Die führenden europäischen Luftfahrtverbände haben auf dem 35. Jahreskongreß von ACI Europe in Athen die „Athener Erklärung und den Aufruf zum Handeln“ veröffentlicht. Die Verbände, darunter Airports Council International (ACI Europe), Airlines for Europe (A4E) und die European Regions Airline Association (ERA), fordern die sofortige und entschlossene Durchsetzung des Balanced Approach als verbindlichen Prozeß zur Bekämpfung des Fluglärms. Dies soll sicherstellen, daß Betriebsbeschränkungen an Flughäfen nicht willkürlich, sondern nach klaren, international anerkannten Standards erfolgen.
Die Erklärung reagiert auf eine Zunahme von Fällen in ganz Europa, in denen nationale Regierungen Betriebsbeschränkungen an Flughäfen verhängten, ohne die in den Rahmenwerken der ICAO (Internationale Zivilluftfahrt-Organisation) und in der EU-Verordnung 598/2014 festgelegten rechtlichen Verfahren und Standards einzuhalten. Solche Ad-hoc-Entscheidungen gefährden nach Ansicht der Verbände die für die europäischen Bürger wichtigen Luftverkehrsverbindungen, untergraben die Integrität des EU-Luftverkehrsbinnenmarktes und bedrohen letztlich die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas im Luftverkehr.
Die Verbände fordern die Europäische Kommission, die EU-Mitgliedstaaten und die Regierungen in Europa auf, die EU-Verordnung 598/2014 vollständig durchzusetzen, klare Richtlinien herauszugeben und deren Einhaltung zu überwachen, um fragmentierte und politisch motivierte Entscheidungen zu vermeiden. Zudem soll evidenzbasierten Prozessen Priorität eingeräumt und eine Flächennutzungsplanung eingeführt werden, die eine Ausbreitung von Wohngebieten in Lärmzonen von Flughäfen verhindert. Olivier Jankovec, Generaldirektor von ACI Europe, zeigte sich besorgt über die Mißachtung globaler Standards und europäischen Rechts im Lärmschutz, welche die Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährdet.
Montserrat Barriga, Generaldirektorin der European Regions Airline Association, hob hervor, daß Regionalfluggesellschaften die Lebensadern kleinerer Gemeinden seien und durch unkoordinierte Betriebsbeschränkungen unverhältnismäßig stark geschädigt würden. Ourania Georgoutsakou, Geschäftsführerin von Airlines for Europe, betonte, daß der Balanced Approach eine faire und transparente Bewertung aller Maßnahmen zur Lärmreduzierung gewährleiste und einseitige Kapazitätsreduzierungen dem EU-Recht widersprächen. Die Initiative zielt darauf ab, einen ausgewogenen Ansatz zwischen Lärmschutz und der Sicherstellung der Konnektivität im europäischen Luftverkehr zu finden.