Boeing 787-9 Simulator (Foto: Jan Gruber).
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Erster Langstreckensimulator für die Boeing 787-9 in Wien eröffnet

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Ein bedeutender Meilenstein für das Flugtraining in Österreich: Lufthansa Aviation Training (LAT) hat am 30. Januar 2025 in Wien einen neuen Full Flight Simulator (FFS) für die Boeing 787-9 Dreamliner in Betrieb genommen. Der hochmoderne Simulator ist der erste Langstreckensimulator am Wiener Standort und soll das Pilotentraining von Austrian Airlines mit der neuesten Technologie unterstützen. Die Inbetriebnahme des Simulators markiert einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des Flugtrainings der Lufthansa Group und zeigt die enge Zusammenarbeit zwischen LAT und der österreichischen Fluggesellschaft.

Der neue CAE 7000XR Simulator entspricht den höchsten Zertifizierungsstandards (Level D) und bietet eine realistische Nachbildung der Boeing 787-9. Mit dieser Technologie können sämtliche Flugbedingungen des Langstreckenflugzeugs abgebildet und praxisnah trainiert werden. Der Simulator ermöglicht den Piloten von Austrian Airlines, aber auch anderen Kunden der LAT, realitätsgetreue Trainingseinheiten durchzuführen, die alle notwendigen Szenarien von Langstreckenflügen umfassen.

„Die Inbetriebnahme des 787 Full Flight Simulators am Flughafen in Wien ist ein bedeutender Schritt, um Austrian Airlines an ihrer Heimatbasis ein Training auf höchstem Niveau zu ermöglichen“, erklärte Matthias Spohr, Geschäftsführer von Lufthansa Aviation Training, während der Eröffnungsfeier. „Mit dieser Expansion im Bereich des Pilotentrainings setzen wir unseren strategischen Ansatz fort, optimal auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen und ihnen erstklassige Trainingsmöglichkeiten zu bieten.“

Planung und Auswahl des Simulators

Die Planung des neuen Langstreckensimulators begann Mitte 2023. In enger Zusammenarbeit zwischen Lufthansa Aviation Training und Austrian Airlines wurde zunächst die Auswahl eines geeigneten Herstellers getroffen. Nach einer intensiven Evaluierungsphase fiel die Wahl auf den kanadischen Simulatorhersteller CAE, der mit dem 7000XR Modell die neuesten Standards der Simulatortechnologie anbot. Im Herbst 2023 startete der Prozess der Anpassung des Simulators an die spezifischen Anforderungen von Austrian Airlines.

Der Abnahmeprozess des Simulators begann im Juli 2024 in Montreal, wo Techniker von LAT und ein Pilot von Austrian Airlines den Simulator intensiv prüften. In den darauffolgenden Monaten wurden umfangreiche Tests durchgeführt, und die finale Abnahme erfolgte zwischen September und Dezember 2024. Die Installation des Simulators in Wien fand im gleichen Zeitraum statt, gefolgt von einer Reihe von Testflügen, um die Funktionalität zu gewährleisten.

Vorteile für das Pilotentraining und die Einsatzplanung

Der neue Simulator wird nicht nur die Ausbildung neuer Piloten auf der Boeing 787-9 optimieren, sondern auch die Effizienz im laufenden Betrieb steigern. „Für uns als Austrian Airlines bringt der Simulator am Standort Wien enorme Vorteile“, erklärte Francesco Sciortino, COO von Austrian Airlines. „Der Simulator ermöglicht eine flexible Gestaltung unserer Trainingsabläufe und reduziert gleichzeitig die Komplexität der Schulungen. Unsere Piloten müssen nicht mehr zu anderen Simulator-Standorten reisen, um ihre Schulungseinheiten durchzuführen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten.“

Die Boeing 787-9 ist seit Juni 2024 Teil der Langstreckenflotte von Austrian Airlines, und bis Ende 2028 sollen weitere neun Dreamliner das bisher eingesetzte Fluggerät vom Typ Boeing 777 und 767 ersetzen. Der neue Simulator trägt dazu bei, die Trainingskosten für die Piloten der Fluggesellschaft deutlich zu senken und gleichzeitig die Ausbildungszeiten für die Crews zu verkürzen.

Optimierung der Einsatzplanung und der Reisezeiten

Neben den Vorteilen für das Pilotentraining bietet der neue Simulator auch operative Vorteile. Durch den Standort in Wien können die Einsatzzeiten der Cockpit-Crews effizienter geplant werden. Die Piloten von Austrian Airlines werden in der Lage sein, Trainingsflüge ohne lange Reisezeiten zu absolvieren, was nicht nur die Einsatzplanung optimiert, sondern auch den Personalaufwand reduziert.

„Mit diesem Simulator können wir nicht nur die Effizienz unseres Trainings weiter steigern, sondern auch die Einsatzplanung für unsere Crews erheblich verbessern. Das wird langfristig dazu beitragen, die gesamten Betriebskosten zu senken“, erklärte Sciortino weiter. Der Standort Wien, der nun mit einem der modernsten Langstreckensimulatoren ausgestattet ist, wird somit zu einem noch zentraleren Punkt in der Ausbildungsstrategie von Austrian Airlines.

Eröffnungsfeier und offizielle Einweihung

Am 30. Januar 2025 wurde der Simulator offiziell im Trainingszentrum von Lufthansa Aviation Training in Wien eingeweiht. Bei der feierlichen Eröffnung waren neben den Vertretern von LAT und Austrian Airlines auch zahlreiche Gäste aus der Luftfahrtbranche anwesend. Matthias Spohr und Francesco Sciortino hielten die Eröffnungsreden und betonten die Bedeutung des Projekts für die Qualität des Trainings und die Effizienz des Flugbetriebs.

Der neue Simulator wird künftig nicht nur für die Ausbildung der eigenen Piloten von Austrian Airlines genutzt, sondern steht auch anderen Kunden von Lufthansa Aviation Training zur Verfügung, die Langstreckenflüge mit der Boeing 787-9 durchführen. Damit wird der Standort Wien weiter als bedeutender Trainingsort in der Lufthansa Group und für die internationale Luftfahrtindustrie gestärkt.

Zukunftsperspektiven und Weiterentwicklungen

Die Erweiterung der Simulatorflotte ist Teil einer langfristigen Strategie von Lufthansa Aviation Training, die Ausbildungsressourcen kontinuierlich zu verbessern und auf die neuesten technologischen Entwicklungen anzupassen. In den kommenden Jahren ist mit weiteren Investitionen in moderne Simulatoren und Trainingssysteme zu rechnen, um den wachsenden Anforderungen des globalen Luftverkehrs gerecht zu werden.

Der neue Boeing 787-9 Simulator in Wien stellt einen wichtigen Baustein in dieser Entwicklung dar und trägt zur hohen Qualität und Effizienz im Pilotentraining bei, was nicht nur für Austrian Airlines, sondern auch für die gesamte Lufthansa Group von entscheidender Bedeutung ist.

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3 Comments

  • Gruber Klaus , 5. Februar 2025 @ 16:39

    Frage an die Experten: Was ist der Unterschied zwischen einen Langstrecken- und einem normalen Simulator? Danke für die Antwort

    • Jan Gruber , 5. Februar 2025 @ 17:06

      Der Unterschied ist, dass dieser Full Flight Simulator für Boeing 787-9 und damit der erste in AT für ein Langstreckenmuster. Links daneben steht ein Simulator für Embraer 190, also ein Muster, das vorwiegend auf der Kurzstrecke geflogen wird. Es geht rein um den Maschinentyp. B777 und B767 trainieren die AUA Piloten in ZRH bzw FRA, weil es in VIE keinen Sim dafür gibt.

  • G , 6. Februar 2025 @ 17:05

    Danke für die Antwort

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