Flagge des Iran (Foto: Pixabay).
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Eskalation im Iran: Luftverkehr wird wegen massiver Unruhen großräumig umgeleitet

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Die anhaltenden gewaltsamen Auseinandersetzungen im Iran führen zu massiven Einschränkungen im internationalen Flugverkehr. Angesichts der blutigen Niederschlagung von Protesten gegen das Regime von Staatsoberhaupt Ali Khamenei haben führende europäische Fluggesellschaften ihre Strategie für die Region angepasst.

Die Lufthansa Group hat entschieden, den iranischen Luftraum bis auf Weiteres vollständig zu meiden. Dies betrifft nicht nur die Einstellung der Linienflüge nach Teheran, die zuletzt noch durch die Tochtergesellschaft Austrian Airlines bedient wurden, sondern auch zahlreiche Überflüge auf Routen nach Asien. So werden Langstreckenverbindungen, wie etwa die Strecke von München nach Bangalore, aktuell weiträumig um den iranischen Luftraum herumgeführt, um jegliches Sicherheitsrisiko für Passagiere und Besatzungen auszuschließen.

Die Entscheidung der Airlines erfolgt vor dem Hintergrund einer dramatischen Sicherheitslage am Boden. Berichte der Human Rights Activist News Agency (HRANA) und anderer Beobachter deuten darauf hin, dass die Zahl der Todesopfer unter den Demonstranten bereits in die Hunderte, nach einigen Schätzungen sogar in den vierstelligen Bereich gestiegen ist. Da das Regime Internet- und Telefonverbindungen weitgehend gekappt hat, erschwert sich die Informationsbeschaffung für internationale Sicherheitsanalysten erheblich. In der Luftfahrtbranche herrscht zudem eine gesteigerte Sensibilität aufgrund historischer Ereignisse: Am 8. Januar 2020 schossen iranische Revolutionsgarden kurz nach dem Start in Teheran eine Boeing 737-800 der Ukraine International Airlines ab. Dieser Vorfall, bei dem alle 176 Insassen starben, ist als mahnendes Beispiel für die Gefahren in politisch instabilen Zonen präsent.

Zusätzliche Branchenrecherchen ergeben, dass die aktuelle Sperrung des Luftraums für die betroffenen Fluggesellschaften mit erheblichem logistischem Aufwand und steigenden Betriebskosten verbunden ist. Die Umgehung des iranischen Territoriums verlängert die Flugzeiten auf wichtigen Korridoren in Richtung Indien und Südostasien um bis zu 90 Minuten. Dies führt zu einem erhöhten Treibstoffbedarf und bringt die Dienstpläne der Besatzungen unter Druck. Neben der Lufthansa Group haben auch andere internationale Träger ihre Risikoanalysen verschärft. Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA gibt regelmäßig aktualisierte Bulletins heraus, die vor den Gefahren durch unkoordinierte Luftabwehraktivitäten im persischen Raum warnen, was viele Airlines dazu bewegt, auf südliche Routen über Saudi-Arabien oder nördliche Korridore auszuweichen.

Die diplomatischen Spannungen und die Instabilität des Regimes lassen derzeit keine kurzfristige Normalisierung des Flugbetriebs erwarten. Experten für Flugsicherheit weisen darauf hin, dass die Kombination aus zivilen Unruhen und einer nervösen militärischen Führung das Risiko für Fehlidentifikationen von Zivilluftfahrzeugen drastisch erhöht. Während der Iran in Friedenszeiten eine der wichtigsten Einnahmequellen durch Überflugsgebühren generiert, führt die aktuelle Isolation zu einem weiteren wirtschaftlichen Verfall des Landes. Die Luftverkehrsbranche beobachtet die Situation in Teheran genau, wobei die Sicherheit der Flugwege derzeit absolute Priorität vor wirtschaftlichen Überlegungen genießt, da eine Wiederholung der Tragödie von Flug PS752 unter allen Umständen verhindert werden soll.

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