Airbus A380 (Foto: Flughafen München).
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Emirates verschärft den Ton im Ringen um Linienflüge nach Berlin und Stuttgart

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Die Debatte um den Marktzugang ausländischer Fluggesellschaften in Deutschland hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die in Dubai ansässige Fluggesellschaft Emirates erhöht den politischen und wirtschaftlichen Druck auf die Bundesregierung, um eine Ausweitung ihrer Verkehrsrechte für den Flughafen Berlin Brandenburg sowie für den Flughafen Stuttgart zu erzwingen.

Emirates-Präsident Tim Clark warf der Deutschen Lufthansa unfaire Wettbewerbsmethoden vor und kritisierte das Agieren der deutschen Fluglinie im Rahmen eines multinationalen Bündnisses scharf. Gleichzeitig erinnerte die Führung der Golf-Airline an eine historische, bislang jedoch nicht eingelöste Zusage der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, legte Emirates ein konkretes, millionenschweres Investitionsversprechen vor, das an die Erteilung der notwendigen behördlichen Genehmigungen geknüpft ist. Der anhaltende Protektionismus im deutschen Luftraum steht nach Ansicht von Marktbeobachtern im Widerspruch zu den Interessen der regionalen Wirtschaft, während die etablierten europäischen Carrier vor einer Marktverzerrung durch staatlich subventionierte Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten warnen.

Das finanzielle Investitionsversprechen und der geplante Flugplan für die Bundeshauptstadt

Um die Blockade im Bundesverkehrsministerium zu lösen, verknüpft Emirates seine Expansionspläne mit einer handfesten wirtschaftlichen Zusage. Die Fluggesellschaft erklärte sich bereit, jährlich mehr als 100 Millionen Euro in den Aufbau und den dauerhaften Betrieb täglicher Linienverbindungen nach Berlin und Stuttgart zu investieren. Diese Mittel würden direkt in die Betriebskosten, die Flughafengebühren, das Bodenpersonal und die lokale Vermarktung fließen. Tim Clark gab sich in einem Mediengespräch demonstrativ siegessicher und betonte die unnachgiebige Entschlossenheit seines Unternehmens, den Marktzugang in der deutschen Hauptstadt rechtlich und politisch durchzusetzen.

Die operationellen Planungen für die Route zwischen dem Drehkreuz Dubai International und dem Flughafen Berlin Brandenburg sind bereits weit fortgeschritten. Emirates beabsichtigt, die Strecke mit Großraumflugzeugen des Typs Boeing 777-300ER in einer Vier-Kabinen-Konfiguration zu bedienen, die neben der Economy und Premium Economy Class auch über eine Business Class sowie eine exklusive First Class verfügt. Der skizzierte Flugplan sieht einen morgendlichen Start in Dubai gegen 8:00 Uhr Ortszeit vor, sodass die Maschine im Winterflugplan zwischen 11:00 Uhr und 12:00 Uhr am BER landet, bevor unmittelbar danach der Rückflug in die Vereinigten Arabischen Emirate erfolgt. Laut Emirates existiert in Berlin ein stabiles und segmentsübergreifendes Passagierpotenzial, das gleichermaßen durch den diplomatischen Korps, internationale Geschäftsreisen und den klassischen Verwandtenbesuch gespeist wird.

Kritik am Status quo des Hauptstadtflughafens und das Verhältnis zum Wettbewerb

Die aktuelle Situation am Berliner Flughafen stellt sich aus Sicht der Golf-Airline als unzureichend für eine führende europäische Metropole dar. Tim Clark bemängelte bei seiner Anreise, dass das Vorfeld des BER fast ausschließlich von Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen mit nur einem Mittelgang, sogenannten Single-Aisle-Maschinen, dominiert wird. Im Vergleich zu den internationalen Luftfahrt-Drehkreuzen in Paris, London, Peking oder Sydney präsentiere sich Berlin in einer isolierten Position, da mit Ausnahme von Qatar Airways kaum eine namhafte Fluggesellschaft interkontinentale Langstreckenverbindungen von und nach Berlin anbietet.

Den katarischen Konkurrenten betrachtet die Führung von Emirates dabei nicht als Hindernis für den eigenen Markteintritt. Nach den Gesetzmäßigkeiten der Luftverkehrswirtschaft generiert ein erweitertes Angebot in der Regel eine zusätzliche Eigenachfrage, da Passagiere durch direktere Verbindungen und höheren Komfort von anderen Umsteigeflughäfen abgezogen werden. Der Berliner Markt sei groß genug, um mehrere Anbieter auf der Langstrecke wirtschaftlich erfolgreich zu tragen. Das Fernhalten internationaler Fluggesellschaften schwäche die Attraktivität des Standorts Berlin im globalen Netzwerkgefüge.

Die kartellrechtliche Kontroverse und der Vorwurf des politischen Protektionismus

Besonders scharf attackierte Clark die strategische Ausrichtung der Lufthansa, der er das Agieren innerhalb eines monopolartigen Star-Alliance-Kartells vorwarf. Durch die schrittweise Integration und Übernahme von Fluggesellschaften wie Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und zuletzt der italienischen ITA Airways habe der deutsche Konzern einen regulatorischen Schutzschild um seinen Heimatmarkt errichtet. Diese gebündelte Marketing- und Vertriebsmacht in Europa werde genutzt, um ausländische Wettbewerber gezielt zu verdrängen und die eigenen Drehkreuze in Frankfurt und München vor internationaler Konkurrenz zu schützen.

Die Argumentation der Lufthansa, wonach die Fluggesellschaften aus den Golfstaaten aufgrund staatlicher Subventionen und vorteilhafter heimischer Rahmenbedingungen einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil genießen, wies Clark entschieden zurück. Er forderte die Lufthansa auf, sich als börsennotiertes Unternehmen dem freien Markt zu stellen, anstatt bei staatlichen Stellen um protektionistische Maßnahmen zu bitten. In diesem Kontext kritisierte Emirates auch die Bundesregierung und stellte den volkswirtschaftlichen Nutzen infrage, den das Blockieren ausländischer Investitionen in einer Phase allgemeiner wirtschaftlicher Stagnation haben soll. Clark erinnerte an eine informelle Zusage von Altkanzlerin Angela Merkel, wonach Emirates mit der Fertigstellung und Eröffnung des BER dauerhafte Verkehrsrechte für Berlin erhalten sollte – ein Versprechen, dessen Einlösung bis heute verweigert wird.

Wirtschaftliche Potenziale in Baden-Württemberg und technologische Neuerungen

Neben der Bundeshauptstadt steht der Flughafen Stuttgart im Fokus der Expansionsstrategie von Emirates. Das Bundesland Baden-Württemberg gilt als einer der exportstärksten Wirtschaftsräume Europas, beherbergt zahlreiche globale Automobilhersteller, Maschinenbauer und mittelständische Weltmarktführer. Diese Unternehmen sind für ihre internationalen Lieferketten und Vertriebsaktivitäten auf direkte, verlässliche Langstreckenverbindungen angewiesen. Derzeit wird Stuttgart jedoch nur saisonal und mit kleinerem Fluggerät an das Drehkreuz in Dubai angebunden.

Emirates argumentiert, dass eine tägliche Großraumverbindung ab Stuttgart keine Passagierströme deutscher Fluggesellschaften kannibalisieren würde. Vielmehr schließe man eine bestehende logistische Lücke, da Emirates von Dubai aus über 50 Destinationen in Afrika, im Nahen Osten, in Südostasien und Australien bedient, die von keiner deutschen Fluggesellschaft direkt angeflogen werden. Unbeeinflusst von den aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hält die Airline an ihrem globalen Wachstumskurs fest. Um den Passagierkomfort weiter zu erhöhen, treibt das Unternehmen zudem den flottenweiten Rollout von kostenlosem Satelliteninternet über das Starlink-Netzwerk voran, um trotz anfänglicher Hardware-Engpässe eine lückenlose Breitbandversorgung an Bord zu gewährleisten. Die anstehenden rüstungs- und luftfahrtpolitischen Gespräche im Rahmen internationaler Messen wie der ILA werden zeigen, ob die Bundeswehr- und Regierungsstellen ihre restriktive Haltung bei den Luftverkehrsabkommen zugunsten regionaler Wirtschaftsinteressen modifizieren.

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