Mit dem Ferienstart in Nordrhein-Westfalen am 18. Juli 2026 stellt sich der Flughafen Köln/Bonn auf eine erhebliche Reisewelle ein. Für die kommenden sechseinhalb Wochen prognostiziert die Flughafengesellschaft ein Aufkommen von rund 1,8 Millionen Fluggästen.
Als verkehrsreichster Zeitraum wird das vierte Ferienwochenende Mitte August erwartet, wobei der 9. August mit kalkulierten 42.000 Passagieren als Spitzentag gilt. Insgesamt bedienen 26 Fluggesellschaften während der Sommermonate 115 internationale Ziele.
Thilo Schmid, Vorsitzender der Geschäftsführung, verwies auf ein erweitertes Flugangebot mit 14 zusätzlichen Destinationen im Vergleich zum Vorjahr. Die Rangliste der beliebtesten Reiseländer wird weiterhin von der Türkei und Spanien angeführt, gefolgt von Griechenland und Italien. Bei den Einzelzielen verzeichnen Antalya und Palma de Mallorca die stärkste Nachfrage, während im Bereich der Städtereisen Istanbul, London und Barcelona dominieren. Um den Passagierfluss in den Spitzenzeiten zu bewältigen, wurden in den Terminals neue Computertomographie-Scanner (CT-Scanner) an den Sicherheitskontrollen installiert, die eine schnellere Überprüfung des Handgepäcks ermöglichen sollen.
Trotz der angekündigten Modernisierungen im Kontrollbereich raten die Flughafenbetreiber und die Bundespolizei den Reisenden zu einer sorgfältigen Vorbereitung, um Verzögerungen im Betriebsablauf zu vermeiden. Empfohlen werden die Nutzung des Online-Check-ins, die Reduzierung des Handgepäcks sowie die Vorabreservierung von Parkplätzen und festen Zeitfenstern für die Sicherheitskontrolle. Die Bundespolizei warnt zudem vor den Konsequenzen unbeaufsichtigter Koffer. Herrenlose Gepäckstücke führen im Terminal regelmäßig zu polizeilichen Sperrmaßnahmen, die erhebliche Verzögerungen im Flugplan verursachen und für die Verursacher erhebliche Regressforderungen nach sich ziehen können.
Luftfahrtexperten betrachten das hohe Passagieraufkommen an Regionalflughäfen wie Köln/Bonn im Sommergeschäft mit einer gewissen Skepsis. Zwar deutet die steigende Nachfrage auf eine Erholung des touristischen Luftverkehrs hin, doch führen die extremen Ballungen an den Wochenenden regelmäßig zu einer Überlastung der operativen Infrastruktur. Der Erfolg der Abfertigung hängt maßgeblich davon ab, ob die Verträge mit den privaten Sicherheitsdienstleistern und Bodendiensten ausreichen, um Personalengpässe an den Check-in-Schaltern und Gepäckbändern zu verhindern, die in den vergangenen Jahren europaweit zu massiven Flugausfällen geführt hatten.