Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat eine Anpassung ihrer Zahlungsbedingungen vorgenommen und erhebt ab sofort Gebühren für Transaktionen mit spezifischen Kreditkartentypen. Von dieser Neuregelung sind primär Firmenkreditkarten sowie Karten betroffen, die von Instituten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ausgestellt wurden. Private Kreditkarten, die innerhalb des EWR ausgegeben wurden, bleiben von dieser Regelung unberührt und können weiterhin ohne zusätzliche Kosten für Buchungen genutzt werden. Damit folgt die Fluggesellschaft einem Trend in der Branche, die Kosten für den Zahlungsverkehr differenzierter an die Nutzer weiterzugeben.
Die Fluggesellschaft legitimiert diesen Schritt unter Verweis auf die EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD II. Diese Richtlinie erlaubt es Händlern, bei bestimmten Zahlungsmitteln Entgelte zu erheben, sofern diese für das Unternehmen nachweislich höhere Transaktionskosten verursachen als Standardzahlungsmittel. Branchenanalysen zeigen, dass insbesondere Firmenkarten und außereuropäische Kartenmodelle deutlich höhere Interbankenentgelte und Abwicklungsgebühren nach sich ziehen. Eurowings beabsichtigt durch die Umlegung dieser Kosten auf die jeweiligen Nutzer, die allgemeine Preisstruktur der Flugtickets stabil zu halten und die Belastung durch Finanztransaktionen intern zu senken.
Die Höhe der neuen Gebühr orientiert sich an der jeweiligen Kartenmarke und bewegt sich in einem Rahmen zwischen 1,3 Prozent und 2,95 Prozent des gesamten Buchungsbetrags. Um die finanzielle Belastung für die Kunden bei hochpreisigen Buchungen zu begrenzen, hat die Fluggesellschaft den Maximalbetrag der Gebühr auf 25 Euro pro Transaktion gedeckelt. Als gebührenfreie Alternative für Kunden, die diese Zusatzkosten vermeiden möchten, bietet die Airline weiterhin das SEPA-Lastschriftverfahren an. Experten weisen darauf hin, dass solche Gebührenmodelle bereits bei anderen europäischen Fluggesellschaften etabliert sind, da die Margen im Low-Cost-Segment kaum Spielraum für die Übernahme hoher Kreditkartenentgelte lassen.
Zusätzliche Marktbeobachtungen verdeutlichen, dass dieser Vorstoß von Eurowings auch eine Reaktion auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Luftverkehr ist. Während die Lufthansa-Gruppe ihre Zahlungsarten konzernweit harmonisiert, setzen Billigflieger verstärkt auf die Monetarisierung von Dienstleistungen rund um den eigentlichen Flug. Die Einführung der Kreditkartengebühr ist somit Teil einer umfassenderen Strategie zur Optimierung der Erlösströme. Für internationale Reisende aus den USA oder Asien sowie für Geschäftsreisende mit Firmenkonten bedeutet dies eine spürbare Verteuerung der Buchung, sofern kein alternatives Zahlungsmittel gewählt wird.