Airbus A380 (Foto: Steffen Lorenz).
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Emirates verlängert Leasingverträge für Airbus A380 bis in das nächste Jahrzehnt

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Die Fluggesellschaft Emirates hat die langfristige Nutzung zweier weiterer Airbus A380 in ihrer Flotte gesichert und damit ein deutliches Signal für den Fortbestand des größten Passagierflugzeugs der Welt gesetzt. Durch eine im Januar 2025 unterzeichnete Vereinbarung mit DS Aviation, einer Tochtergesellschaft der Dr. Peters Group, wurden die Leasingverträge für zwei Superjumbos um jeweils fünf Jahre verlängert. Die neuen Vertragslaufzeiten erstrecken sich nun bis Dezember 2030 beziehungsweise August 2031.

Ein zentraler Bestandteil dieser Verhandlungen ist die eingeräumte Option für Emirates, die Flugzeuge am Ende der jeweiligen Verlängerungsperioden käuflich zu erwerben. Diese Entscheidung unterstreicht die Strategie der in Dubai ansässigen Airline, den A380 als Rückgrat ihres Streckennetzes beizubehalten, während andere Fluggesellschaften das Modell zunehmend ausmustern. Für die beteiligten Investmentfonds Flight Invest 50 und Flight Invest 51 bedeutet der Abschluss zudem eine hohe Planungssicherheit und attraktive Ausschüttungen an die Investoren. Parallel dazu konnte die Dr. Peters Group die Verwertung eines weiteren A380 abschließen, der zuvor von Singapore Airlines betrieben wurde, was die Komplexität und die wirtschaftlichen Potenziale im Zweitmarkt für Großraumflugzeuge verdeutlicht.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Fondsstrukturen

Die betroffenen Leasingverträge werden über zwei offene Investmentfonds gehalten, die Ende 2021 von der Dr. Peters Group übernommen wurden. Diese Fondsstrukturen ermöglichen es privaten und institutionellen Anlegern, direkt an den Leasingeinnahmen hochwertiger Luftfahrt-Assets zu partizipieren. Die Verlängerung der Verträge mit Emirates wird in Fachkreisen als Beleg für die engen Geschäftsbeziehungen zwischen dem deutschen Asset-Manager und der staatlichen Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate gewertet. Laut offiziellen Angaben führten die Verhandlungen in den letzten Wochen des Jahres 2025 zu einem Ergebnis, das für beide Seiten wirtschaftliche Vorteile bietet.

Emirates profitiert durch die Verlängerung von einer stabilen Kapazitätsplanung für ihre wichtigsten Langstreckenrouten, insbesondere zu Slot-beschränkten Flughäfen wie London-Heathrow oder Paris-Charles-de-Gaulle, wo der A380 seine Effizienz durch die hohe Passagierkapazität voll ausspielen kann. Die Option zum Kauf der Flugzeuge am Ende der Laufzeit bietet der Fluggesellschaft zudem die Flexibilität, die Maschinen nach 2031 entweder weiter zu betreiben oder sie als Ersatzteilspender für die verbleibende Flotte zu nutzen, was in der Branche als kosteneffizientes Verfahren zur Wartungssicherung gilt.

Auszahlungen und Renditen für Investoren

Die finanzielle Performance der beteiligten Fonds spiegelt die robuste Nachfrage nach dem Airbus A380 im Nahen Osten wider. Für die Anleger des Fonds Flight Invest 50 resultierte die Vertragsverlängerung bereits im Dezember 2025 in einer Auszahlung von 16,8 Prozent. Bei Flight Invest 51 erhielten die Investoren im Sommer 2025 eine Ausschüttung von 15 Prozent, gefolgt von einer weiteren Zahlung in Höhe von 12 Prozent im Januar 2026. Diese Zahlen belegen, dass das Asset-Management der Dr. Peters Group erfolgreich Marktopportunitäten genutzt hat, um trotz des Produktionsendes des A380 durch Airbus im Jahr 2021 positive Ergebnisse zu erzielen.

Kristina Salamon, geschäftsführende Gesellschafterin der Dr. Peters Group, zeigte sich erfreut über die Entwicklung und betonte die professionelle Arbeit des Asset-Managements bei DS Aviation. Nach der Übernahme der Fondsportfolios im Jahr 2021 sei es gelungen, für alle drei beteiligten A380-Fonds bestmögliche Resultate zu erzielen. Besonders hervorzuheben ist dabei der Fonds Flight Invest 49, bei dem die Investoren voraussichtlich eine Gesamtrendite von über 140 Prozent erreichen werden. Dieser Wert resultiert aus einer Kombination von Leasingzahlungen und der erfolgreichen Verwertung des Flugzeugs nach Vertragsende.

Verwertungsprozesse am Beispiel Singapore Airlines

Ein interessanter Kontrast zur Flottenstrategie von Emirates zeigt sich am Fall eines Flugzeugs aus dem Fonds Flight Invest 49, das zuvor an Singapore Airlines verleast war. Nach der Covid-19-Pandemie war diese Maschine im australischen Alice Springs geparkt worden. Im Gegensatz zu Emirates entschied sich die leasingnehmende Airline gegen eine Fortführung des Betriebs. Im Rahmen der Rückgabe zahlte Singapore Airlines alle ausstehenden Leasingraten bis zum offiziellen Vertragsende im August 2025 in einer Einmalzahlung an den Fonds.

Die anschließende Verwertung des Flugzeugs folgte einem in der Luftfahrt bewährten Muster: Die Triebwerke, die oft den wertvollsten Teil eines gebrauchten Flugzeugs darstellen, wurden direkt an Singapore Airlines verkauft. Die restlichen Komponenten und die Flugzeugzelle wurden Ende 2025 nach intensiven Verhandlungen an ein spezialisiertes australisches Unternehmen veräußert. Dieser Prozess der Zerlegung und des Einzelverkaufs von Komponenten, im Fachjargon Part-out genannt, ermöglicht oft höhere Gesamterlöse als der Verkauf des kompletten, gebrauchten Flugzeugs an einen neuen Betreiber, da Ersatzteile für den A380 aufgrund der begrenzten Anzahl weltweit fliegender Maschinen sehr gefragt sind.

Zukunftsperspektiven des Superjumbos

Die Entscheidung von Emirates, die Leasingverträge bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein zu verlängern, ist ein Alleinstellungsmerkmal in der aktuellen Luftfahrtlandschaft. Während Airlines wie Air France oder Lufthansa ihre A380-Flotten während der Pandemie teilweise oder vollständig stillgelegt hatten, sieht Emirates im A380 weiterhin das ideale Flugzeug für ihr Drehkreuz-Modell in Dubai. Die Fluggesellschaft investiert zudem massiv in die Modernisierung der Kabinen, um das Flugerlebnis auf dem Stand der neuesten Generationen zu halten.

Durch die nun gesicherte Verfügbarkeit der Maschinen bis 2030 beziehungsweise 2031 festigt Emirates ihre Marktführerschaft im Segment der Großraumflugzeuge. Branchenexperten beobachten genau, wie sich die Wartungskosten für den A380 in den kommenden Jahren entwickeln werden, da die globale Flotte altert und die Unterstützung durch den Hersteller Airbus zwar garantiert ist, aber keine neuen Maschinen mehr produziert werden. Die Kaufoptionen in den Verträgen mit Dr. Peters könnten hierbei ein strategischer Baustein sein, um durch den Zugriff auf Gebrauchtteile die Betriebskosten der eigenen Gesamtflotte zu stabilisieren.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Airbus A380 trotz seines Produktionsstopps ein wertvolles Asset im Portfolio internationaler Leasinggesellschaften bleibt, sofern er von finanzstarken und strategisch orientierten Airlines wie Emirates betrieben wird. Der Abschluss der Dr. Peters Group zeigt, dass mit fachkundigem Asset-Management auch in volatilen Marktphasen signifikante Renditen für Anleger erwirtschaftet werden können, während gleichzeitig die operative Zukunft dieses ikonischen Flugzeugtyps gesichert wird.

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