Die israelische Fluggesellschaft El Al hat eine umfassende Tarifreform für Rückflüge nach Tel Aviv angekündigt, um die Heimreise von tausenden im Ausland festsitzenden Bürgern zu koordinieren.
Nachdem das Unternehmen die Umbuchung von rund 38.000 Passagieren abgeschlossen hat, deren ursprüngliche Flüge aufgrund der aktuellen Sicherheitslage gestrichen wurden, wird nun eine spezielle Preisliste für über 20 internationale Flughäfen eingeführt. Das Modell sieht einheitliche Pauschalpreise für alle verfügbaren Plätze in der Kabine vor, wobei die Tarife deutlich unter dem üblichen Marktniveau für kurzfristige Buchungen liegen.
Die Preisgestaltung umfasst verschiedene geografische Zonen: Während Kurzstreckenflüge ab Larnaca für 99 US-Dollar und ab Athen für 149 US-Dollar angeboten werden, liegen die Preise für europäische Metropolen wie München, Zürich und Rom bei etwa 199 US-Dollar. Langstreckenverbindungen, beispielsweise aus New York oder Bangkok, wurden auf Festpreise zwischen 599 und 699 US-Dollar festgesetzt. Die Airline reagiert damit auf den massiven Rückzug internationaler Fluggesellschaften vom Flughafen Ben Gurion und positioniert sich als verlässlicher Versorger in Krisenzeiten.
Zusätzlich zur bestehenden Flugplanung hat die Airline das Angebot um Sonderverbindungen erweitert, unter anderem ab Tokio, womit sich die Zahl der aktiv bedienten Rückhol-Knotenpunkte auf insgesamt 23 erhöht. Shlomi Zafrany, Chief Commercial Officer von El Al, betonte, dass die Veröffentlichung der Tarife bewusst erst nach der Priorisierung der bereits betroffenen Kunden erfolgte. Der Verkauf der Tickets wird schrittweise über die digitale Plattform der Fluggesellschaft sowie über akkreditierte Reisebüros abgewickelt, um eine Überlastung der Buchungssysteme zu vermeiden.
Hintergrund dieser Maßnahmen ist die anhaltende Instabilität im Nahen Osten, die zu weitreichenden Sperrungen und Flugstreichungen durch europäische und amerikanische Carrier geführt hat. El Al nutzt für diese Operationen ihre gesamte Flotte, einschließlich der Boeing 787-9 Dreamliner, um maximale Kapazitäten auf den Transatlantik- und Asien-Routen bereitzustellen. Experten werten diesen Schritt als strategische Verpflichtung zur Aufrechterhaltung der nationalen Luftverkehrsbrücke, während die Sicherheitsvorkehrungen am Boden und in der Luft weiter verschärft wurden.