Flugzeug über den Wolken (Foto: Unsplash/Ross Parmly).
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Europäischer Luftverkehr nähert sich dem Vor-Corona-Niveau

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Nach den schweren Einbrüchen während der Corona-Pandemie hat sich der europäische Luftverkehr 2024 deutlich erholt und liegt fast auf dem Niveau von 2019. Nach Angaben der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol wurden im vergangenen Jahr rund 10,7 Millionen Flüge im europäischen Luftraum durchgeführt. Damit erreichte der Flugverkehr etwa 96 Prozent des Volumens von vor der Pandemie. Europas Flughäfen verzeichneten 1,28 Milliarden abgefertigte Passagiere, was einem Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht.

Obwohl die Gesamtzahlen ermutigend sind, zeigt sich bei der Betrachtung der regionalen Entwicklung ein heterogenes Bild. Besonders in Südeuropa wurde das Niveau von 2019 vielerorts übertroffen, wobei Länder wie Spanien, Griechenland und Portugal von einer starken touristischen Nachfrage profitierten. In Südosteuropa verzeichnete der Luftraum eine besonders hohe Auslastung, was unter anderem auf geänderte Routenführungen zurückzuführen ist. Fluggesellschaften mussten den Luftverkehr in Mitteleuropa aufgrund zeitweiliger Luftraumsperrungen während des Sommers umleiten.

Dagegen hinken nord- und osteuropäische Länder weiterhin hinterher. Besonders betroffen waren die Staaten im Baltikum und Skandinavien, wo die Zahlen signifikant unter denen von 2019 lagen. Gründe hierfür sind unter anderem Flugverbote und Luftraumsperrungen, die sich nach wie vor negativ auf den Flugverkehr in diesen Regionen auswirken. Auch in Nordwesteuropa bleibt die Erholung verhalten. Während Frankreich und Irland positive Entwicklungen zeigten, blieben andere große Märkte wie Deutschland und Großbritannien unter dem Vor-Corona-Niveau.

Im europäischen Luftverkehr halten Netzwerk-Carrier mit 36 Prozent weiterhin die größte Marktstellung, dicht gefolgt von Low-Cost-Fluggesellschaften, die 34 Prozent des Marktes ausmachen. Beide Segmente bewegen sich nahezu gleichauf, was den wachsenden Einfluss von Billigfliegern wie Ryanair und EasyJet unterstreicht. Die Marktanteile von Regional-, Geschäftsreise- und Charterflügen blieben im Vergleich zu den Vorjahren stabil.

Pünktlichkeit und Verspätungen im Luftverkehr

Trotz der gestiegenen Flugzahlen blieb die Ankunftspünktlichkeit im europäischen Luftraum mit 72,5 Prozent weiterhin hinter dem Vor-Pandemie-Wert von 2019 zurück, wenngleich sie sich im Vergleich zu 2023 leicht verbessert hat. Die durchschnittliche Verspätung beim Abflug betrug 17,5 Minuten und entsprach damit dem Niveau des Vorjahres. Diese Zahlen verdeutlichen, daß der europäische Luftverkehr trotz der Erholung weiterhin mit Herausforderungen wie Engpässen in der Infrastruktur und Kapazitätsproblemen zu kämpfen hat.

Einen positiven Effekt auf die Luftfahrtbranche hatte 2024 der Rückgang der Kerosinpreise, die im Durchschnitt zehn Prozent unter denen des Vorjahres lagen. Dies sorgte für eine leichte Entspannung der Betriebskosten. Flugtickets wurden im gleichen Zeitraum – bereinigt um die Inflation – im Schnitt um ein Prozent günstiger. Diese Preisanpassung dürfte vor allem auf den Preiskampf zwischen Netzwerk- und Low-Cost-Carriern zurückzuführen sein.

Ausblick für 2025: Rückkehr zum Vor-Corona-Niveau

Für das laufende Jahr zeigt sich Eurocontrol optimistisch. Es wird erwartet, daß die Anzahl der Flüge in Europa das Niveau von 2019 wieder erreicht. Besonders der wachsende interkontinentale Verkehr, insbesondere aus Asien, dürfte dazu beitragen, diese Prognose zu erfüllen. Gleichwohl bleibt abzuwarten, ob regionale Disparitäten und strukturelle Herausforderungen in den einzelnen Märkten überwunden werden können.

Die Erholung des europäischen Luftverkehrs zeigt, daß sich die Branche von den tiefgreifenden Auswirkungen der Pandemie erholt hat. Dennoch steht sie weiterhin vor Herausforderungen, die von regionalen Unterschieden bis hin zu operativen Problemen reichen.

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