Tankfahrzeug (Foto: Skytanking).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Europäische Kommission konkretisiert Slot-Regelungen infolge der Ölkrise

Werbung

Die Europäische Kommission hat neue Leitlinien zur Anwendung der EU-Flughafen-Slot-Verordnung veröffentlicht, um auf die durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöste Ölkrise zu reagieren. Im Kern geht es um die Lockerung der sogenannten „Use it or lose it“-Regel, nach der Fluggesellschaften normalerweise 80 Prozent ihrer zugewiesenen Zeitnischen effektiv nutzen müssen, um diese in der folgenden Flugplanperiode zu behalten.

Der Flughafenverband ACI Europe begrüßte die Klarstellung, dass Abweichungen von dieser Quote nur im Falle nachweislicher Kerosinengpässe an Flughäfen als gerechtfertigte Nichtnutzung gewertet werden. Diese Knappheit wird als Umstand außerhalb des Einflusses der Airlines anerkannt, was Rechtssicherheit für den operativen Betrieb schafft.

Gleichzeitig stellte die Kommission klar, dass die reine Inflation der Treibstoffkosten keine Ausnahme von der Slot-Nutzungspflicht rechtfertigt. Eine weitergehende Lockerung wird abgelehnt, um Marktverzerrungen im Binnenmarkt zu verhindern und die Konnektivität nicht zu gefährden. ACI Europe warnte davor, dass großzügigere Ausnahmeregelungen die Ressourcenplanung der Flughäfen untergraben würden, da diese ihren Betrieb auf Basis hoher Nachfrageprognosen für den Sommer 2026 ausgerichtet haben. Kurzfristige Flugausfälle durch Airlines, die lediglich hohe Preise umgehen wollen, würden den Flughäfen wichtige Einnahmen entziehen und die effiziente Nutzung der ohnehin knappen Kapazitäten blockieren.

Die neuen Leitlinien bestätigen zudem, dass Verträge für Flugstrecken mit Gemeinwohlverpflichtungen angepasst werden können, um den gestiegenen Kosten und der Treibstoffknappheit Rechnung zu tragen. Des Weiteren wurden regulatorische Hindernisse für den Import von Jet-A-Treibstoff nach Europa für nicht existent erklärt, um die Versorgungslage zu stabilisieren. Olivier Jankovec, Generaldirektor von ACI Europe, betonte jedoch, dass diese Maßnahmen allein nicht ausreichen. Er forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, nationale Luftverkehrsabgaben auszusetzen, um die Bezahlbarkeit von Flügen zu sichern. Dies sei insbesondere für kleine und regionale Standorte überlebenswichtig, da diese am stärksten unter den aktuellen Kapazitätsreduzierungen leiden.

Branchenexperten sehen in der Entscheidung der Kommission einen Versuch, die Stabilität des europäischen Luftverkehrssystems zu wahren, ohne einseitige Vorteile für etablierte Fluggesellschaften zu schaffen. Die Beibehaltung der Slot-Regeln trotz hoher Preise zwingt Airlines dazu, ihre geplanten Kapazitäten weitgehend aufrechtzuerhalten oder Slots für Wettbewerber freizugeben. Dies schützt vor allem den Tourismussektor, der auf verlässliche Flugverbindungen angewiesen ist. Da die Treibstoffversorgung an vielen europäischen Drehkreuzen aufgrund der geopolitischen Lage angespannt bleibt, wird die Einzelfallprüfung durch die Koordinatoren der EUACA in den kommenden Monaten eine zentrale Rolle im operativen Krisenmanagement spielen.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung