Europäische Unternehmen betrachten Geschäftsreisen in die Vereinigten Staaten zunehmend mit Besorgnis. Eine aktuelle Umfrage des Geschäftsreisenetzwerks BT4Europe zeigt eine wachsende Sorge vor Einreiseverweigerungen, Zurückweisungen und Diskriminierung an den US-amerikanischen Grenzen. Travel Manager berichten von vermehrten Problemen ihrer Mitarbeiter bei der Einreise, was zu einer Anpassung der Reisestrategien in den betroffenen Unternehmen führt.
Die Umfrage, die Anfang April unter Mitgliedsverbänden des European Network of Business Travel Associations in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt wurde, ergab ein einheitliches Bild der Verunsicherung. Kurzfristige Geschäftsreisen in die USA werden sowohl von den Unternehmen als auch von den Reisenden selbst als zunehmend risikoreich wahrgenommen. 88 Prozent der Befragten sehen ein erhöhtes Risiko, bei der Einreise in die USA abgewiesen, festgehalten oder abgeschoben zu werden.
Besonders gefährdet scheinen laut der Umfrage Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit, Angehörige der LGBTQ+-Gemeinschaft sowie Reisende, die sich öffentlich, beispielsweise in sozialen Medien, politisch geäußert haben. BT4Europe warnt vor den Konsequenzen dieser Entwicklung, die zu einer systematischen Neubewertung der Planung von Geschäftsreisen in die USA führt. In einigen Ländern, wie den Niederlanden und Italien, ist die Einreise in die USA bereits zu einem strategischen Thema in den Unternehmen geworden.
Viele europäische Unternehmen haben bereits Schutzmaßnahmen für ihre Mitarbeiter ergriffen, um potenzielle Probleme bei der Einreise in die USA zu minimieren. Diese Maßnahmen umfassen beispielsweise das Ausstellen von Begleitschreiben, die den Zweck der Geschäftsreise detailliert erläutern, erweiterte Reiseversicherungen und die Bereitstellung von rechtlicher Unterstützung. Des Weiteren werden Warnhinweise in Buchungssystemen integriert und die Reisehinweise für die USA aktualisiert. In einigen Fällen wird bereits empfohlen, die Anzahl der Geschäftsreisen in die USA zu reduzieren oder alternative Märkte für Geschäftsbeziehungen zu prüfen. BT4Europe betont die möglichen negativen Auswirkungen dieser Entwicklung auf die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen und fordert den Schutz des freien und sicheren Geschäftsreiseverkehrs.