Boeing 767 (Foto: Anikka Bauer / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH).
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Dringende Sicherheitslandung nach verlorenem Laptop: United Airlines Flug kehrt wegen Lithium-Akku-Gefahr um

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Ein United Airlines Flug von Washington nach Rom musste am 15. Oktober 2025 kurz nach dem Start außerplanmäßig umkehren. Der Grund für die ungewöhnliche Flugplanänderung auf Flug UA126 war der Verlust eines Laptops durch einen Passagier, der durch eine Seitenwand in den Frachtraum der Boeing 767-400ER gefallen war. Da das eingeschaltete Gerät eine Lithium-Ionen-Batterie enthielt, stufte die Crew die Situation als potenziell erhebliche Gefahr für das Flugzeug ein, was die sofortige Rückkehr zum Washington Dulles International Airport (iad) erforderlich machte. Die Entscheidung der Piloten, die Sicherheit an oberste Stelle zu setzen, wurde von Experten gelobt.

Die außerplanmäßige Rückkehr des Langstreckenfluges führte zu einer Verspätung von über fünf Stunden für die 242 Passagiere, die ihr Ziel Rom (FCO) erst am späten Nachmittag erreichten. Flugüberwachungsdaten zeigten, dass die 767-400ER (Registrierung n76054) kurz vor der Küste Bostons, weniger als eine Stunde nach dem Start, eine Kehrtwende vollzog. Der Vorfall, den selbst Fluglotsen als „noch nie gehört“ bezeichneten, lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die steigende Gefahr, die von beschädigten Lithium-Ionen-Akkus in der Luftfahrt ausgeht.

Der unsichtbare Bedrohungsfaktor: Lithium-Ionen im Frachtraum

Die Kommunikation zwischen der Flugbesatzung und der Flugsicherung (atc) bestätigte, dass der Laptop durch eine Lücke an der Kabinenseitenwand in einen Bereich unterhalb des Passagierdecks gerutscht war. Dieser Bereich war für das Kabinenpersonal weder einsehbar noch zugänglich und lag zudem abseits der eingebauten Feuerunterdrückungsanlagen des Flugzeugs. Da der Laptop beim Herunterfallen noch eingeschaltet war und somit potenziell mehrere Stunden Akkulaufzeit hatte, bestand das Risiko einer Überhitzung und eines Brandes der Lithium-Ionen-Batterie.

Ein Pilot informierte die Flugsicherung mit der klaren Begründung: „Ein Passagier an Bord hatte einen Laptop, den er irgendwo fallen ließ, und er ist jetzt irgendwo im Flugzeug verschwunden. Wir müssen ihn bergen, bevor wir den Ozean überqueren können.“

Experten der Luftfahrt, wie Captain Andy Lipina, der selbst die Boeing 767 fliegt, bestätigen die Richtigkeit dieser Entscheidung. Lipina erläuterte, dass es aufgrund der Innenausstattung Spalten zwischen dem Passagierboden und der Seitenwand geben kann, durch die kleine Gegenstände in den Hohlraum oder in den Frachtraum fallen. Das größte Risiko bestehe darin, dass eine beschädigte Batterie unkontrolliert Feuer fangen könnte. Auf einem transatlantischen Flug, besonders in einer 767, könne es zwei bis drei Stunden bis zur nächsten Ausweichmöglichkeit dauern. Ein Schaden an der Lithium-Batterie in diesem schwer zugänglichen Bereich könne unter ungünstigen Bedingungen katastrophale Folgen haben. Die Entscheidung zur Umkehr wurde daher aus reiner Vorsicht und nicht wegen eines akuten Notfalls getroffen.

Lithium-Gefahr in der Luftfahrt: Steigende Zahl von Vorfällen

Der Vorfall auf Flug UA126 ist ein weiteres Beispiel für die anhaltende Besorgnis der Luftfahrtindustrie über die Gefahren, die von Lithium-Ionen-Akkus ausgehen. Diese Batterien, die moderne Geräte antreiben, können bei Beschädigung, Kurzschluss oder Überhitzung eine thermische Durchgehung (thermal runaway) erleiden. Dabei setzt die Batterie schnell eine erhebliche Menge an Hitze und brennbaren Gasen frei, was zu einem schwer kontrollierbaren Brand führen kann.

Daten der Federal Aviation Administration (faa) in den Vereinigten Staaten belegen einen kontinuierlichen Anstieg von Lithium-Batterie-Vorfällen. Allein in diesem Jahr wurden in den USA über 50 solcher Ereignisse registriert. Kürzlich erst musste die Besatzung eines Air China-Fluges ein Feuer in einer Passagiertasche im Gepäckfach erfolgreich bekämpfen, das durch einen Akku verursacht wurde. Angesichts dieser Bedrohung haben Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden spezielle Sicherheitsverfahren eingeführt, darunter das Verbot von Ersatz-Lithium-Akkus im aufgegebenen Gepäck.

Im Frachtraum sind die Herausforderungen besonders groß, da dort Feuer, einmal ausgebrochen, nur schwer zu lokalisieren und zu löschen sind. Die Tatsache, dass der verlorene Laptop in einem Bereich verschwand, der nicht durch die Feuerlöschanlagen abgedeckt war, erhöhte die Notwendigkeit zur Umkehr drastisch.

Logistische Folgen und ein ähnlicher Vorfall

Die Rückkehr nach Washington Dulles erfolgte um 00:35 Uhr Ortszeit, mehr als zwei Stunden nach dem ursprünglichen Abflug. Nach der Landung wurde der Laptop erfolgreich lokalisiert und geborgen. Das Flugzeug wurde anschließend für den erneuten Flug vorbereitet und aufgetankt. Die UA126 startete schließlich mit einem Ersatzflugzeug um 03:25 Uhr und landete mit einer Gesamtverzögerung von über fünf Stunden in Rom.

Obwohl der Fall des in den Frachtraum gefallenen Laptops als „beispiellos“ galt, ist es nicht das erste Mal, dass ein Laptop einen United Airlines Flug gestört hat. Bereits im vergangenen Sommer musste ein United 767-Flug von Zürich nach Chicago in Shannon, Irland, außerplanmäßig landen, weil ein Geschäftskunde seinen Laptop versehentlich in den Sitzmechanismus klemmte. Obwohl der Laptop dort schnell geborgen werden konnte, musste dieser Flug annulliert werden, da die Einsatzzeiten der Piloten und des Kabinenpersonals aufgrund der Umleitung überschritten wurden (crew time out).

Dieser jüngste Vorfall in Washington dient der Luftfahrtindustrie als erneute, wenn auch ungewöhnliche, Erinnerung an die latenten Sicherheitsrisiken durch Lithium-Ionen-Batterien. Die Entscheidung der Piloten von UA126, die Reise abzubrechen, bevor ein potenziell katastrophales Risiko zur Realität wurde, wird als Musterbeispiel für die Priorisierung der Flugsicherheit gewertet.

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