Der britische Billigflieger Easyjet und die internationale Hotelgruppe InterContinental Hotels Group (IHG) haben eine weltweite Partnerschaft zwischen ihren Kundenbindungsprogrammen für Firmenkunden vereinbart.
Die Kooperation verknüpft das Abo-Programm Easyjet Plus mit dem Firmenkundennetzwerk IHG Business Edge und zielt speziell auf kleine und mittelständische Unternehmen ab. Durch die gegenseitige Einbindung der Systeme sollen Geschäftsreisende aus dem Mittelstand tarifliche Vergünstigungen sowie Sonderkonditionen bei Flügen und Hotelübernachtungen erhalten.
Geschäftsreisende, die eine kostenpflichtige Easyjet-Plus-Mitgliedschaft besitzen, erhalten im Rahmen der Vereinbarung nach ihrer ersten Übernachtung einen verkürzten Weg zum Status IHG One Rewards Gold Elite. Damit verbunden sind Preisnachlässe sowie bevorzugte Buchungskonditionen in den weltweit mehr als 7.000 Häusern der 21 IHG-Marken. Im Gegenzug gewährt der Hotelkonzern den Mitgliedern seines Business-Edge-Programms einen Nachlass von zehn Prozent auf den Jahresbeitrag für Easyjet Plus, was Extras wie bevorzugte Sicherheitskontrollen, beschleunigtes Einsteigen, freie Sitzplatzwahl und zusätzliches Handgepäck beinhaltet.
Luftfahrt- und Hotellerieanalysten werten die Partnerschaft als Versuch beider Konzerne, den ertragsstarken Bereich der Firmenkunden ohne aufwendige eigene Vertriebsnetze auszubauen. Da kleine und mittlere Betriebe im Vergleich zu Großkonzernen selten individuelle Rahmenverträge verhandeln, versuchen Fluggesellschaften und Hotelketten, diese Zielgruppe über gebündelte Rabatt- und Statusprogramme an die eigenen Marken zu binden. Nach der Erholung des Reiseverkehrs steht das Segment der Geschäftsreisen in vielen europäischen Märkten weiterhin unter Kosten- und Konsolidierungsdruck.
Kritiker verweisen jedoch darauf, dass der tatsächliche Nutzen solcher Allianzmodelle für Unternehmen oft von den konkreten Reiseprofilen abhängt. Bevorzugte Sicherheitskontrollen und Zusatzgepäck gelten bei Budget-Airlines zwar als operative Erleichterung, schaffen jedoch erst bei hoher Reiseschwere einen messbaren Mehrwert. Ob die Verknüpfung beider Treueprogramme zu einer nennenswerten Verlagerung von Buchungen führt, muss sich im Alltagseinsatz der Firmenkunden zeigen.