Die Flughafen Dortmund GmbH hat die Verkehrszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres fertigte der Regionalflughafen im Ruhrgebiet insgesamt 1.605.317 ankommende und abfliegende Fluggäste ab.
Dies entspricht einer Steigerung des Passagieraufkommens um 8,2 Prozent beziehungsweise um mehr als 120.000 zusätzliche Reisende im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nach einem verhaltenen Jahresauftakt im ersten Quartal, der von einem Passagierrückgang von 3,7 Prozent geprägt war, zog das Verkehrsaufkommen ab April erheblich an. Das zweite Quartal bilanzierte ein Plus von 18 Prozent auf über 953.000 Fluggäste, wobei der Mai mit rund 333.000 Passagieren das vorläufige Monatsmaximum darstellte.
Die positive Verkehrsentwicklung ist maßgeblich auf die Kapazitätsausweitung der ungarischen Billigfluggesellschaft Wizz Air zurückzuführen. Die Airline, die in Dortmund eine ihrer wichtigsten deutschen Basen unterhält, steigerte ihr dortiges Fluggastvolumen im Berichtshalbjahr um 23 Prozent und kompensierte damit den vorangegangenen Rückzug des Mitbewerbers Ryanair. Wizz Air nahm im laufenden Jahr bereits sechs neue Flugrouten ab Dortmund auf und kündigte für die Zeit nach den nordrhein-westfälischen Sommerferien drei weitere Linienverbindungen nach Italien an, konkret nach Palermo, Rom und Mailand. Für die anstehende Ferienreisezeit ab Mitte Juli rechnet das Flughafenmanagement mit einer weiteren Auslastungsspitze.
Luftfahrtanalysten betrachten die strukturelle Entwicklung des Dortmund Airport trotz der Zuwächse mit einer gewissen Skepsis. Das Passagierwachstum basiert fast ausschließlich auf dem Billigflugsegment und insbesondere auf der starken Abhängigkeit von einem einzigen Großkunden. Wizz Air dominiert den Flugplan in Dortmund deutlich, was den Standort anfällig für strategische Kurswechsel der Airline macht, wie das Beispiel des plötzlichen Abzugs von Ryanair-Maschinen im ersten Quartal demonstrierte. Zudem weisen Branchenkenner darauf hin, dass die Erlöse pro Passagier im Low-Cost-Bereich für den Flughafenbetreiber traditionell gering ausfallen, da Billigflieger niedrige Start- und Landegebühren durchsetzen, was den Abbau der langfristigen bilanziellen Verbindlichkeiten des Airports erschwert.
Zusätzliche betriebliche Herausforderungen ergeben sich aus den Infrastrukturbeschränkungen des Standorts. Die im Vergleich zu internationalen Drehkreuzen kurze Start- und Landebahn von 2.000 Metern Länge limitiert die Reichweite und das maximale Abfluggewicht moderner Mittelstreckenjets im Volllastbetrieb. Auch die geltenden Nachtflugbeschränkungen schränken die operationelle Flexibilität im Linienbetrieb ein. Verspätungen im europäischen Luftraum führen am späten Abend regelmäßig zu Ausweichlandungen an benachbarten Flughäfen wie Köln/Bonn oder Düsseldorf, was zusätzliche Folgekosten für Fluggesellschaften und Passagiere verursacht und das Wachstumspotenzial des Regionalflughafens deckelt.