Foto: Flughafen Brüssel.
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Erprobung autonomer Frachtschlepper: Testlauf am Flughafen Brüssel

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Am Flughafen Brüssel hat eine Testphase für den Einsatz eines autonomen, elektrisch betriebenen Fährtraktors im Frachtbereich begonnen.

Die Erprobung erfolgt im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Initiativprogramms Stargate, bei dem der belgische Hauptstadtdenkmal-Flughafen die Konsortialführung innehat. Das Erprobungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem Frachthandlingdienstleister Worldwide Flight Services (WFS) sowie der Betreibergesellschaft Charlatte Autonom durchgeführt, einem Zusammenschluss der Unternehmen Charlatte Manutention und Navya Mobility. Ziel des Vorhabens ist es, die Praxistauglichkeit fahrerloser Transportsysteme auf den Vorfeldern und in den Logistikzonen unter realen Betriebsbedingungen zu überprüfen.

Der im Test befindliche Fährtraktor verkehrt auf vier fest vordefinierten Routen zwischen den Frachthallen und den Abstellpositionen der Frachtflugzeuge. Zur Orientierung in den komplexen Verkehrszonen nutzt das Fahrzeug ein System aus Satellitennavigation, Lasersensoren und der Fahrautomatik-Software von Navya Mobility. Die Höchstgeschwindigkeit des Schleppers im automatisierten Betrieb ist auf 12 Kilometer pro Stunde begrenzt, wobei die Maschine bis zu vier beladene Frachtanhänger ziehen kann. Um den Vorgaben der EG-Maschinenrichtlinie zu entsprechen und die Sicherheit auf dem Vorfeld zu gewährleisten, begleitet ein geschulter Bediener das Fahrzeug auf allen Fahrten, um im Bedarfsfall manuell einzugreifen.

Das Projekt soll Aufschluss darüber geben, ob und wie der Einsatz fahrerloser Transportmittel die Abwicklungsprozesse im Frachtbereich zeitlich und organisatorisch optimieren kann. Nach Einschätzung von Branchenanalysten stehen automatisierte Technologien auf Flughafengeländen jedoch vor erheblichen Hürden: Das unvorhersehbare Verhalten im Mischverkehr mit anderen Vorfeldfahrzeugen, widrige Witterungsbedingungen sowie strenge behördliche Sicherheitsauflagen erschweren den Übergang von Pilotprojekten zum Regelbetrieb ohne Begleitpersonal.

Die Ergebnisse der Versuchsreihe in Brüssel sollen im Nachgang ausgewertet und den 22 Partnern des europäischen Stargate-Konsortiums zur Verfügung gestellt werden. Die Partner streben an, Voraussetzungen für eine eventuelle Skalierbarkeit automatisierter Logistiklösungen an weiteren europäischen Flughäfen zu definieren. Ob und wann die Technologie ohne Sicherheitsperson an Bord im regulären Schichtbetrieb eingesetzt werden kann, bleibt von künftigen Anpassungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und der technischen Verlässlichkeit abhängig.

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