Die Fluggesellschaft Easyjet hat am 26. Oktober 2026 die Ausrüstung ihrer gesamten aktiven Flugzeugflotte mit dem Satelliten-Konnektivitätssystem Starlink bekannt gegeben. Ab der ersten Hälfte des Jahres 2027 wird das von SpaceX betriebene Breitband-Internet schrittweise auf den Maschinen der Typen Airbus A320, A320neo und A321neo installiert.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Flottenumrüstung bis Anfang 2028 vollständig abgeschlossen sein. Die Umstellung markiert eine Kehrtwende in der Unternehmensstrategie: Noch im Januar 2026 hatte Vorstandsmitglied Kenton Jarvis Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Systems geäußert. Der Beschluss führt zu einer veränderten Wettbewerbsposition im europäischen Billigflugsegment, da Hauptkonkurrenten unterschiedliche Wege bei der Bereitstellung von Online-Diensten während des Fluges einschlagen.
Neubewertung der betrieblichen Kennzahlen und zeitlicher Zeitplan
Im Verlauf des Jahres 2026 beurteilte die Führung von Easyjet die finanziellen und operativen Rahmenbedingungen für die Einbindung von Internetdiensten neu. Während CEO Kenton Jarvis zu Beginn des Jahres 2026 die Qualität der Dienstleistung von SpaceX zwar gelobt, eine Umsetzung jedoch aufgrund der Kostenstruktur vorerst zurückgestellt hatte, bezeichnete das Management die ökonomischen Parameter im Oktober 2026 als tragfähig. Das System ermöglicht Passagieren den Zugriff auf Datenverbindungen für Videostreaming, Online-Spiele und die allgemeine Nutzung des Internets auf eigenen Endgeräten in einer Qualität, die den Verbindungen am Boden entspricht.
Der Zeitplan sieht vor, dass die ersten mit Empfangsantennen ausgerüsteten Flugzeuge im Frühjahr 2027 den Liniendienst aufnehmen. In der Ankündigung der Fluggesellschaft wurde nicht spezifiziert, ob der Internetzugang für die Fluggäste kostenfrei zur Verfügung gestellt wird oder über gestaffelte Gebührenmodelle abgegolten werden muss. Kenton Jarvis betonte, dass der Schritt darauf abzielt, das Produktangebot für Geschäfts- und Privatreisende anzupassen und die Flexibilität während des Fluges zu erhöhen.
Flottenstruktur und Abgrenzung bei älteren Flugzeugtypen
Die Integration von Starlink beschränkt sich auf die modernen und künftig auszuliefernden Flottenmuster von Easyjet. Nach Daten des Luftfahrt-Informationsdienstes ch-aviation betreibt die Fluggesellschaft derzeit eine aktive Flotte von 78 Airbus A320-200, 51 Airbus A320neo sowie 22 Airbus A321neo. Zudem hat das Unternehmen Festbestellungen für 120 weitere A320neo sowie 151 A321neo platziert, die bei der Auslieferung ab Werk oder im Zuge der Flottenintegration mit den entsprechenden Empfängern ausgestattet werden.
Die im Bestand befindlichen 39 Flugzeuge des älteren Typs Airbus A319-100 sind von der Aufrüstung ausgenommen. Diese Maschinen sollen im Rahmen der kontinuierlichen Flottenerneuerung in den kommenden Jahren ausgemustert und durch größere Einheiten der A320neo-Familie ersetzt werden. Durch diese Beschränkung vermeidet die Fluggesellschaft Nachrüstungskosten für Flugzeuge, die kurz vor dem Ausphasen aus dem Streckennetz stehen.
Wettbewerbsumfeld im europäischen und internationalen Niedrigpreis-Luftverkehr
Die Entscheidung von Easyjet hebt das Produktportfolio der Fluggesellschaft deutlich vom Angebot des europäischen Marktführers Ryanair ab. Ryanair-Chef Michael O’Leary lehnt die Ausrüstung seiner Boeing-737-Flotte mit Satelliten-Internet weiterhin ab und verwies im Verlauf des Jahres 2026 wiederholt auf die aus seiner Sicht zu hohen Installations- und Gewichtskosten. Zwischen O’Leary und SpaceX-Führungskräften kam es diesbezüglich zu öffentlichen Debatten über die Wirtschaftlichkeit von Konnektivitätssystemen auf Kurzstreckenflügen.
Andere internationale Billigfluggesellschaften haben hingegen Verträge zur Nutzung des Starlink-Netzwerks abgeschlossen. Dazu gehören Wizz Air, Frontier Airlines und Volaris. Gwynne Shotwell, Präsidentin und Betriebsvorstand von SpaceX, erklärte anlässlich der Kooperation mit Easyjet, dass die Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeitsinternet vom Start bis zur Landung zu einem Standardfaktor im Passagierverkehr wird. Für Easyjet stellt die Einführung ein Mittel dar, um sich auf stark frequentierten Strecken von London-Gatwick und anderen europäischen Basisflughäfen gegenüber Wettbewerbern zu positionieren.