Langanhaltende Trockenheit und extreme Sommertemperaturen im Jahr 2026 haben in der österreichischen Landwirtschaft zu spürbaren Ertragseinbußen bei der Herbsternte geführt.
Bei der Obsternte liegt das Minus bundesweit bei rund einem Drittel, während im steirischen Hauptanbaugebiet die Apfelerträge um rund 35 Prozent zurückgingen. In Teilen Ober- und Niederösterreichs fielen die Verluste im Obstbau regional noch höher aus. Bedingt durch den Wassermangel fielen die Früchte zwar meist kleiner aus als in Vorjahren, weisen jedoch aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung und geringeren Wasseeinlagerung eine höhere Zucker- und Aromakonzentration auf.
Besonders stark betroffen ist der Erdfrucht- und Gemüseanbau. Die österreichische Erdäpfelernte brach nach offiziellen Schätzungen um rund 42 Prozent ein, was in einzelnen Regionen ohne künstliche Bewässerung Ernteausfälle von bis zu 70 Prozent bedeutete. Neben fehlenden Niederschlägen führte der anhaltende Drahtwurmbefall zu zusätzlichen Qualitätseinbußen und Ausschussquoten auf den Feldern. Bei Kürbissen wiesen unbewässerte Flächen ebenfalls deutlich kleinere Fruchtgrößen und verringerte Stückzahlen auf.
Die geringeren Erntemengen sowie der zusätzliche Aufwand für die Feldbewässerung schlagen sich direkt in der Preisgestaltung des Handels nieder. Eine Auswertung des Online-Händlers Gurkerl für den Großraum Wien zeigt bei Birnen einen Preisanstieg von etwa 32 Prozent und bei Kürbissen um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz der gestiegenen Erzeuger- und Verkaufspreise verzeichnen heimische Produkte weiterhin eine hohe Nachfrage bei Verbrauchern. Da die heimischen Lagermengen bei Erdäpfeln und Kernobst heuer jedoch früher erschöpft sein dürften, wird im Laufe des Winters ein verfrühter Rückgriff auf Importware erwartet.