Einem Passagier der Fluggesellschaft American Airlines wurde kürzlich auf einem Flug von Hawaii nach Phoenix, Arizona, erhebliche Unannehmlichkeiten bereitet, als sein für seine Mobilität unerlässlicher Rollstuhl nicht am Zielflughafen ankam. Dieser Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Reisende mit Behinderungen im Luftverkehr trotz zahlreicher Bemühungen der Branche immer noch konfrontiert sind. Der Fall ereignete sich nur kurze Zeit, nachdem die gleiche Fluggesellschaft vom US-Verkehrsministerium wegen wiederholter Verstöße gegen die Rechte von Passagieren mit eingeschränkter Mobilität zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden war.
Sam Shivers, ein Einwohner von Tucson, Arizona, der von der Brust abwärts gelähmt ist, befand sich am 26. März auf dem Rückweg von einer Reise nach Hawaii. Nach seiner Landung am Phoenix Sky Harbor International Airport musste er jedoch feststellen, dass sein Rollstuhl nicht mit dem Flugzeug transportiert worden war. Für Shivers, der auf seinen Rollstuhl angewiesen ist, um sich fortzubewegen, war diese Situation nach eigenen Angaben erschütternd. Ohne seinen Rollstuhl sei es, als hätte er keine Beine und könne sich nicht bewegen. Er beschrieb sein Gefühl in diesem Moment als fast unerträglich und fragte sich verzweifelt, was er tun solle, da er nicht laufen könne.
Shivers gab an, seinen Rollstuhl vor dem Boarding in Hawaii am Flugsteig aufgegeben und darauf vertraut zu haben, dass dieser mit ihm nach Hause gelangen würde. Die Mitarbeiter der Fluggesellschaft am Flughafen in Phoenix seien zwar hilfsbereit und verständnisvoll gewesen, hätten aber in der Situation kaum weiterhelfen können. American Airlines bot Shivers und seiner Frau eine Hotelunterkunft an, doch die Vorstellung, sich ohne Rollstuhl im Hotel zu bewegen, erschien ihnen unzumutbar. Schließlich entschieden sie sich, mit einem Transportstuhl des Flughafens, der Shivers zum bereitgestellten Transporter brachte, nach Tucson zurückzufahren, wo er einen Ersatzrollstuhl besitzt.
Der vermisste Rollstuhl von Herrn Shivers wurde schließlich acht Stunden nach seiner Landung in Phoenix nachgeliefert. American Airlines bot ihm als Entschädigung Flugpunkte an, doch das gesamte Erlebnis hinterließ bei ihm einen bitteren Nachgeschmack. Shivers vermutet, dass sein Rollstuhl entgegen der ursprünglichen Planung nicht nach Phoenix, sondern nach Los Angeles geflogen wurde. Er hegt den Verdacht, dass dies keine versehentliche Fehlleitung war, sondern eine bewusste Entscheidung der Fluggesellschaft, da neben seinem Rollstuhl auch ein weiterer Rollstuhl und ein Kinderwagen nicht in das Flugzeug gepasst hätten. Shivers merkte an, dass er im Falle von Gewichtsproblemen bereit gewesen wäre, eines seiner Gepäckstücke gegen seinen Rollstuhl einzutauschen.
Dieser Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer bereits erfolgten massiven Bestrafung von American Airlines durch das US-Verkehrsministerium. Im vergangenen Jahr wurde die Fluggesellschaft zu einer Geldstrafe von 50 Millionen Dollar verurteilt, nachdem eine Untersuchung zahlreiche schwerwiegende Verstöße gegen Gesetze zum Schutz von Fluggästen mit eingeschränkter Mobilität zwischen 2019 und 2023 aufgedeckt hatte. Die Untersuchung umfasste Fälle von unsicherer körperlicher Unterstützung, unwürdiger Behandlung von Rollstuhlfahrern und wiederholten Versäumnissen bei der rechtzeitigen Bereitstellung von Rollstuhlhilfe. Zudem wurde festgestellt, dass die Fluggesellschaft tausende von Rollstühlen falsch behandelte, indem sie diese beschädigte oder deren Rückgabe verzögerte.
Die Richtlinien des US-Verkehrsministeriums legen klar fest, dass Rollstühle zu den als Hilfsmittel geltenden Geräten gehören, die Fluggesellschaften ohne zusätzliche Kosten als Fracht befördern müssen, wenn sie zu groß für die Kabine sind. Diese Richtlinien sollen sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen ihre Mobilitätshilfen problemlos auf Flugreisen mitnehmen können. Der Fall von Herrn Shivers zeigt jedoch, dass die Einhaltung dieser Richtlinien in der Praxis offenbar nicht immer gewährleistet ist und weiterhin erhebliche Unannehmlichkeiten für betroffene Passagiere entstehen können. Shivers hat sich mit seinem Fall an das US-Verkehrsministerium gewandt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und möglicherweise eine Überprüfung der Abläufe bei American Airlines zu erwirken.