Ab dem 1. März 2025 wird die taiwanesische Fluggesellschaft Eva Air die Nutzung tragbarer Ladegeräte auf all ihren Flügen untersagen. Die Entscheidung folgt einer wachsenden Besorgnis innerhalb der Luftfahrtindustrie über die potenziellen Brandgefahren, die durch das Überhitzen von Lithium-Ionen-Akkus entstehen können – ein Phänomen, das als „thermisches Durchgehen“ bekannt ist. Diese Maßnahme markiert eine weitere Verschärfung der Vorschriften für den sicheren Umgang mit Akkus an Bord von Passagierflugzeugen.
Bereits zuvor verbot Eva Air das Verstauen tragbarer Ladegeräte und Lithium-Ionen-Batterien im aufgegebenen Gepäck. Diese mussten bislang im Handgepäck transportiert werden. Anlass für die neuerliche Verschärfung sind sicherheitsrelEvante Vorfälle, insbesondere der Brand an Bord eines Airbus A321 der südkoreanischen Fluggesellschaft Air Busan im Januar 2025. Das Feuer brach auf dem Boden am Flughafen Gimhae in Busan aus und breitete sich schnell auf den oberen Teil des Rumpfes aus. Glücklicherweise konnten alle 176 Passagiere rechtzeitig Evakuiert werden. Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass ein tragbares Ladegerät oder eine andere Lithium-Ionen-Batterie in einem Handgepäckstück ursächlich für das Feuer gewesen sein könnte.
Eva Air erklärte in einer Mitteilung, dass das Verbot dazu diene, die Sicherheit an Bord weiter zu verbessern. Passagiere werden angehalten, ihre elektronischen Geräte vor dem Boarding vollständig aufzuladen und stattdessen die an den Sitzen vorhandenen AC- und USB-Ladeanschlüsse zu nutzen.
Internationale Entwicklung und Reaktionen
Eva Air ist nicht die erste Fluggesellschaft, die Maßnahmen gegen tragbare Ladegeräte ergreift. Die ebenfalls in Taiwan ansässige China Airlines rät Passagieren bereits davon ab, während des Fluges externe Akkus zu benutzen. Auch ihre Tochtergesellschaft Mandarin Airlines hat dieselben Regeln eingeführt. Starlux Airlines, eine weitere große taiwanesische Fluggesellschaft, verbietet die Nutzung tragbarer Ladegeräte an Bord bereits seit ihrer Gründung im Jahr 2018.
In Südkorea haben mehrere Airlines ebenfalls neue Vorschriften eingeführt, nachdem der Vorfall in Busan Befürchtungen über potenzielle Sicherheitsrisiken verstärkt hat. Auch europäische Fluggesellschaften reagieren zunehmend auf das Problem: Ryanair, die größte Billigfluggesellschaft Europas, hat kürzlich begonnen, während ihrer Flüge Durchsagen zu machen, in denen Passagiere darauf hingewiesen werden, dass die Nutzung tragbarer Ladegeräte an Bord nicht gestattet ist.
Historische Sicherheitsrisiken durch Lithium-Ionen-Akkus
Die Gefahren, die von Lithium-Ionen-Batterien ausgehen, sind seit langem bekannt. Ein besonders tragischer Vorfall ereignete sich am 3. September 2010, als eine Boeing 747 von United Parcel Service (UPS) in Dubai verunglückte. An Bord befanden sich 81.000 Lithium-Ionen-Batterien, von denen eine aufgrund thermischen Durchgehens Feuer fing. Das Feuer breitete sich unkontrollierbar aus, und das Flugzeug stürzte ab. Beide Piloten kamen dabei ums Leben.
Seitdem haben zahlreiche Luftfahrtbehörden und Fluggesellschaften weltweit strengere Vorschriften für den Transport von Lithium-Ionen-Batterien eingeführt. Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) und die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) haben Regelungen verabschiedet, die unter anderem die Begrenzung der Akkugröße und das korrekte Verstauen vorschreiben.
Auswirkungen auf Passagiere
Das Verbot tragbarer Ladegeräte an Bord von Eva Air bedeutet für Reisende, dass sie künftig keine Powerbanks oder Ersatzakkus mehr nutzen dürfen, um Smartphones, Tablets oder Laptops aufzuladen. Stattdessen sind sie auf die im Flugzeug bereitgestellten Anschlüsse angewiesen. Dies könnte besonders für Passagiere, die auf langen Flügen reisen und mehrere Geräte verwenden, eine Umstellung bedeuten.
Ob weitere Fluggesellschaften diesem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten. Angesichts der steigenden Zahl an Sicherheitsvorfällen im Zusammenhang mit Lithium-Ionen-Akkus ist es jedoch wahrscheinlich, dass sich ähnliche Regelungen in der Luftfahrtindustrie weiter verbreiten werden.