Blick auf die Donau in Wien (Foto: Unsplash/Arno Senoner).
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Die Wiener Tourismusbilanz im August 2025: Eine Analyse des Rückgangs und der anhaltenden Herausforderungen

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Die Wiener Tourismusbranche verzeichnet im August 2025 einen leichten, aber spürbaren Rückgang der Übernachtungszahlen. Mit rund 1,9 Millionen Gästenächtigungen schließt die Bundeshauptstadt den Sommermonat mit einem Minus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr ab.

Dieser Rückgang im August, einem traditionell starken Reisemonat, steht im Gegensatz zur positiven Entwicklung seit Jahresbeginn, in der die Übernachtungszahlen um vier Prozent auf 12,6 Millionen stiegen. Auch die Auslastung der Hotelzimmer ging zurück, während das Angebot an Betten leicht zunahm. Die Zahlen spiegeln eine komplexe Situation wider, in der einzelne Märkte schwächeln, während andere Märkte wie Polen und die Ukraine ein beachtliches Wachstum verzeichnen. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen könnten eine Ursache für diese gemischten Ergebnisse sein.

Rückgang der Nächtigungen und sinkende Auslastung

Die Statistiken für den August 2025 zeigen eine unerwartete Trendwende im Wiener Tourismus. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Rückgang von drei Prozent bei den Übernachtungen, was einer Gesamtzahl von 1.889.000 Nächtigungen entspricht. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Auslastung der Hotelzimmer von rund 82 Prozent im August 2024 auf 78 Prozent. Auch die Bettenauslastung verringerte sich von 63,4 auf 60,2 Prozent. Dies geschah, obwohl die Anzahl der verfügbaren Hotelbetten um 2.000 auf insgesamt 83.000 Betten stieg, was einem Zuwachs von 2,6 Prozent entspricht.

Dieser Rückgang im August wirkt sich auch auf die bisherige Jahresbilanz aus, schmälert jedoch nicht den Gesamterfolg. Von Jänner bis August 2025 verzeichnete Wien 12.551.000 Übernachtungen, ein Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ebenso stiegen die Netto-Nächtigungsumsätze in den ersten sieben Monaten des Jahres um sechs Prozent auf 743,1 Millionen Euro, obwohl der Juli 2025 mit einem Umsatz von 110,8 Millionen Euro ein Minus von vier Prozent im Vergleich zum Juli 2024 verzeichnete.

Die Top-Märkte: Gemischte Signale aus Europa und Übersee

Die detaillierte Analyse der Herkunftsmärkte offenbart eine heterogene Entwicklung. Während Deutschland mit 340.000 Übernachtungen im August weiterhin der wichtigste Quellmarkt für den Wiener Tourismus ist, verzeichnete er einen Rückgang von fünf Prozent. Noch stärker fiel der Rückgang bei den österreichischen Touristen aus, deren Nächtigungen um neun Prozent auf 242.000 sanken. Auch andere traditionell starke Märkte wie die Vereinigten Staaten (-24%), Großbritannien (-10%) und die Schweiz (-11%) verzeichneten im August zweistellige Einbußen. Dies könnte auf eine allgemeine Verunsicherung bei Reisenden aus diesen Ländern zurückzuführen sein, sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund anderer Entwicklungen.

Interessanterweise wachsen hingegen die Märkte, die in den vergangenen Jahren weniger dominant waren. So verzeichneten die Nächtigungen von polnischen Touristen einen beachtlichen Zuwachs von 17 Prozent auf 75.000. Noch stärker fiel das Wachstum bei Gästen aus der Ukraine aus, deren Übernachtungen um 16 Prozent auf 34.000 stiegen. Frankreich (+9%) und Spanien (-2%) zeigten ebenfalls eine stabile Entwicklung. Die Zahlen legen nahe, daß die Wiener Tourismusstrategie sich zunehmend diversifizieren muß, um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren.

Herausforderungen und Chancen für die Zukunft

Der Rückgang im August könnte verschiedene Ursachen haben. Zum einen sind die wirtschaftlichen Entwicklungen in den Hauptmärkten, insbesondere in Deutschland und den USA, zu berücksichtigen. Die Teuerung und die steigenden Lebenshaltungskosten könnten dazu führen, daß Reisende ihre Ausgaben reduzieren oder ihre Reiseziele ändern. Zum anderen könnten andere europäische Metropolen an Attraktivität gewonnen haben oder es gab andere Einflußfaktoren.

Die Wiener Tourismusbranche steht nun vor der Aufgabe, die positiven Entwicklungen der ersten Jahreshälfte zu konsolidieren und die negativen Trends im August umzukehren. Die Investition in neue Bettenkapazitäten ist ein Zeichen für das Vertrauen in die langfristige Nachfrage. Dennoch muß die Stadtmarketing-Strategie die neuen Quellmärkte wie Polen und die Ukraine stärken und gleichzeitig die traditionellen Märkte wiederbeleben. Die Ausrichtung auf Kulturveranstaltungen und Kongresse könnte dabei helfen, die Auslastung der Betriebe auch außerhalb der Hauptreisezeit zu erhöhen.

Trotz des Dämpfers im August blickt die Tourismusbranche auf eine insgesamt solide Leistung im Jahr 2025 zurück. Die Zunahme der Nächtigungen und Umsätze seit Jahresbeginn deutet darauf hin, daß Wien weiterhin ein beliebtes Reiseziel ist. Es gilt nun, die richtigen Lehren aus den August-Zahlen zu ziehen, um die zukünftige Entwicklung des Tourismus in der Bundeshauptstadt zu sichern.

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