Der deutsche Ferienflieger Discover Airlines erweitert für die Sommerflugperiode 2027 sein regionales Netzangebot und bedient erstmals Destinationen in Großbritannien. Wie die zur Lufthansa Group gehörende Fluggesellschaft bekannt gab, werden von den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München aus die Städte Bristol in Südwestengland sowie Glasgow und Inverness in Schottland neu angeflogen.
Bisher bediente die Muttergesellschaft Lufthansa einzelne dieser Verbindungen selbst oder hatte sie gar nicht im Nonstop-Angebot ab Frankfurt vertreten. Im kommenden Sommerflugplan steigt das wöchentliche Flugaufkommen der Fluggesellschaft nach Großbritannien und Irland auf bis zu elf Verbindungen. Zum Einsatz kommen Flugzeuge der Airbus-A320-Familie.
Details zum Flugplan und Streckennetz ab Frankfurt und München
Die Netzplaner von Discover Airlines sehen gestaffelte Aufnahmen der neuen Strecken ab Frühjahr 2027 vor. Die Verbindung von Frankfurt am Main nach Glasgow startet am 29. März 2027 und bildet mit bis zu sechs wöchentlichen Umläufen das frequenzstärkste Angebot im neuen Großbritannien-Portfolio. Zusätzlich bedient die Fluggesellschaft die Strecke von München nach Glasgow ab dem 16. Mai 2027 mit bis zu zwei wöchentlichen Flügen. Diese Verbindung lag zuvor im operativen Bereich der Muttermarke Lufthansa und wird im Zuge der Aufgabenverteilung innerhalb der Lufthansa Group auf die Tochtergesellschaft übertragen.
Das Streckennetz in Richtung England wird ab dem 17. Mai 2027 um die Verbindung von Frankfurt nach Bristol erweitert, die zweimal wöchentlich bedient wird. Als drittes neues Ziel in Schottland ergänzt Inverness das Angebot: Die Stadt im schottischen Hochland wird ab dem 19. Juni 2027 einmal pro Woche direkt von Frankfurt aus angeflogen. Zusammen mit der bereits im April 2026 aufgenommenen Verbindung von Frankfurt nach Shannon in Irland umfasst das Sommerprogramm des Ferienfliegers auf den Britischen Inseln damit fünf Routen.
Positionierung im Privatreisesegment und operative Ausrichtung
Die Aufnahme der neuen Strecken spiegelt die strategische Aufgabenverteilung innerhalb des Lufthansa-Konzerns wider. Während die Kernmarke Lufthansa an den Drehkreuzen Frankfurt und München vorrangig den klassischen Business- und Umsteigeverkehr bedient, deckt Discover Airlines gezielt Strecken mit einem hohen Anteil an Urlaubs- und Privatreisenden ab. Nach Aussage von Marco Götz, Chief Commercial Officer von Discover Airlines, entspricht die Nachfrage nach Zielen in Großbritannien dem anhaltenden Trend zu Natur- und Aktivreisen sowie zur Kombination von Kultur- und Landschaftsreisen.
Durch die vollständige Integration in die Buchungssysteme der Lufthansa Group sind die neuen Flüge sowohl über die Vertriebskanäle der Holding als auch im Einzelplatzverkauf und bei Reiseveranstaltern buchbar. Passagiere aus dem internationalen Zubringernetz der Lufthansa können an den Drehkreuzen Frankfurt und München auf die Flüge von Discover Airlines umsteigen.
Entwicklung der Fluggesellschaft und Flottenstruktur
Discover Airlines wurde im Sommer 2021 gegründet, um das touristische Segment der Lufthansa Group gegen Mitbewerber zu stärken. Die Fluggesellschaft betreibt aktuell eine Flotte von 33 Flugzeugen und beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren Standorten. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Frankfurt am Main.
Die Flotte besteht im Kurz- und Mittelstreckenbereich aus Flugzeugen des Typs Airbus A320-200, die auch auf den neuen Routen nach Großbritannien eingesetzt werden. Auf der Langstrecke betreibt die Fluggesellschaft Maschinen der Typen Airbus A330-200 und A330-300. Im Rahmen des beschlossenen Flottenwachstums der Lufthansa Group soll der Bestand des Unternehmensteils in den kommenden Jahren sukzessive erweitert werden. Neben der Aufstockung der A320-Flotte auf bis zu 20 Maschinen ist ab 2027 auch der Zulauf von Airbus A350-900 für Langstreckenverbindungen vorgesehen.
Veränderungen im Konzernverbund und Kapazitätssteuerung
Die Übertragung von Strecken von Lufthansa auf Discover Airlines ist Teil einer fortlaufenden Anpassung im Konzern. Innerhalb des Verbundes übernimmt Discover Airlines zunehmend Routen, bei denen die Erlösstruktur stärker durch Urlaubsreisende geprägt ist. Zudem nutzt der Konzern die Tochtergesellschaft im Rahmen des Flugplans zur Qualifizierung und Schulung des fliegenden Personals auf Kurzstreckennetzwerken.
Kritiker aus Gewerkschaftskreisen und der Luftfahrtbranche beobachten die Übertragung von Streckenkapazitäten von der Muttergesellschaft auf Tochtergesellschaften mit abweichenden Tarifstrukturen stets aufmerksam. Dennoch setzt die Konzernführung auf die Ausweitung des Privatreisesegments, da sich dieser Markt nach den pandemiebedingten Einbrüchen der Vorjahre als stetiger erwiesen hat als Teile des klassischen Geschäftsreiseverkehrs.