Die Flughafen München GmbH setzt bei der Steuerung ihrer Boden- und Logistikprozesse auf die Technologie des Münchner Softwareunternehmens Celonis.
Wie der Betreiber des zweitgrößten deutschen Drehkreuzes mitteilte, kommt die Process-Intelligence-Plattform von Celonis zum Einsatz, um die Abläufe im Bereich der Gepäckabfertigung zu analysieren und zu steuern. Durch die Zusammenführung von Prozessdaten aus unterschiedlichen Betriebssystemen wird ein digitaler Abgleich der Abläufe in nahezu Echtzeit erstellt. Dies soll es dem Personal ermöglichen, Kapazitätsengpässe frühzeitig zu erkennen und Störungen im Ablauf vorzubeugen.
Die Bewältigung des Gepäcktransportes gehört zu den operativ aufwendigsten Aufgaben im Flughafenbetrieb, da zahlreiche Schnittstellen zwischen Passagier-Check-in, Sortieranlagen, Vorfeldtransport und Flugzeugbeladung ineinandergreifen müssen. Das System von Celonis verwendet ein Kontextmodell, das Auslastungsspitzen prognostiziert und bei der Überschreitung von definierten Zeitfensstern automatische Warnmeldungen an die Leitzentrale ausgibt. Nach Angaben von Jan-Henrik Andersson, Geschäftsführer für kommerzielle Angelegenheiten und IT am Flughafen München, dient diese operative Transparenz als Grundlage für schnellere Personal- und Ablaufentscheidungen sowie für den gezielten Einsatz nachgelagerter KI-Anwendungen.
Die Kooperation zwischen der Flughafengesellschaft und dem Tech-Unicorn Celonis besteht bereits seit längerer Zeit und wird mit dem aktuellen Projektschritt vertieft. Andere internationale Drehkreuze und Fluggesellschaften nutzen ebenfalls zunehmend automatisierte Softwarelösungen, um Fehlleitungen von Gepäckstücken zu reduzieren und die Standzeiten von Flugzeugen am Boden zu verkürzen. Für den Flughafen München, der im Sommerreiseverkehr hohe Passagierzahlen bewältigt, steht das Erreichen einer stabilen Pünktlichkeitsquote im Vordergrund.
Branchenbeobachter merken jedoch an, dass digitale Analysewerkzeuge primär Transparenz schaffen, die tatsächliche Behebung von Engpässen jedoch weiterhin von ausreichenden personellen Ressourcen auf dem Vorfeld abhängt. Die Effizienz automatisierter Warnsysteme stößt an Grenzen, wenn akuter Personalmangel bei den Bodendiensten oder technische Defekte in der mechanischen Förderanlage auftreten. Die dauerhafte Tragfähigkeit der Softwarelösung muss sich daher vor allem in Phasen hoher Auslastung im regulären Flugbetrieb beweisen.