Am Samstag, den 28. Februar 2026, hat der Albrecht Dürer Airport Nürnberg eine umfangreiche Notfallübung durchgeführt, um die Einsatzbereitschaft und die Kooperation zwischen verschiedenen Rettungskräften zu überprüfen.
Im Mittelpunkt des Szenarios stand die Kollision eines Kleinflugzeugs mit einem Vorfeldbus auf einem Rollweg des Flughafengestells. Insgesamt waren rund 460 Personen an der Operation beteiligt, darunter 250 professionelle Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr, der Berufsfeuerwehr Nürnberg, mehrerer freiwilliger Feuerwehren sowie verschiedene Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und die Polizei. Unterstützt wurden sie von etwa 70 Statisten, die als realistisch geschminkte Verletzte fungierten, um eine authentische Unfallsituation zu erzeugen.
Die Übung dient der Erfüllung strenger internationaler und nationaler Sicherheitsvorgaben der europäischen Luftfahrtbehörde EASA und der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO), die regelmäßige Vollübungen in einem Turnus von zwei Jahren vorschreiben. Besonders im Fokus stand die Alarmierungskette sowie die medizinische Triage und Erstversorgung einer großen Anzahl von Verletzten durch das Klinikum Nürnberg. Beobachter wie Flughafengeschäftsführer Dr. Michael Hupe und BRK-Präsident Hans-Michael Weisky verfolgten das Geschehen vor Ort. Die Planung für diesen Tag nahm etwa neun Monate in Anspruch und war besonders herausfordernd, da der ursprüngliche Termin im November 2025 aufgrund eines echten Bombenfunds im Nürnberger Norden kurzfristig abgesagt werden musste.
Während der mehrstündigen Übung blieb der reguläre Flugverkehr am Airport Nürnberg vollständig unbeeinträchtigt. Die Passagiere wurden vorab über die digitalen Kanäle des Flughafens informiert, um Verunsicherungen durch das hohe Aufkommen an Rettungsfahrzeugen und Sondersignalen zu vermeiden. Unabhängige Schiedsrichter aus verschiedenen Organisationen begleiteten die Abläufe, um die Effizienz der Kommunikation zwischen dem Luftamt Nordbayern, der Einsatzleitung und den medizinischen Teams zu bewerten. Die detaillierte Auswertung der Ergebnisse wird in den kommenden Wochen erfolgen, um den bestehenden Notfallplan des Flughafens gegebenenfalls weiter zu optimieren.
Solche Übungen sind für die Zertifizierung von Verkehrsflughäfen essenziell und stellen sicher, dass die spezialisierte Technik der Flughafenfeuerwehr, wie die Großflughafenlöschfahrzeuge, im Zusammenspiel mit städtischen Einheiten reibungslos funktioniert. Der Flughafen Nürnberg unterstreicht mit dieser Maßnahme die Bedeutung einer lückenlosen Sicherheitsarchitektur im Luftverkehr. Neben der technischen Komponente wurde auch die psychosoziale Notfallversorgung für unverletzte Beteiligte und Angehörige geprobt, was ein fester Bestandteil moderner Krisenmanagement-Konzepte an internationalen Verkehrsknotenpunkten ist.