelle retten, wird in Stuttgart mit viel Liebe zum Detail auf die Bühne gebracht. Dennoch bleibt Raum für differenzierte Betrachtungen, insbesondere was die sprachliche Umsetzung und die Darstellung der Nebenrollen betrifft.
Eine Geschichte, die verzaubert
„Die Eiskönigin“ erzählt die bewegende Geschichte von Elsa, der künftigen Königin von Arendelle, die mit ihren magischen Fähigkeiten Schnee und Eis kontrollieren kann. Diese Kräfte stellen jedoch auch eine Gefahr dar, sodass Elsa beschließt, sich von ihrer Schwester Anna und der Außenwelt zu isolieren. Als Elsa während ihrer Krönung die Kontrolle über ihre Fähigkeiten verliert, flieht sie in die Berge, wo sie sich ein Eisschloss erschafft. Anna macht sich daraufhin auf den Weg, ihre Schwester zurückzuholen und den Winter, der über das Königreich eingebrochen ist, zu beenden. Unterstützt wird sie dabei von dem herzlichen Eisverkäufer Kristoff, seinem treuen Rentier Sven und dem liebenswerten Schneemann Olaf.
Die Inszenierung in Stuttgart hält sich eng an die Filmvorlage, fügt aber zusätzliche Szenen und Lieder hinzu, die den Figuren mehr Tiefe verleihen. Besonders die emotionalen Momente, etwa Elsas ikonische Darbietung von „Lass jetzt los“ (im Original „Let It Go“), sind ein Highlight der Aufführung und ziehen das Publikum in ihren Bann.

Künstlerische Leistungen und kritische Stimmen
Während die Hauptdarsteller durchweg mit ihrer Bühnenpräsenz und stimmlichen Leistung überzeugen, gibt es hinsichtlich der Nebenrollen durchaus differenzierte Meinungen. Der Gesang einiger Nebendarsteller wird von den Zuschauern teilweise kritisch betrachtet, da die deutsche Aussprache nicht immer klar verständlich war. Dies könnte an der internationalen Besetzung der Cast liegen, die häufig aus Darstellern unterschiedlicher Herkunft besteht. Dennoch bleibt die Gesamtleistung beeindruckend, da gerade die Hauptrollen Elsa und Anna mit Leidenschaft und emotionaler Tiefe gespielt werden.
Die jungen Darsteller, die die Kindheitsversionen von Elsa und Anna verkörpern, wirkten teilweise noch unerfahren. Darüber können Besucher aber durchaus hinwegsehen, denn die Kinder stehen noch ganz am Beginn ihrer Laufbahn und liefern unter Rücksichtnahme auf ihr noch junges Alter enorme Leistungen ab. Nicht jedes Kind schafft es in jungen Jahren vor vielen Menschen aufzutreten und genau davor sollte man Respekt haben. Übrigens: Stage befindet sich gerade auf der Suche nach weiteren Kinderdarstellern für Eiskönigin in Stuttgart. Ihre Eltern können sie ab einem Alter von sieben Jahren zu den Castings anmelden.
Technik und Bühnenbild als Herzstück der Produktion
Eines der größten Highlights des Musicals ist zweifellos das Bühnenbild, das mit seiner aufwendigen Gestaltung und den modernen technischen Effekten beeindruckt. Die raschen Szenenwechsel, bei denen der Übergang von Elsas Schloss zum verschneiten Wald oder dem Marktplatz von Arendelle nahtlos erfolgt, zeugen von einer sorgfältigen Planung und modernster Bühnentechnik. Auch die aufwendigen Kostümwechsel, die teilweise direkt auf der Bühne stattfinden, begeistern das Publikum immer wieder aufs Neue. Besonders das Eiskleid von Elsa, das während der berühmten Gesangseinlage „Lass jetzt los“ vor den Augen der Zuschauer entsteht, bleibt unvergessen.
Die Lichttechnik und Projektionen, die Eislandschaften und Schneestürme realistisch darstellen, tragen maßgeblich zur zauberhaften Atmosphäre bei. Solche technischen Raffinessen heben die Inszenierung deutlich von anderen Produktionen ab und machen den Besuch des Musicals zu einem besonderen Erlebnis.

Ein Musical für die ganze Familie
„Die Eiskönigin“ richtet sich an Zuschauer jeden Alters und bietet sowohl Kindern als auch Erwachsenen ein unterhaltsames Erlebnis. Für die Jüngsten sind vor allem die lustigen Szenen mit Schneemann Olaf und Rentier Sven ein Highlight, während ältere Besucher die tiefgründige Botschaft der Geschichte und die beeindruckende Bühnenkunst zu schätzen wissen. Die Kombination aus Musik, Schauspiel und Technik macht die Aufführung zu einem Gesamtkunstwerk, das lange im Gedächtnis bleibt.
Das Musical „Die Eiskönigin“ im Apollo Theater Stuttgart ist eine Produktion, die durch beeindruckende Technik, aufwendige Gestaltung und starke Hauptdarsteller glänzt. Trotz kleiner Schwächen, insbesondere bei der sprachlichen Verständlichkeit einiger Nebendarsteller, überzeugt die Inszenierung mit ihrer magischen Atmosphäre und emotionalen Tiefe. Für alle, die sich von einer Geschichte über Familie, Liebe und Selbstfindung verzaubern lassen möchten, ist dieses Musical ein lohnenswertes Erlebnis.