
Linz: Gerichtsvollzieher pfändet Boeing 737 von Ryanair
Ein außergewöhnlicher juristischer Vorgang hat am Flughafen Linz-Hörsching für Aufsehen gesorgt und die operative Routine der irischen Fluggesellschaft Ryanair unterbrochen. Aufgrund einer seit fast zwei Jahren ausstehenden Entschädigungszahlung sah sich ein staatlicher Exekutor dazu veranlasst, eine Pfändungsmarke, im Volksmund auch Kuckuck-Pickerl genannt, direkt an einem Flugzeug des Unternehmens anzubringen. Der Fall wurzelt in einer massiven Flugverspätung aus dem Jahr 2024, die für eine Passagierin und ihre Begleitung zu erheblichen Mehrkosten führte. Da die Fluggesellschaft trotz rechtskräftiger Urteile und mehrfacher Zahlungsaufforderungen die Forderung nicht beglich, griff die Justiz zu diesem drastischen Mittel der Zwangsvollstreckung. Während die Airline eine physische Beschlagnahmung der Maschine bestreitet, verdeutlicht der Vorfall die zunehmende Härte, mit der Fluggastrechte gegen Billigfluganbieter durchgesetzt werden. Hintergründe einer langjährigen Forderung Die juristische Auseinandersetzung begann im Sommer 2024. Eine Reisende und zwei Begleitpersonen wollten von Linz aus in den Urlaub nach Mallorca starten, als ihr Flug eine Verspätung von über 13 Stunden verzeichnete. Nach den Bestimmungen der EU-Fluggastrechteverordnung 261/2004 steht Passagieren bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden eine pauschale Entschädigung zu, sofern keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen. Im vorliegenden Fall mussten die Betroffenen zudem auf einen Alternativflug umsteigen, was zusätzliche Kosten für neue Tickets sowie Verpflegung und Kommunikation verursachte. Inklusive der über die Monate aufgelaufenen Zinsen und der Kosten für die Rechtsverfolgung summierte sich die Forderung schließlich auf exakt 890 Euro. Dass ein international agierender Konzern wegen eines im Vergleich zu den Betriebskosten marginalen Betrages eine Pfändung riskiert, wird von Rechtsexperten oft als taktische Verzögerungsstrategie gewertet. Viele Fluggesellschaften spekulieren darauf, dass








