Wiener Westbahnhof (Foto: Jan Gruber).
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Erneute Sperrung der Westbahnstrecke Wien – St. Pölten für Reparaturarbeiten nach Unwetter

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Die „neue“ Westbahnstrecke zwischen Wien und St. Pölten ist seit Montag, dem 12. Mai, bis zum 5. Juni erneut für 25 Tage gesperrt. Grund dafür sind Reparaturarbeiten und der Rückbau von Provisorien, die nach der Unwetterkatastrophe im September 2024 notwendig wurden.

Betroffen sind der Abschnitt mit dem Atzenbrugger und dem Lainzer Tunnel sowie der Bahnhof Tullnerfeld. Während der Sperrung wird der gesamte Zugverkehr auf die „alte“ Westbahnstrecke durch den Wienerwald umgeleitet, was zu einer Verlängerung der Fahrzeit in den Westen und zurück um etwa 30 Minuten führt.

Umfangreiche Arbeiten in Tunneln und am Bahnhof Tullnerfeld

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hatten die Strecke durch das Tullnerfeld nach einer dreimonatigen Sperre am 15. Dezember 2024 wieder freigegeben. Dies war durch den Einsatz von Material aus österreichweiten Ersatzteillagern und provisorischen Lösungen möglich geworden. Nun werden diese Provisorien, insbesondere im stark beschädigten Atzenbrugger Tunnel, zurückgebaut und durch neue Komponenten ersetzt. Zudem werden mobile Hochwasserschutzelemente installiert und auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet. Im unterspülten Bereich nahe der Perschling erfolgt eine Erneuerung des Unter- und Oberbaus der Weststrecke. Auch der stark in Mitleidenschaft gezogene Bahnhof Tullnerfeld wird hochwassersicher gemacht, indem beispielsweise Leitungen und Verteiler der Haustechnik höher gesetzt werden. Die Sperrung wird zudem genutzt, um die Bahnsteige am Bahnhof Tullnerfeld zu verlängern.

Im Lainzer Tunnel, der vom Jahrhunderthochwasser am Wienfluß betroffen war, werden Arbeiten durchgeführt, die während des laufenden Betriebs nicht möglich sind. Dazu gehören die Abdichtung von Kabeldurchführungen und die Erneuerung sicherheitstechnischer Anlagen. Elemente der Stromversorgung, wie Verteilerkästen, werden entlang der Wände in höhere Positionen verlegt. In der Weichenhalle Hadersdorf werden Oberbau, Weichen und Gleise ausgetauscht. Darüber hinaus wird die Tunnelfunkanlage modernisiert und erweitert.

Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr erwartet

Die ÖBB weisen darauf hin, daß es während der Sperrung zu „Einschränkungen im Fern- und Nahverkehr“ kommen wird. Im Fernverkehr soll die Anzahl der Zugverbindungen weitgehend gleich bleiben. Die Railjets der Weststrecke werden größtenteils weiterhin direkt über Wien Hauptbahnhof zum und vom Flughafen Wien verkehren. Direktverbindungen auf der Südstrecke von Graz Hauptbahnhof zum Flughafen Schwechat können jedoch vorübergehend nicht angeboten werden.

Besonders betroffen vom Fahrplanwechsel ist der Nahverkehr westlich von Wien und innerhalb Wiens. Hier kommt es zu teilweisen Neuordnungen der Verbindungen. Die Umleitung von Fern- und Güterverkehr über Ausweichstrecken wie die alte Weststrecke, die Tullnerfelderbahn und die Verbindungsbahn macht Einschränkungen „leider unvermeidlich“. Trotz begrenzter Streckenverfügbarkeit wollen die ÖBB so viele Verbindungen wie möglich anbieten. Dennoch werden „große Auswirkungen auf den Nahverkehr in der Ostregion“ erwartet. Auf den Linien S80, S50, CJX5, REX50, REX51, R40, S40 und S4 kommt es zu Fahrplanänderungen, Zugausfällen und teilweise zu Schienenersatzverkehr (SEV), der durch ein Farbleitsystem gekennzeichnet ist. Fahrgäste der S80, S50 und REX50 können auf Teilstrecken das Angebot der Wiener Linien (U-Bahn U3, U4, U6 und Straßenbahnlinien 6, 18) nutzen, wo ÖBB-Tickets anerkannt werden.

Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betonte die Bedeutung der Westbahnstrecke als „zentrale Lebensader des öffentlichen Verkehrs in der Ostregion“ und forderte „verlässliche und angemessene Alternativen“ für die Pendler. Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ) sprach davon, daß die Sperre Pendler und Schüler „mit voller Wucht“ treffe und forderte klare und verlässliche Fahrgastinformationen sowie ausreichende Ersatzkapazitäten und Pünktlichkeit im Baustellenfahrplan, um chaotische Zustände wie im vergangenen Jahr zu vermeiden.

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