Der brasilianische Luftfahrtkonzern Embraer verzeichnet für das zweite Quartal 2026 ein weiteres Anwachsen seines Auftragsbestands auf 34,5 Milliarden US-Dollar.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Zunahme um 16 Prozent, während gegenüber dem ersten Quartal 2026 ein Plus von 7 Prozent erzielt wurde. Das Wachstum erstreckt sich über mehrere Sparten des Konzerns, wobei insbesondere der Bereich Verteidigung und Sicherheit sowie das Segment der zivilen Verkehrsflugzeuge deutliche Zuwächse aufweisen.
Im Segment der zivilen Luftfahrt beläuft sich das Auftragsvolumen auf 15,1 Milliarden US-Dollar. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete eine Nachbestellung der Leasinggesellschaft Azorra über 15 Maschinen des Typs E195-E2. Damit summiert sich die Zahl der Festbestellungen für die E2-Modellreihe auf über 500 Einheiten. Zudem bestätigte das Unternehmen auf der Luftfahrtmesse in Farnborough die Zuordnung von zwei Festaufträgen für den Typ E175 an die japanische Fluggesellschaft Fuji Dream Airlines. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz in dieser Sparte lag in den vergangenen zwölf Monaten bei 1,8.
Das militärische Rüstungsgeschäft verzeichnete den stärksten relativen Zuwachs: Hier stieg der Auftragsbestand um 42 Prozent auf 6,1 Milliarden US-Dollar. Maßeinheit für diesen Anstieg ist ein Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten über die Lieferung von zehn Transportflugzeugen des Typs C-390 Millennium sowie Optionen für zehn weitere Einheiten. In der Geschäftsreiseflugsparte erreichte das Bauvolumen 7,8 Milliarden US-Dollar, gestützt durch die behördliche Zulassung der überarbeiteten Modelle Praetor 500E und Praetor 600E durch die Luftfahrtaufsichten in Brasilien, den USA und Europa. Die Sparte Services und Support kletterte auf 5,5 Milliarden US-Dollar, unter anderem durch Servicevereinbarungen mit der kanadischen Jazz Aviation sowie der brasilianischen Luftwaffe.
Trotz der positiven Zahlen steht der Flugzeugbauer vor operativen Herausforderungen in der Umsetzung. Die zügige Abarbeitung des Auftragsbergs hängt maßgeblich von der Stabilität der weltweiten Lieferketten ab, die in der Branche weiterhin durch Engpässe bei Triebwerken und Elektronikbauteilen beeinträchtigt werden. Zudem erfordert die termingerechte Auslieferung der Militär- und Zivilmaschinen eine kontinuierliche Ausweitung der Fertigungskapazitäten in den Montagewerken, um Verzögerungen im Betriebsablauf der Kunden zu vermeiden.