Anzeigetafel (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Europäischer Luftverkehr in der Krise: Deutschland als Problemzentrum

Werbung

Der europäische Luftverkehr stand im Jahr 2024 vor erheblichen Herausforderungen, die bestehende strukturelle Schwächen deutlicher als je zuvor zutage förderten. Laut einer Analyse des Fluggastrechteportals Flightright sind insbesondere deutsche Airlines und Flughäfen zentrale Brennpunkte dieser Entwicklung. Hohe Stornierungs- und Verspätungsquoten prägen das Bild und werfen Fragen über die Wettbewerbsfähigkeit und Zuverlässigkeit des deutschen Luftverkehrs auf.

Besonders die Fluggesellschaften der Lufthansa Group fallen im europäischen Vergleich negativ auf. Mit einer Stornierungsquote von 2,88 Prozent führt die Lufthansa das Ranking der europäischen Airlines mit den meisten Flugausfällen an. Konkret fielen bis Anfang Dezember 2024 knapp 12.792 Flüge aus. British Airways folgt mit einer Stornierungsquote von 2,06 Prozent, während KLM den dritten Platz mit 1,60 Prozent einnimmt. Weitere Airlines der Lufthansa Group, wie Swiss (1,45 Prozent, 1.871 Flüge) und Eurowings (1,42 Prozent, 2.091 Flüge), landen ebenfalls unter den fünf Fluggesellschaften mit den höchsten Stornierungsquoten.

Im Gegensatz dazu konnten einige Airlines vergleichsweise geringe Stornierungsraten verzeichnen. TAP Portugal, Ryanair und Iberia beispielsweise lagen unter der Ein-Prozent-Marke, was ihre operative Effizienz unterstreicht.

Verspätungen: Tap Portugal an der Spitze

Neben den Flugausfällen ist die Pünktlichkeit ein weiterer entscheidender Faktor. TAP Portugal führte mit 21,3 Prozent verspäteter Flüge das Ranking der Airlines mit den meisten Verzögerungen an, gefolgt von der britischen Jet2 (29,6 Prozent) und Easyjet (29,1 Prozent). Swiss, eine weitere Airline der Lufthansa Group, landete mit 28 Prozent ebenfalls unter den Spitzenreitern in dieser Kategorie.

Deutsche Flughäfen als Problemherd

Nicht nur die Airlines, sondern auch die deutschen Flughäfen stehen im Fokus der Kritik. Der Frankfurter Flughafen erreichte mit einer Stornierungsquote von 2,64 Prozent den unrühmlichen Spitzenplatz in Europa. München (2,03 Prozent) und Berlin (1,82 Prozent) folgen auf den nächsten Plätzen. Auch der Düsseldorfer Flughafen reiht sich in das negative Bild ein, während London Heathrow als einziger Nicht-Deutschlands Vertreter in den Top Fünf eine Stornierungsquote von 1,42 Prozent aufweist.

Deutschland: Führend in Flugstornierungen

Auf nationaler Ebene zeigt sich ein ähnliches Bild: Deutschland führt mit einer Stornierungsquote von 2,02 Prozent das europäische Ranking an. Dahinter folgen die Schweiz (1,35 Prozent) und die Niederlande (1,19 Prozent). Das Problem wird durch hohe Verspätungsquoten in anderen Ländern wie Portugal (26,2 Prozent), Griechenland (25,77 Prozent) und der Schweiz (25,54 Prozent) ergänzt.

Ursachen und Perspektiven

Die strukturellen Schwächen des Luftverkehrs in Deutschland resultieren aus einer Vielzahl von Faktoren. Eine überlastete Infrastruktur, Personalmangel und operative Ineffizienzen sind nur einige der Probleme, die das System belasten. Branchenexperten sehen die Notwendigkeit umfassender Investitionen in Flughäfen und Personalmanagement, um die Situation zu verbessern. Darüber hinaus könnte eine stärkere internationale Kooperation dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrs wiederherzustellen.

Die Zahlen aus dem Jahr 2024 verdeutlichen, wie groß die Herausforderungen für die europäische Luftfahrtbranche sind. Während einige Länder und Airlines deutliche Fortschritte in der Betriebsstabilität machen, bleibt Deutschland ein Schwachpunkt, der dringend adressiert werden muss.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung