Flaggen der EU und Deutschlands (Foto: Samuel Hagger/Unsplash).
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Europäischer Luftverkehr wächst, Deutschland hinkt hinterher

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Der europäische Luftverkehr zeigt im zweiten Halbjahr 2025 ein robustes Wachstum beim Sitzplatzangebot. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wird ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erwartet, womit das Gesamtniveau sieben Prozent über dem von 2019 liegt. Dieser Anstieg wird maßgeblich von europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines wie Ryanair und Easyjet getragen, die ihr Angebot gegenüber der Zeit vor der Corona-Krise um 25 Prozent steigerten und nun einen Marktanteil von 40 Prozent halten. Auch touristische Fluggesellschaften wie Condor und Sun Express sowie außereuropäische Netzwerk-Airlines verzeichnen überdurchschnittliche Zuwächse.

Deutschland kann mit dieser positiven Entwicklung nicht Schritt halten. Obwohl das Angebot hierzulande ebenfalls um sechs Prozent wächst, erreicht es lediglich 93 Prozent des Vorkrisenniveaus. Besonders auffällig ist der Rückstand bei den Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, deren Marktanteil mit 27 Prozent deutlich unter dem europäischen Durchschnitt liegt und nur eine Erholung von 86 Prozent aufweist. Im Gegensatz dazu zeigt der touristische Verkehr im deutschen Markt Wachstum und übertrifft das Sitzplatzangebot von 2019 deutlich um 35 Prozent.

Der innerdeutsche Markt bleibt weiterhin schwach. Das Sitzplatzangebot stagniert bei lediglich 52 Prozent des Wertes von 2019. Noch gravierender ist die Situation im dezentralen Verkehr abseits der großen Drehkreuze Frankfurt und München, wo das Angebot nur noch 20 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht – ein Rückgang um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die beiden Drehkreuze Frankfurt und München zeigen sich hingegen stabiler und erreichen jeweils 91 Prozent des 2019er-Niveaus, mit einem Wachstum von fünf bzw. sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke liegt das Angebot aus Deutschland mit 99 Prozent nahezu auf Vorkrisenniveau. Das Wachstum konzentriert sich auf touristisch oder ethnisch geprägte Routen, insbesondere nach Südeuropa, Nordafrika oder Südosteuropa, wo einige Regionen zweistellige Zuwächse verzeichnen. Geschäftsrelevante Verbindungen, etwa nach Westeuropa oder Nordeuropa, bleiben mit Kapazitäten von rund 84 Prozent des Vorkrisenniveaus dagegen unter dem Durchschnitt. Auf der Langstrecke verlangsamt sich das Wachstum; das Angebot liegt insgesamt bei 97 Prozent des Wertes von 2019. Überdurchschnittlich entwickeln sich kleinere Flughäfen wie Memmingen, Hahn oder Karlsruhe/Baden-Baden, was auf geringere Standortkosten und eine stärkere Präsenz von Punkt-zu-Punkt-Airlines zurückzuführen ist.

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