Die deutsche Regionalfluggesellschaft German Airways hat den Kauf und die Finanzierung von fünf Passagierflugzeugen des Typs Embraer E190 planmäßig vollzogen.
Wie aus einer Veröffentlichung der Muttergesellschaft Kolibri Beteiligung GmbH hervorgeht, wurde die Transaktion über einen auf die Luftfahrtbranche spezialisierten Finanzierungspartner zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Mit diesem Schritt löst das Unternehmen vereinbarte Kaufoptionen aus bestehenden Leasingverträgen ein und überführt die Maschinen schrittweise in das eigene Anlagevermögen.
Die Flotte der Fluggesellschaft setzt sich derzeit ausschließlich aus Maschinen des Typs Embraer E190 zusammen. Die Geschäftsführung, bestehend aus Wolfram Simon-Schröter und Maren Wolters, hatte die schrittweise Umstellung der Flottenstruktur bereits zu Jahresbeginn angekündigt. Nach dem Vollzug des aktuellen Fünf-Maschinen-Pakets plant die Gesellschaft, im Laufe des Jahres 2027 auch die verbleibenden drei geleasten Flugzeuge im Rahmen von Optionen zu erwerben. Im Juni 2026 hatte die Regionalfluggesellschaft ihre Gesamtkapazität zudem durch die Einflottung eines neunten Flugzeugs desselben Typs aufgestockt.
German Airways ist primär im sogenannten Wet-Lease-Geschäft sowie im Charterverkehr tätig und vermietet Flugzeuge samt Besatzung an andere europäische Fluggesellschaften. Der Übergang vom Leasing zum Eigentum verringert für die Fluggesellschaft die monatlichen Mietaufwendungen und sichert den Zugriff auf die Flottenkapazitäten ab. Allerdings bedeutet der Eigentumserwerb auch eine langfristige Bindung von Kapital und überträgt das finanzielle Risiko des Restwerts der Gebrauchtmaschinen auf das Unternehmen.
Luftfahrtexperten bewerten die Konsolidierung auf einen einzigen Flugzeugtyp als betriebswirtschaftlich zweckmäßig, da dies die Kosten für Wartung, Ersatzteilhaltung und Personalschulung begrenzt. Dennoch bleibt die Gesellschaft von der Nachfrage im Markt für Kapazitätsausgleiche anderer Airlines abhängig. Das Geschäftsmodell erfordert eine hohe Auslastung der Maschinen im Auftrag Dritter, um die aufgenommenen Finanzierungskosten für den Kauf der Flotte am Markt nachhaltig einzuspielen.