Reisende zum und vom Flughafen München (MUC) müssen sich im Dezember 2025 auf erhebliche Einschränkungen und längere Fahrzeiten einstellen. Aufgrund umfangreicher Gleisbauarbeiten wird die wichtige Bahnstrecke über Neufahrn für knapp zwei Wochen, vom 1. bis zum 12. Dezember, stark beeinträchtigt. Von der Streckensperrung sind sowohl die S-Bahn-Linie S1, die einen zentralen Zubringer zum Flughafen darstellt, als auch diverse Regionalzugverbindungen betroffen. Die Deutsche Bahn (DB) hat einen komplexen Ersatzverkehr eingerichtet, der auf Busse und alternative S-Bahn-Linien setzt, um die Anbindung des Flughafens aufrechtzuerhalten.
Für Passagiere, die aus München kommen oder dorthin reisen möchten, wird dringend empfohlen, primär auf die S-Bahn-Linie S8 auszuweichen. Diese verkehrt auf einer südlichen Route, die über Ostbahnhof, Ismaning und den Besucherpark zum Flughafen führt, und ist von der aktuellen Sperrung nicht direkt betroffen. Die Bauarbeiten konzentrieren sich auf den nördlichen Ast der S-Bahn-Anbindung, der üblicherweise von der S1 bedient wird und die Gemeinden im Nordwesten Münchens an den Flughafen anbindet.
Phase I der Sperrung: Logistische Herausforderungen ab Lohhof
Die erste Phase der Gleisbauarbeiten beginnt am Montag, den 1. Dezember, und führt zu einer Streckensperrung mit Ersatzverkehr zwischen Lohhof und dem Flughafen. Dies umfasst sämtliche Haltepunkte entlang dieser Teilstrecke.
Um die Beförderungskapazität auf dieser essenziellen Route zu gewährleisten, setzt die Deutsche Bahn auf ein zweigeteiltes Ersatzverkehrskonzept:
- Schienenersatzverkehr (sev) mit allen Unterwegshalten: Dieser verkehrt zwischen Lohhof und dem Flughafen und bedient alle regulären Haltestellen der S1. Er ist vor allem für Pendler und Reisende aus den umliegenden Ortschaften gedacht.
- Expressbusse: Zusätzlich sind Expressbusse im Einsatz, die nur zwischen Lohhof, dem Besucherpark und dem Flughafen Terminal verkehren. Diese Expressverbindung soll eine schnellere Anreise für Fluggäste ermöglichen, die keine Zwischenstopps benötigen.
Ausweitung der Sperrung: Feldmoching als neue Endstation
Ab dem 7. Dezember wird die Streckensperrung weiter ausgeweitet und beginnt bereits in Feldmoching. Die Umstellung erfordert eine weitere Anpassung der Ersatzverkehrslogistik.
- Sperrabschnitt: Die Strecke ist dann bereits ab Feldmoching gesperrt.
- Ersatzverkehr ab Feldmoching: Es wird sowohl ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, der alle Unterwegshalte bedient, als auch Expressbusse, die von Feldmoching nur den Besucherpark und das Terminal anfahren.
- Taktverdichtung: Um die hohe Nachfrage und die entstehenden Umstiege zu bewältigen, verkehren tagsüber (circa 6:00 bis 22:00 Uhr) zusätzliche Busse zwischen Feldmoching und Lohhof. Hierdurch soll ein dichter 10-Minuten-Takt sichergestellt werden.
Diese Maßnahmen sind notwendig, um die erwarteten Verzögerungen und Engpässe im Pendler- und Reiseverkehr abzufedern. Fahrgäste müssen jedoch generell mit deutlich längeren Reisezeiten und dem Stress des Umsteigens zwischen Zügen und Bussen rechnen.
Auswirkungen auf Regionalzüge und Nord-Süd-Verbindungen
Die Bauarbeiten haben nicht nur Konsequenzen für die S1, sondern auch für wichtige Regionalzugverbindungen in Richtung Landshut und andere Ziele nördlich des Flughafens. Die Regionalzüge, die normalerweise über Neufahrn verkehren, werden in Freising beginnen beziehungsweise enden.
- Freising-Terminal-Pendelzüge: Im gesamten Sperrzeitraum verkehren spezielle S-Bahn-Pendelzüge im 20-Minuten-Takt zwischen dem Flughafen Terminal und Freising. Diese stellen die Anbindung des Nordastes sicher.
- Umstiegsempfehlungen:
- Reisende von München nach Landshut oder Freising müssen die S8 zum Besucherpark nehmen und dort in die Pendelzüge umsteigen.
- Fahrgäste aus Richtung Lohhof nach Freising werden gebeten, die Ersatzbusse bis zum Besucherpark zu nutzen und dort in die Pendelzüge zu wechseln.
Die logistische Herausforderung besteht in der Koordination der Umsteigevorgänge. Eine Entzerrung des Verkehrs wird angestrebt, indem ein Teil des Aufkommens auf die Expressbusse verlagert wird, während der Schienenersatzverkehr die lokale Anbindung aufrechterhält. Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass diese Maßnahmen zur Instandhaltung und Modernisierung der Infrastruktur dienen, um langfristig die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit des Schienennetzes zu gewährleisten.
Reisende müssen sich auf verlängerte Fahrzeiten einstellen
Die Streckensperrung in der Vorweihnachtszeit, einer Phase traditionell hohen Reiseaufkommens, stellt Reisende vor erhebliche Herausforderungen. Während die S8 eine zuverlässige Alternativroute bietet, ist diese insbesondere in den Stoßzeiten stark frequentiert. Der Ersatzverkehr mit Bussen ist unvermeidlich langsamer als die Bahnfahrt, was zu Fahrzeitverlängerungen von 30 Minuten oder mehr führen kann, abhängig vom Verkehrsaufkommen auf den Ausweichrouten.
Reisende, insbesondere Flugpassagiere, sollten unbedingt zusätzliche Zeit für die An- und Abreise zum Flughafen einplanen. Die genauen Fahrpläne des Ersatzverkehrs sind detailliert zu konsultieren, um unnötige Verzögerungen oder das Verpassen von Flügen zu vermeiden. Die Kommunikation der Deutschen Bahn und des Flughafens konzentriert sich darauf, die Passagiere so früh wie möglich über die notwendigen Umstiege und die verschiedenen verfügbaren Optionen zu informieren. Mit der bevorstehenden Ausweitung der Sperrung ab Feldmoching wird die Komplexität des Ersatzverkehrs weiter zunehmen, was eine genaue Planung jedes einzelnen Reisenden erfordert.