Der geplante Umbau einer Boeing 747 aus katarischem Besitz zu einer zukünftigen Air Force One für den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump könnte laut Luftfahrtexperten Kosten von über einer Milliarde US-Dollar verursachen und mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Das 13 Jahre alte Flugzeug, dessen Wert auf etwa 400 Millionen Dollar geschätzt wird, müßte vollständig zerlegt, sicherheitstechnisch umfassend nachgerüstet und mit geheimen Verteidigungssystemen ausgestattet werden, wodurch die Kosten seinen Wert deutlich übersteigen würden.
Experten weisen darauf hin, daß das Projekt möglicherweise nicht bis 2029 abgeschlossen sein wird, wenn das Flugzeug an Trumps präsidiale Bibliotheksstiftung übergeben werden soll. Zu den wichtigsten Nachrüstungen gehören sichere Kommunikationssysteme, Raketenabwehr, EMP-Abschirmung und Luftbetankung, ein Prozeß, der als „enorm zeitaufwendig“ beschrieben wird. Obwohl Boeing bereits an zwei neuen Air Force One-Flugzeugen im Rahmen eines 5,3-Milliarden-Dollar-Programms arbeitet, das mit Verzögerungen und Kostenüberschreitungen zu kämpfen hat, könnte die Nachrüstung der katarischen 747 eine finanzielle Entlastung für Boeing darstellen, falls das Unternehmen einen neuen Auftrag erhält.
Analysten stellen jedoch die Logik und Wirtschaftlichkeit des Umbaus eines älteren Verkehrsflugzeugs in Frage, insbesondere angesichts der anhaltenden Verzögerungen beim offiziellen VC-25B-Ersatzprogramm. Das Weiße Haus hat den Plan bisher nicht bestätigt, und katarische Beamte geben an, daß die Übergabe des Flugzeugs noch in der Prüfung sei.