Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer hat seine Teilnahme an der zehnten Ausgabe der Singapore Airshow angekündigt, die vom 3. bis 8. Februar 2026 stattfindet.
Das Unternehmen nutzt die internationale Plattform, um seine Marktposition im asiatisch-pazifischen Raum zu festigen und aktuelle Fluggerät-Modelle vorzustellen. Im Fokus stehen das Verkehrsflugzeug E195-E2 sowie das militärische Transportflugzeug KC-390 Millennium. Diese Präsenz unterstreicht die strategische Neuausrichtung des Konzerns, der in den letzten Jahren bedeutende Verträge in der Region abschließen konnte, darunter die Flottenexpansion der Fluggesellschaft Scoot und die Bestellung von 15 Einheiten des Typs E190-E2 durch die japanische All Nippon Airways (ANA).
Zusätzliche Branchenanalysen belegen, dass Embraer seine Infrastruktur in Asien massiv ausgebaut hat, um den spezifischen Anforderungen des regionalen Marktes gerecht zu werden. So wurde in Singapur der erste Full-Flight-Simulator für die E2-Serie in der Region in Betrieb genommen, während in Neu-Delhi ein neues Büro die Aktivitäten auf dem indischen Subkontinent koordiniert. Besonders im Bereich Verteidigung und Sicherheit forciert das Unternehmen die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Ein Beispiel hierfür ist die strategische Kooperation mit der indischen Mahindra Group für das Transportflugzeugprogramm der indischen Luftwaffe sowie Vereinbarungen mit der südkoreanischen Beschaffungsbehörde DAPA. Diese Partnerschaften zielen darauf ab, die KC-390 als moderne Alternative zu etablierten taktischen Transportern zu positionieren.
Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts liegt auf der Sparte Urban Air Mobility. Die Tochtergesellschaft Eve Air Mobility wird über den Fortschritt ihres elektrischen vertikal startenden Fluggeräts (eVTOL) berichten. Nach dem erfolgreichen Erstflug eines unbemannten Prototyps im Dezember 2025 ist für das Jahr 2026 eine intensive Testphase geplant. Dabei steht die Validierung der Fly-by-Wire-Architektur der fünften Generation und der Übergang vom Schwebeflug in den Tragflächenflug im Vordergrund. Experten sehen in diesen Entwicklungen einen wichtigen Schritt für die Integration autonomer Flugsysteme in den städtischen Luftraum, wobei Singapur aufgrund seiner technologischen Offenheit als potenzieller Primärmarkt für solche Lösungen gilt.
Wirtschaftlich betrachtet dient Singapur bereits seit fast fünf Jahrzehnten als zentraler Knotenpunkt für Embraer in Asien. Das dortige regionale Vertriebszentrum hält Ersatzteile im Wert von über 100 Millionen US-Dollar bereit, um die Wartung und den Support für Betreiber im gesamten pazifischen Raum sicherzustellen. Mit der geplanten Pressekonferenz am 3. Februar 2026 wird das Management unter der Leitung von Francisco Gomes Neto weitere Details zur globalen Expansion und zu neuen technologischen Kooperationen bekannt geben. Die kontinuierliche Investition in Ausbildungsstätten und Logistikzentren verdeutlicht das Ziel des Herstellers, die Abhängigkeit von westlichen Märkten durch eine starke Präsenz in den Wachstumsmärkten des Ostens zu verringern.