Anzeigetafel am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
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Die Reisewelle zu Weihnachten: Wenn Flugreisen zum Albtraum werden

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Die Weihnachtszeit ist für viele eine Zeit der Freude, des Zusammenkommens mit Familie und Freunden, des Feierns und der Besinnung. Doch für Millionen von Reisenden wird der Weg nach Hause oft zur Stressprobe, besonders wenn Flugreisen ins Spiel kommen. Was viele nicht wissen: Die Fluggesellschaften übernehmen in der Hochsaison eine eher unangenehme Rolle, indem sie Flugpläne durcheinanderbringen und den Feiertagsfreuden einen Dämpfer versetzen. Die wahre Herausforderung für die Reisenden beginnt, wenn die Reisepläne durch Verspätungen, Stornierungen oder gar Streiks zunichte gemacht werden.

Dezember gilt als einer der verkehrsreichsten Monate im internationalen Luftverkehr. Millionen von Passagieren strömen zu den Flughäfen, um die Feiertage mit ihren Lieben zu verbringen. In Europa sind Flughäfen wie Heathrow, Frankfurt und Charles de Gaulle die Hauptdrehkreuze, die zu Spitzenzeiten enorme Passagierzahlen verzeichnen. Doch mit der steigenden Zahl an Fluggästen gehen auch die Herausforderungen für die Fluggesellschaften einher, die diese massive Nachfrage oft nicht effizient bewältigen können. So kam es auch 2023 zu einer Rekordzahl an Fluggaststörungen, was die Belastung sowohl für die Airlines als auch für die Reisenden weiter verstärkte.

Die USA verzeichneten in der Ferienzeit 7,5 Millionen Passagiere, die in die Lüfte gingen, während auch in Europa ähnliche Trends zu beobachten waren. Fluggesellschaften waren durch die saisonale Rushes stark beansprucht, was zu zahlreichen Verspätungen und Annullierungen führte. Besonders dramatisch wird die Situation, wenn unerwartete Streiks hinzukommen. Ein Beispiel aus diesem Jahr ist Finnair, die aufgrund eines Pilotenstreiks 300 Flüge absagen musste, was mehr als 33.000 Passagiere in eine verzweifelte Lage versetzte.

Die emotionalen und finanziellen Folgen für Reisende

Die Folgen für die betroffenen Passagiere sind nicht nur finanzieller, sondern auch emotionaler Natur. Viele Reisende müssen ihre Flüge neu buchen oder müssen sich mit der Realität abfinden, bestimmte festliche Ereignisse zu verpassen. In Zeiten des erhöhten Passagieraufkommens und mit überlasteten Kundendienst-Hotlines steigt der Stresspegel der Fluggäste erheblich. Dies hat Auswirkungen auf die gesamte Urlaubsstimmung, da die Unsicherheit durch mögliche Verspätungen und Stornierungen zu einer der größten Stressquellen während der Weihnachtszeit wird.

Studien zeigen, dass zwischen 64 und 80 Prozent der Menschen während der Feiertage aufgrund von Reiseproblemen erhöhte Stresslevel erleben. Dies wird durch die Unvorhersehbarkeit von Flugplänen und den finanziellen Druck aufgrund der Störungen verstärkt.

Die Ausmaße der Flugstörungen im Dezember 2023

Laut der globalen Plattform für Flugentschädigungen, Skycop, wurden im Dezember 2023 weltweit mehr als 24.000 Anträge von betroffenen Passagieren eingereicht. Diese betrafen 15.024 Flüge, von denen 70 Prozent storniert wurden und 30 Prozent Verspätungen von mehr als drei Stunden erlebten. Der überwältigende Teil der Anträge kam von Passagieren, die mit großen europäischen Fluggesellschaften wie Lufthansa, Ryanair, KLM und British Airways konfrontiert waren.

Lufthansa führte die Liste der Beschwerden an, vor allem wegen gestörter Inlandsflüge in Deutschland sowie internationaler Routen, die Ziele wie Großbritannien, Italien, Frankreich und Spanien umfassten. Auch Ryanair verzeichnete eine hohe Anzahl an Beschwerden, insbesondere aufgrund von Verspätungen auf Inlandsstrecken in Italien und Spanien sowie auf internationalen Strecken von und nach Polen, Spanien und Großbritannien. Weitere Fluggesellschaften wie KLM Royal Dutch Airlines und EasyJet folgten mit signifikanten Störungen auf ihren jeweiligen Strecken.

Entschädigungen und Passagierrechte

Für die betroffenen Reisenden ist es wichtig zu wissen, dass sie unter der EU-Verordnung 261/2004 Anspruch auf Entschädigung haben, wenn ihre Flüge mehr als drei Stunden verspätet sind, annulliert wurden oder sie aufgrund von Überbuchung den Flug nicht antreten konnten. Die Entschädigung kann je nach Flugdistanz zwischen 250 und 600 Euro pro Passagier betragen.

In der Weihnachtszeit 2023 lag die durchschnittliche Entschädigung, die von Skycop bearbeitet wurde, bei 565,37 Euro pro Antrag. Dabei variierten die Zahlungen je nach Fall und reichten von 250 Euro bis zu 3.600 Euro. „Die Weihnachtszeit sollte nicht von Stress und Verwirrung durch Flugstörungen begleitet werden. Es ist entscheidend, dass Passagiere ihre Rechte kennen, da Fluggesellschaften diese oft nicht effektiv kommunizieren“, erklärt Nataliia Erdogan, Head of Customer Support bei Skycop.

Vorhersagen für die Reisezeit 2024

Die Probleme im Dezember 2023 werden in den kommenden Jahren voraussichtlich weiterhin bestehen. Experten gehen davon aus, dass die 2024er Ferienreisezeit in Europa ähnliche Herausforderungen mit sich bringen wird, da Streiks und Engpässe in den großen Luftfahrtzentren auch weiterhin zu erheblichen Störungen führen könnten. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2023, einschließlich der Schwierigkeiten durch die Finnair-Pilotenkonflikte, lassen befürchten, dass ähnliche Auswirkungen auf den europäischen Luftverkehr auch im kommenden Jahr zu erwarten sind. Passagiere sollten sich daher frühzeitig über ihre Rechte informieren und mit langen Wartezeiten für Neubuchungen und möglichen Flugstornierungen rechnen.

Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen eine Zeit der Freude und des Zusammenseins. Doch für Reisende, die auf Flugreisen angewiesen sind, wird die Reise von Stress, Unsicherheit und finanziellen Belastungen begleitet. Die steigende Zahl an Flugstörungen im Dezember 2023 und die damit verbundenen Komplikationen für Reisende zeigt die Verwundbarkeit der Fluggesellschaften in der Hochsaison. Die Kenntnis der eigenen Passagierrechte und eine proaktive Haltung gegenüber möglichen Flugstörungen sind daher unerlässlich, um die Feiertage trotz der unvorhersehbaren Herausforderungen in vollen Zügen genießen zu können.

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