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Ehemaliger Rex-Chef Lim Kim Hai zu Geldstrafe und Vertretungsverbot verurteilt

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Das Höchste Gericht des australischen Bundesstaates New South Wales hat am 20. Oktober 2026 ein Urteil gegen den ehemaligen Exekutivvorsitzenden der australischen Regionalfluggesellschaft Regional Express (Rex), Lim Kim Hai, gefällt.

Der frühere Manager und Großaktionär wurde wegen Irreführung von Investoren über die tatsächliche Finanzlage der Fluggesellschaft zu einer Geldstrafe in Höhe von 800.000 Australischen Dollar (rund 560.000 US-Dollar) verurteilt. Zudem erlegte der Supreme Court ihm ein vierjähriges Verbot auf, Leitungsfunktionen in Unternehmen wahrzunehmen. Ergänzend muss Lim einen Betrag von 150.000 Australischen Dollar zur Deckung der Gerichts- und Prozesskosten der australischen Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) beisteuern, die das Zivilverfahren angestrengt hatte. Die Entscheidung markiert den juristischen Schlusspunkt unter ein langwieriges Verfahren zur Überprüfung von Pflichtverletzungen bei der Ad-hoc-Publizität börsennotierter Luftfahrtunternehmen in Australien.

Hintergrund der Fehlinformationen und finanzielle Entwicklung der Fluggesellschaft

Der Rechtsstreit gründete auf einer Mitteilung an den Kapitalmarkt, die Rex im Februar 2023 veröffentlicht hatte. In der besagten Marktaktualisierung hatte die Unternehmensführung erklärt, für das laufende Geschäftsjahr 2022/2023 „optimistisch“ hinsichtlich des Erreichens eines operativen Gewinns gestimmt zu sein. Nach Ermittlungen der Finanzaufsicht ASIC hatte die Fluggesellschaft bis zu diesem Zeitpunkt im laufenden Geschäftsjahr jedoch bereits operative Verluste angehäuft. Zudem lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Prognose keine fundierte Finanzplanung oder fundierte Ergebnisprognose des Managements für den Zeitraum 2022/2023 vor.

In der Folge musste die Fluggesellschaft ihre Erwartungen korrigieren und prognostizierte schließlich einen Jahresverlust von 35 Millionen Australischen Dollar (rund 24,5 Millionen US-Dollar). Am Ende des Geschäftsjahres wies Rex ein negatives Gesamtergebnis von 31,7 Millionen Australischen Dollar (rund 22,2 Millionen US-Dollar) aus. Lim Kim Hai, der lange Zeit als größter Einzelaktionär der Gesellschaft fungiert hatte, räumte im Mai 2026 während der ersten Woche des Zivilprozesses ein, dass die Marktmitteilung irreführend war und er damit gegen seine kontinuierlichen Offenlegungspflichten sowie gegen Organpflichten als Verwaltungsrat verstoßen hatte. Im Zuge des Eingeständnisses verständigte er sich mit der Aufsichtsbehörde ASIC auf das nun bestätigte Strafausmaß.

Judikative Bewertung und Einordnung durch die Aufsichtsbehörde

Obwohl sich die Parteien im Vorfeld auf ein Strafmaß verständigt hatten, oblag dem zuständigen Richter Ashley Black die rechtliche Prüfung, ob die ausgehandelte Sanktion im verhältnismäßigen Rahmen lag. In seiner Urteilsbegründung wies der Richter darauf hin, dass die Umstände des Falles grundsätzlich auch eine strengere Bestrafung gerechtfertigt hätten. Er berücksichtigte dabei, dass die Verstöße schwerwiegend waren und Lim zum Tatzeitpunkt eine leitende Funktion mit hoher Verantwortung innehatte. Unter Abwägung der gütlichen Einigung stufte das Gericht das vierjährige Tätigkeitsverbot und die Geldstrafe von 800.000 Australischen Dollar als angemessen ein.

Die Vorsitzende der Finanzaufsichtsbehörde ASIC, Sarah Court, unterstrich nach der Urteilsverkündung die Bedeutung transparenter Marktinformationen für das Funktionieren des Kapitalmarkts. Führungskräfte trügen eine Verantwortung für die Integrität des Finanzsystems, indem sie den Markt zeitnah und wahrheitsgemäß informieren. Die kontinuierliche Offenlegung sei eine Kernpflicht börsennotierter Einheiten und bilde die Grundlage für Entscheidungen von Anlegern.

Freispruch für weitere Verwaltungsratsmitglieder und Sanierung der Fluggesellschaft

Im Rahmen des Verfahrens hatte die Aufsichtsbehörde ASIC auch Klage gegen drei weitere frühere Verwaltungsratsmitglieder von Rex erhoben, darunter den stellvertretenden Vorsitzenden und ehemaligen Bundesminister John Sharp sowie Siddharth Khotkar und Lincoln Pan. Im Juni 2026 entschied Richter Black jedoch zugunsten der drei Führungskräfte. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die Aufsichtsbehörde trotz der Geständnisse von Lim nicht hinreichend nachweisen konnte, dass die drei Manager persönliche Pflichtverletzungen begangen hatten oder von den irreführenden Grundlagen der Gewinnprognose gewusst hatten.

Die juristische Aufarbeitung überschneidet sich mit einer Phase der Umstrukturierung des Unternehmens. Rex, die jahrzehntelang regionale Strecken in Australien bedient und temporär auch Linienflüge zwischen den Großstädten des Landes angeboten hatte, geriet im Juli 2024 in Zahlungsunfähigkeit und wurde unter die Verwaltung des Insolvenzverwalters EY gestellt. Im Zuge des Verkaufsverfahrens übernahm das US-amerikanische Luftfahrtunternehmen Air T die Fluggesellschaft im späten Verlauf des Jahres 2025 vollständig, woraufhin der Flugbetrieb auf den regionalen Kernrouten neu aufgestellt wurde.

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