Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifstreit mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) für den 20. und 21. März 2025 zu einem weiteren Warnstreik aufgerufen. Fahrgäste müssen sich an diesen Tagen auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Bereits Ende Februar legte ein 48-stündiger Streik große Teile des öffentlichen Verkehrs in Berlin lahm. Auch diesmal sollen nahezu alle Busse, Straßen- und U-Bahnen nicht fahren.
Von dem Arbeitskampf ausgenommen sind wie zuvor der S-Bahn- und Regionalverkehr. Dennoch wird mit überlasteten Straßen sowie einer verstärkten Nachfrage nach Alternativen wie Taxis oder Sharingdiensten gerechnet. Einige Buslinien, darunter die Linien 106, 118 und mehrere Nachtbusse, sind ebenfalls nicht betroffen oder verkehren eingeschränkt. Die BVG kritisierte den erneuten Streikaufruf scharf und prüft rechtliche Schritte wegen der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen.
Kern des Konflikts ist die Forderung von Verdi nach 750 Euro mehr Gehalt pro Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die BVG bot zuletzt eine Erhöhung um 375 Euro, jedoch bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Weitere Streitpunkte betreffen Zulagen für bestimmte Schichtmodelle, flexiblere Arbeitszeiten und ein höheres Weihnachtsgeld. Nach dem gescheiterten Abschluss der fünften Verhandlungsrunde erhöht Verdi mit dem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeberseite.
Sollte auch die nächste Verhandlungsrunde am 21. März 2025 keine Einigung bringen, droht eine weitere Eskalation. Verdi hat in diesem Fall eine Urabstimmung über unbefristete Streiks angekündigt. Für einen solchen Arbeitskampf wäre die Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder erforderlich. Der bisher längste BVG-Streik dauerte 48 Stunden – unbefristete Ausstände könnten den öffentlichen Nahverkehr in Berlin jedoch für deutlich längere Zeit lahmlegen.