Eurocontrol: Flugbewegungen nehmen wieder ab

Blick aus dem Fenster eines Airbus A318 (Foto: Robert Spohr).
Blick aus dem Fenster eines Airbus A318 (Foto: Robert Spohr).

Eurocontrol: Flugbewegungen nehmen wieder ab

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Die jüngsten von Eurocontrol veröffentlichten Zahlen lassen Grund zur Annahme, dass die Erholung des europäischen Flugverkehrs ins Stocken geraten ist, zu. Die Zahl der Flugbewegungen liegt derzeit um 30 Prozent unter dem Niveau von 2019.

Die Carrier kommen offenbar sehr unterschiedlich durch, denn im August 2021 ging die Mehrheit der Movements auf das Konto von Ryanair, Wizz Air und Turkish Airlines. Eurocontrol pickte stichprobenartig den 21. September 2021 heraus und verglich diesen mit dem selben Tag des Jahres 2019: Ergebnis: 29,7 Prozent Rückgang. The Anker Report führte eine Siebentages-Analyse durch und kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

Es zeichnet sich derzeit ab, dass die Nachfrage wieder abnimmt. Das hat verschiedene Ursachen, denn traditionell sind die Monate Juli und August besonders stark, denn viele Menschen wollen ihre Sommerferien verbringen. Der September war vor der Corona-Pandemie eher “Auslaufen” vieler Warmwasserstrecken und besonders bei Kinderlosen und Senioren beliebt. In der Nebensaison sind zumeist die Hotelpreise niedriger.

Die Aussichten für den Herbst und Winter sind nicht unbedingt rosig, jedoch traut sich Eurocontrol keine “verbindliche” Prognose zu machen. Der Umstand, dass sich die Vereinigten Staaten für vollständig Geimpfte öffnen werden, wirkt sich positiv auf die Nachfrage aus. Laut diversen Umfrageinstituten soll sich der Umstand, dass viele potentielle Reisenden Grenzschließungen wie im Vorjahr befürchten, negativ auswirken. Der Trend geht daher zu sehr kurzfristigen Buchungen. Genau das ist aber insbesondere für Billigfluggesellschaften problematisch, da die Kapazitäten nicht wirklich geplant werden können.

Unbestritten ist, dass man die Nachfrage der Sommermonate nicht mit jener im Herbst und Winter vergleichen kann. Das war auch “vor Corona” nicht nennenswert anders. Allerdings waren dann die Geschäftsreisenden wieder viel unterwegs. In diesem Segment zeichnet sich zwar ab, dass weiterhin verstärkt Business-Class gebucht wird, jedoch sind quantitativ deutlich weniger Geschäftsleute unterwegs. Gerade Verkauf und mittleres Management sollen in vielen Konzernen weiterhin Skype und Co nutzen. Nicht für jeden noch so kleinen Kundentermin schickt man noch einen Vertreter raus.

Unter dem Strich steht dann trotzdem, dass die Nachfrage bei manchen Fluggesellschaften abgesunken ist. Billigflieger wie Ryanair und Wizz Air, aber auch das Star-Alliance-Mitglied Turkish Airlines sind davon weit weniger betroffen als beispielsweise die Air France-KLM-Group. So liegen die Lowcoster an der Spitze und beispielsweise lag Ryanair in der Stichprobe bei etwa 90 Prozent des Angebots von 2019. Es waren laut den jüngsten Daten 2.240 Flugbewegungen. Bei Turkish AIrlines waren es 1.113 Movements. Zum Vergleich: Easyjet lag bei 794, Lufthansa bei 743, Air France bei 693, KLM bei 670, Wizz Air bei 603, SAS bei 462, Pegasus bei 423 und das Top-10-Schlusslicht British Airways hatte 407 Flugbewegungen.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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