Embraer 195-E2 in Werkslackierung (Foto: Jan Gruber).
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Embraer übergibt erste Praetor 600E an Flexjet

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Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer hat die erste Maschine des Typs Praetor 600E an den US-amerikanischen Flottenbetreiber Flexjet übergeben. Damit ist das auf Teilberechtigungsprogramme spezialisierte Unternehmen der weltweite Erstkunde für die überarbeitete Version des Super-Midsize-Jets.

Die Zertifizierung der Maschine durch die brasilianische Luftfahrtbehörde ANAC, die US-amerikanische FAA und die europäische EASA erfolgte im April 2026, gefolgt von der Zulassung des kleineren Modells Praetor 500E im Juni 2026. Die Auslieferung der ersten Praetor 500E an Flexjet ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

Die Übergabe ist Teil eines im Februar 2025 geschlossenen Großauftrags im Wert von bis zu sieben Milliarden US-Dollar. Die Vereinbarung umfasst eine Festbestellung von 182 Flugzeugen sowie Optionen für weitere 30 Maschinen mitsamt langfristigen Wartungsverträgen. Technisch bietet die Praetor 600E eine rechnerische Reichweite von 4.018 Seemeilen (7.441 Kilometer) bei der Beförderung von vier Passagieren. Zur Ausstattung gehören unter anderem eine überarbeitete Kabine mit neu entwickelten Sitzen, Fly-by-Wire-Steuerungssysteme mit Turbulenzdämpfung sowie erweiterte Notfall- und Cockpit-Assistenzsysteme wie das Runway Overrun Awareness and Alerting System (ROAAS).

Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Nachfrage im Segment der Geschäftsreiseflugzeuge nach dem Boom der Nach-Pandemie-Jahre auf hohem Niveau konsolidiert. Für Betreiber wie Flexjet gewinnen Flottenerneuerungen und die Integration moderner Avionik- und Kabinensysteme an Bedeutung, um Firmenkunden und private Chartergäste zu binden. Gleichzeitig stellen hohe Beschaffungskosten und Verzögerungen in den globalen Zulieferketten die Flugzeugbauer vor Herausforderungen bei der termingerechten Abarbeitung großer Auftragsbücher.

Der wirtschaftliche Erfolg der überarbeiteten Praetor-Modellreihe hängt maßgeblich davon ab, wie stabil die Auslastung im internationalen Business-Jet-Markt bleibt. Während das Premium-Segment bei Großkonzernen und vermögenden Privatkunden eine verlässliche Nachfrage generiert, reagiert die Sparte empfindlich auf makroökonomische Abschwünge und veränderte Reisebudgets in der Wirtschaft.

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