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Einführung einer Gebühr für ID-lose Reisende: TSA führt kostenpflichtigen Service Confirm.ID ein

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Die US-Verkehrssicherheitsbehörde Transportation Security Administration (TSA) hat eine wesentliche Neuerung in ihrem Identitätsprüfungsprogramm bekannt gegeben, die Reisende betrifft, die bei der Sicherheitskontrolle keine akzeptierten Ausweisdokumente vorlegen können.

Ab dem 1. Februar 2026 wird für Passagiere ohne einen sogenannten real id-konformen Führerschein oder einen anderen anerkannten Ausweis (wie etwa einen Reisepass) ein kostenpflichtiger Dienst namens tsa confirm.id eingeführt. Dieser neue Service wird mit einer Gebühr von 45 US-Dollar für ein zehn Tage gültiges Reisefenster verbunden sein. Die Einführung von Confirm.ID markiert eine deutliche Abkehr vom bisherigen manuellen Verifizierungsverfahren und zielt darauf ab, die Kosten für die aufwendige Identitätsfeststellung auf die Reisenden abzuwälzen, anstatt sie aus Steuermitteln zu finanzieren. Die Maßnahme ist eine direkte Folge der am 7. Mai 2025 in Kraft getretenen real id-Verpflichtung und soll gleichzeitig die Effizienz und die Kapazitäten an den Kontrollstellen erhöhen.

Revision des Gebührenmodells und Hintergrund der real id

Die Ankündigung der 45-Dollar-Gebühr stellt eine erhebliche Erhöhung und Revision des Ansatzes dar, den die TSA noch Ende November 2025 skizziert hatte. Damals veröffentlichte die Behörde im Federal Register eine Notiz, die eine Gebühr von 18 US-Dollar für einen modernisierten Identitätsprüfungsprozess vorsah. Die TSA erklärte nun, dass die 45-Dollar-Option Confirm.ID der primäre kostenpflichtige Weg für Reisende werde, die ohne akzeptable Identifikationsnachweise fliegen möchten. Die höhere Gebühr soll die tatsächlichen Kosten der Echtzeit-Identitätsprüfung, einschließlich der Entwicklung der notwendigen Technologie, der IT-Infrastruktur, der Systemintegration und der Programmadministration, widerspiegeln.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die umfassende real id-Gesetzgebung. Der real id act, der ursprünglich nach den Anschlägen vom 11. September verabschiedet wurde, legt strengere Standards für staatlich ausgestellte Führerscheine und Ausweise fest, um die Sicherheit zu erhöhen und die Fälschungssicherheit zu verbessern. Seit dem vollständigen Inkrafttreten der real id-Vorschriften müssen Flugreisende an Flughafenkontrollpunkten ein real id-konformes Dokument oder einen akzeptierten alternativen Nachweis (wie einen US-Reisepass, eine Daueraufenthaltskarte oder einen von der Regierung ausgestellten Militärausweis) vorlegen.

Die TSA betonte, dass mehr als 94 Prozent der Passagiere bereits einen real id-konformen Ausweis oder ein anderes akzeptables Dokument vorlegen. Die neue Regelung ist somit primär für eine Minderheit von Reisenden relevant, die entweder ihre Dokumente vergessen, abgelaufene Ausweise vorlegen oder sich noch nicht um eine real id-konforme Identifikation gekümmert haben. Auch temporäre Führerscheine werden weiterhin nicht als gültige Identifikation zur Umgehung der Confirm.ID-Anforderung akzeptiert.

Der Ablauf des neuen kostenpflichtigen Services

Jeder Reisende, der am Sicherheitskontrollpunkt mit einem nicht real id-konformen oder abgelaufenen Führerschein, oder gänzlich ohne Ausweisdokument ankommt, wird an den Confirm.ID-Prozess verwiesen. Die Zahlung der 45 US-Dollar ermöglicht es der TSA, die Identität des Reisenden anhand von biografischen oder biometrischen Daten zu überprüfen und diese mit dem Secure Flight Prescreening-Profil abzugleichen. Secure Flight ist ein von der TSA verwaltetes Programm zur Verbesserung der Sicherheit, bei dem die Passagierdaten anhand von Überwachungs- und Terroristenlisten vorab geprüft werden.

Die TSA unterstrich, dass die Nutzung von Confirm.ID optional ist. Reisende, die die Gebühr nicht zahlen möchten oder deren Identität im Rahmen des Prozesses nicht erfolgreich verifiziert werden kann, erhalten keinen garantierten Zugang zum gesicherten Flughafenbereich. Dies bekräftigt die prinzipielle Anforderung, dass Flugreisen in den Vereinigten Staaten eine Überprüfung der Identität voraussetzen. Die Behörde warnte zudem davor, dass Passagiere, die gewohnheitsmäßig ohne korrekte Ausweisdokumente erscheinen und den Service wiederholt in Anspruch nehmen, mit zukünftigen Einschränkungen der Nutzungshäufigkeit konfrontiert werden könnten.

Die Bezahlung der Gebühr kann online vor der Ankunft am Flughafen oder an speziell dafür eingerichteten Stellen in der Nähe des Kontrollpunkts erfolgen. Die TSA arbeitet eigenen Angaben zufolge mit privaten Industriepartnern zusammen, um die Online-Zahlungsoptionen auszuweiten und den gesamten Verifizierungsprozess zu optimieren. Trotz erfolgreicher Identitätsprüfung durch Confirm.ID müssen sich die betreffenden Reisenden weiterhin auf zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen einstellen, was zu Verzögerungen führen kann, insbesondere während verkehrsreicher Reisezeiten.

Wirtschaftliche und operative Argumentation der TSA

Die Einführung von Confirm.ID und die damit verbundene Gebühr sind Teil einer strategischen Verlagerung der Kosten. Bislang stützte sich die TSA auf ein manuelles Verfahren, bei dem Mitarbeiter des National Transportation Vetting Center (ntvc) die Identität der Reisenden anhand verschiedener Datenbanken und Interviews überprüften. Dieses Verfahren war zeitintensiv, band Personalressourcen und wurde als ineffizient und teuer für den Steuerzahler angesehen.

Mit dem Übergang zu Confirm.ID verfolgt die TSA das Ziel, die Kosten für diese spezielle Dienstleistung direkt den Nutzern aufzuerlegen. Die Automatisierung und Digitalisierung des Prozesses, einschließlich der Nutzung von Echtzeit-Identitätsprüfungstechnologie und des Abgleichs mit bestehenden Secure Flight-Daten, soll die Kapazität der Kontrollpunkte verbessern und die Belastung der Sicherheitsbeamten vor Ort reduzieren. Der technologische Fokus auf biometrische und biografische Daten im Abgleich mit Regierungsdatenbanken soll gewährleisten, dass die Sicherheitsstandards trotz des Fehlens physischer Ausweisdokumente eingehalten werden können.

Kritiker des Gebührenmodells werfen die Frage auf, ob die Erhebung einer Gebühr von 45 US-Dollar Reisende, die sich versehentlich ohne ihre real id-konformen Dokumente am Flughafen wiederfinden, unverhältnismäßig bestraft. Befürworter hingegen sehen darin eine notwendige Maßnahme, um die Einhaltung der real id-Vorschriften zu fördern und die Sicherheitseffizienz zu steigern, indem die Ressourcen der TSA auf die Überprüfung von Passagieren mit korrekten Dokumenten konzentriert werden. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich der neue kostenpflichtige Service auf die Abläufe an den US-Flughäfen auswirkt und inwieweit die TSA die versprochene Entlastung und Effizienzsteigerung erreichen kann. Die Branche erwartet, dass die Einführung des Dienstes zu einer weiteren Sensibilisierung für die Notwendigkeit korrekter Reisedokumente führen wird.

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