DHC Dash 8-400 (Foto: Jan Gruber).
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Ermittlungen gegen Skyalps: Wartungsmängel und Korruptionsvorwürfe belasten Südtiroler Fluggesellschaft

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Die Südtiroler Fluggesellschaft Skyalps steht derzeit im Mittelpunkt umfangreicher Ermittlungen der italienischen Justiz. Neben technischen Unregelmäßigkeiten bei der Wartung ihrer Flugzeuge rücken auch Vorwürfe der Korruption und Bauspekulation in den Fokus der Behörden. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Risiken in der regionalen Luftfahrtbranche.

Ende Februar 2025 führte die italienische Zivilluftfahrtbehörde ENAC eine außerordentliche Inspektion bei Skyalps durch. Dabei wurden erhebliche Mängel in den Wartungsdokumentationen festgestellt. Insbesondere wurden Wartungsarbeiten als durchgeführt zertifiziert, obwohl sie nicht stattgefunden hatten. Zudem gab es Hinweise auf den Einsatz veralteter oder fehlerhaft registrierter Bauteile. Diese Unregelmäßigkeiten führten dazu, daß sieben der acht De Havilland Canada DHC-8-400 Maschinen der Airline vorübergehend stillgelegt wurden.

Ein externer Techniker portugiesischer Nationalität geriet dabei ins Visier der Ermittler. Ihm wird vorgeworfen, über Monate hinweg nicht erbrachte Leistungen bescheinigt zu haben. Infolge dieser Erkenntnisse wurde ihm der Zutritt zu allen Flughäfen, an denen Skyalps operiert, untersagt.

Reaktion von Skyalps

Skyalps betonte in einer ersten Stellungnahme, daß der beschuldigte Techniker kein Mitarbeiter des Unternehmens sei. Geschäftsführer Josef Gostner erklärte, man arbeite eng mit den Behörden zusammen, um die Dokumentation richtigzustellen und die betroffenen Flugzeuge schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen.

Korruptions- und Bauspekulationsvorwürfe

Parallel zu den technischen Untersuchungen erschüttert ein weiterer Skandal die Region: Die Staatsanwaltschaft von Trient ermittelt gegen insgesamt 77 Personen wegen mutmaßlicher Korruption, Bauspekulation und krimineller Machenschaften. Unter den Verdächtigen befinden sich prominente Unternehmer, Beamte und öffentliche Verwalter.

Besonders brisant ist die Einbeziehung von Josef Gostner, dem Chef von Skyalps, und René Benko, einem der bekanntesten Immobilieninvestoren Europas. Die Ermittlungen werfen ein düsteres Licht auf ein angeblich über Jahre gewachsenes Netzwerk, das die Bauwirtschaft und öffentliche Verwaltung in Südtirol und dem Trentino unterwandert haben soll.

Flughafenerweiterung unter Verdacht

Ein zentraler Punkt der Vorwürfe betrifft die Erweiterung des Bozner Flughafens. Gostner, als Mehrheitseigentümer des Flughafens, soll mit Paolo Signoretti von der Heliopolis AG eine Abmachung getroffen haben, um die Prüfungen der italienischen Zivilluftfahrtbehörde ENAC zu manipulieren. Konkret wird behauptet, daß der tatsächliche Grundwasserspiegel verschleiert wurde, um die Genehmigung für die Landebahnerweiterung zu erhalten.

Neben den Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit Bauprojekten stehen auch Insiderhandel und private Bereicherung im Raum. Gostner wird beschuldigt, als Geschäftsführer von Alerion Clean Power vertrauliche Informationen an Familienmitglieder weitergegeben zu haben, die davon finanziell profitieren konnten.

Reaktionen und Ausblick

Die Enthüllungen haben in Südtirol und dem Trentino eine Welle der Empörung ausgelöst. Politiker und Institutionen fordern umfassende Aufklärung. Skyalps erklärte, daß diese Untersuchungen das Unternehmen nicht direkt betreffen und der Flugverkehr ohne Einschränkungen weitergeführt wird.

Es bleibt abzuwarten, welche juristischen Konsequenzen die Ermittlungen haben werden und inwieweit die mutmaßlichen kriminellen Netzwerke zerschlagen werden können. Der Skandal zeigt, wie tief Korruption in die Strukturen von Wirtschaft und Verwaltung eindringen kann. Für die betroffenen Regionen steht nicht nur das Vertrauen in die Politik, sondern auch die Reputation ihrer Wirtschaft auf dem Spiel.

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