Am 29. Dezember 2024 ereignete sich in Südkorea eine Tragödie, als ein Flugzeug der südkoreanischen Fluggesellschaft Jeju Air bei einem Notlandungsversuch auf dem Muan International Airport abstürzte. Bei dem Unglück kamen 179 der 181 Insassen ums Leben. Die Ermittlungen zu den Ursachen des Absturzes haben nun neue Hinweise geliefert: Vogelfedern und Blutflecken in den Triebwerken des Flugzeugs deuten auf einen möglichen Vogelschlag als eine der Ursachen des Unglücks hin. Diese Entdeckung wirft neue Fragen auf und verstärkt die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Absturzes.
Der Flug 2216 von Jeju Air war am 29. Dezember 2024 von Bangkok aus gestartet und befand sich auf dem Weg nach Muan, als es zu einer dramatischen Situation kam. Beim Anflug auf den Muan International Airport, einem der regionalen Flughäfen in Südkorea, gelang es dem Flugzeug nicht, das Fahrwerk auszufahren, was zu einer Notlandung führte. In der Folge prallte die Boeing 737 gegen einen Betonhügel, auf dem sich die Antenne der Landehilfe befand, und geriet nach dem Aufprall in Brand.
Der Unglücksort war für die Rettungskräfte von jeher schwierig zu erreichen, was die Rettungsoperationen erschwerte. Zwei Flugbegleiter überlebten den Unfall, während 179 Menschen ums Leben kamen. Die Tragödie zog internationale Aufmerksamkeit auf sich und warf Fragen zu den Sicherheitsmaßnahmen auf, die am Flughafen und an Bord des Flugzeugs hätten greifen müssen.
Die Ermittlungen und neue Hinweise
Am 16. Januar 2025 gaben südkoreanische Ermittler neue Informationen bekannt. In den Triebwerken des abgestürzten Flugzeugs wurden Federn und Blutflecken gefunden. Dies ist ein entscheidender Hinweis, da es auf einen Vogelschlag hindeutet. Die südkoreanische Nationale Behörde für biologische Ressourcen (NBRA) bestätigte, dass insgesamt 17 Proben, darunter Federn und Blutflecken, in den Triebwerken des Flugzeugs entdeckt wurden. Die Ermittler sind nun dabei, genau zu untersuchen, welche Vogelarten beteiligt waren und wie diese in die Triebwerke gelangt sind.
Der Vogelschlag könnte eine wesentliche Rolle im Absturz gespielt haben, da er zu einer Störung der Triebwerksleistung geführt haben könnte. Das Korea Aviation Accident Investigation Board (KAAIB) erklärte, dass ein Vogelschlag als eine der wahrscheinlichsten Ursachen des Unglücks in Betracht gezogen werde. Dennoch laufen weitere Untersuchungen, um genauere Erkenntnisse zu gewinnen.
Ein weiterer Hinweis auf den möglichen Vogelschlag kam durch die Aussagen des Leiters der Kommission zur Untersuchung von Unfällen im Luft- und Schienenverkehr (ARAIC), Lee Seung-yeol, der berichtete, dass Federn beim Ausgraben des Bodenmaterials, das in die Triebwerke eingedrungen war, gefunden wurden. Er erklärte weiter, dass die genaue Analyse der Triebwerke weiterhin im Gange sei, um zu ermitteln, wie genau der Vogelschlag den Unfall verursacht haben könnte.
Weitere Faktoren im Fokus
Die Ermittler konzentrieren sich jedoch nicht nur auf den Vogelschlag als Ursache. Weitere Faktoren, die zum Absturz beigetragen haben könnten, werden ebenfalls untersucht. Dazu gehören technische Probleme mit dem Fahrwerk des Flugzeugs sowie mögliche Mängel an den Landehilfen des Flughafens. Das Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr (MOLIT) hat bereits die Strukturen der Landehilfen auf anderen südkoreanischen Flughäfen überprüft, nachdem bei der Untersuchung des Unglücks die Betonstruktur der Landehilfe als potenzielles Sicherheitsrisiko identifiziert wurde. Sie wurde beim Absturz als Hindernis für die Landung des Flugzeugs verantwortlich gemacht.
Die Überprüfung der Landehilfen in Südkorea hat gezeigt, dass sieben der 14 bisher untersuchten Flughäfen Betonstrukturen aufweisen, die denen am Muan International Airport ähneln. Das Ministerium hat angekündigt, zwischen dem 13. und 21. Januar 2025 eine spezielle Sicherheitsinspektion der wichtigsten Flughafeneinrichtungen durchzuführen, um potenzielle Sicherheitslücken zu identifizieren und zu schließen. Auf dieser Grundlage sollen umfassende Sicherheitsmaßnahmen entwickelt werden, die bis zum Ende des Jahres 2025 abgeschlossen sein sollen.
Die Blackbox und fehlende Aufzeichnungen
Ein weiterer interessanter Aspekt der Ermittlungen betrifft die Flugdatenschreiber (FDR) und den Cockpit-Voice-Recorder (CVR) des Flugzeugs. Diese Geräte zeichneten die letzten Minuten vor dem Absturz auf, jedoch nur bis etwa vier Minuten vor dem Aufprall. Die Aufzeichnungen der Blackbox endeten um 08:59 Uhr, der Absturz ereignete sich jedoch um 09:03 Uhr. Die fehlenden letzten Minuten könnten entscheidende Informationen darüber liefern, was während des kritischen Moments der Notlandung geschah.
Es wird vermutet, dass der plötzliche Verlust der Aufzeichnungen mit dem Einschlag des Flugzeugs auf die Flughafenböschung zusammenhängt, was die technische Auswertung der Blackbox erschwert. Die Ermittler werden weiterhin versuchen, die verbleibenden Daten aus den Aufzeichnungen zu extrahieren, um ein vollständiges Bild der Ereignisse zu erhalten.
Die Untersuchung geht weiter
Die Tragödie des Absturzes von Jeju Air bleibt eine der größten Katastrophen in der südkoreanischen Luftfahrtgeschichte. Die Ermittlungen haben bereits wichtige Hinweise auf die Ursachen geliefert, aber die genauen Umstände des Unglücks werden noch umfassend untersucht.
Der Vogelschlag als mögliche Ursache hat neue Dimensionen eröffnet, und weitere Faktoren wie das defekte Fahrwerk und die Landehilfe-Strukturen werden ebenfalls kritisch betrachtet. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um die genauen Ursachen des Absturzes zu ermitteln und zukünftige Unfälle dieser Art zu verhindern.