Zapfsäule an einer Tankstelle (Foto: Robert Spohr).
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Explosion an der Zapfsäule: Nahost-Konflikt treibt Treibstoffpreise in die Höhe

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Der Juni des Jahres 2025 schien zunächst der günstigste Tankmonat des Jahres zu werden, doch die Hoffnungen auf dauerhaft niedrige Treibstoffpreise haben sich jäh zerschlagen. Insbesondere der Dieselpreis sank bis Mitte des Monats zeitweise unter 1,50 Euro pro Liter.

Doch die erneute Eskalation im Nahen Osten führte zu einem raschen Anstieg der Ölpreise auf den Weltmärkten, was sich umgehend und deutlich an den heimischen Zapfsäulen bemerkbar machte. Innerhalb von nur zwei Wochen stiegen die Literpreise für Benzin um sechs Cent und für Diesel sogar um neun Cent. Damit ist Diesel wieder das teurere Produkt und beide Sorten liegen aktuell (Stand: 25. Juni 2025) bei über 1,55 Euro, mit einem Durchschnitt von 1.569 Euro für Diesel und 1.556 Euro für Super pro Liter. Der ÖAMTC warnt derweil Reisende, die in den Süden aufbrechen, vor erheblichen Preisunterschieden im Ausland und gibt wichtige Hinweise zum Tanken auf der Fahrt in den Urlaub.

Die Dynamik der Ölpreise: Geopolitik als Preistreiber

Die Entwicklung der Treibstoffpreise ist untrennbar mit den Geschehnissen auf den internationalen Rohölmärkten verbunden. Der Krieg im Nahen Osten bleibt auch im Juni 2025 ein entscheidender Faktor und der Hauptgrund für die Teuerung beim Tanken. Die Region ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt, und jede Destabilisierung oder militärische Auseinandersetzung dort führt unweigerlich zu Verunsicherung bei den Anlegern und damit zu steigenden Ölpreisen. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage sowie spekulative Elemente an den Rohstoffbörsen verstärken diesen Effekt. Die jüngste Eskalation in der Region hat gezeigt, wie schnell sich politische Ereignisse in deutlichen Preissteigerungen für Verbraucher niederschlagen können.

Der Mobilitätsclub ÖAMTC kritisiert in diesem Zusammenhang eine Asymmetrie in der Preisentwicklung: Während die Rohölpreise unmittelbar nach der Verkündung eines Waffenstillstandes deutlich zurückgingen, spiegelten sich diese Entlastungen an den Zapfsäulen nur verzögert oder gar nicht wider. Dieses Phänomen ist nicht neu und wird von Verbraucherschützern und Automobilclubs immer wieder beanstandet. Die Kraftstoffkonzerne werden oft dafür kritisiert, Preisanstiege schnell an die Kunden weiterzugeben, Preissenkungen jedoch nur zögerlich. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung für Autofahrer, insbesondere in Zeiten, in denen die allgemeine Teuerung die Haushalte bereits stark beansprucht.

Eine besondere Randnotiz betrifft die Preise an den Autobahntankstellen in Österreich. Diese blieben von den jüngsten Preisschwankungen nahezu unberührt und verharren stabil auf einem hohen Niveau von rund zwei Euro pro Liter. Der ÖAMTC rät eindringlich davon ab, an diesen Standorten zu tanken, insbesondere auf Fahrten in den Urlaub, da die Preisdifferenz zu Tankstellen abseits der Autobahnen enorm sein kann und das Urlaubsbudget unnötig belastet. Dies ist ein bekanntes Phänomen, das auf die geringere Wettbewerbsdichte und die höhere Nachfrage auf Autobahnraststätten zurückzuführen ist.

Reisetipps des ÖAMTC für den Sommerurlaub: Intelligentes Tanken im Ausland

Angesichts der bevorstehenden Ferienzeit und der volatilen Treibstoffpreise im In- und Ausland gibt der ÖAMTC wichtige Ratschläge für alle, die eine Autoreise in den Süden planen:

Italien: Eines der beliebtesten Urlaubsziele der Österreicher ist Italien. Hier sollten Reisende unbedingt noch vor der Grenze tanken. In Italien liegen die Preise für Super rund 20 Cent und für Diesel rund zehn Cent über den Preisen in Österreich. Diese erheblichen Preisunterschiede können bei einer Volltankung schnell einen beträchtlichen Betrag ausmachen und sollten bei der Reiseplanung berücksichtigt werden. Die italienischen Tankstellenpreise sind traditionell höher als in Österreich, was unter anderem auf höhere Steuern und Abgaben zurückzuführen ist.

Slowenien und Kroatien: Im Gegensatz zu Italien gelten in Slowenien und Kroatien festgelegte Höchstpreise für Treibstoffe, die jeweils für 14 Tage festgesetzt werden. Dies bietet Reisenden eine größere Planungssicherheit und schützt sie vor plötzlichen Preissprüngen. In Slowenien liegen die aktuellen Höchstpreise bei 1.445 Euro für Super und 1.458 Euro für Diesel. Noch günstiger sind die festgelegten Höchstpreise in Kroatien mit 1,42 Euro für Super und 1,30 Euro für Diesel. Diese Länder bieten somit eine attraktive Alternative für das Tanken auf der Reise in den Süden. Es ist jedoch zu beachten, daß auch in diesen Ländern, trotz der Höchstpreise, die grundlegenden Preisschwankungen aufgrund des Nahost-Konfliktes und der globalen Ölmärkte bestehen bleiben. Die staatliche Festsetzung der Preise dient primär der Stabilisierung und dem Schutz vor extremen Ausreißern.

Eine wichtige Neuerung betrifft Slowenien: Seit kurzem gelten die slowenischen Höchstpreise auch für Autobahntankstellen. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung für Reisende, da sie nun auch entlang der Autobahnen von den günstigeren, staatlich regulierten Preisen profitieren können. Kurzfristig drohten Betreiber aufgrund dieser Änderung mit der Schließung von Tankstellen, dieser Protest wurde jedoch letztlich abgesagt. Dies zeigt, daß solche staatlichen Eingriffe in den Markt auf Widerstand stoßen können, aber im Sinne der Verbraucher eine positive Wirkung entfalten können.

Hintergrund der Preisbildung und langfristige Trends

Die Preisbildung an den Zapfsäulen ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Neben dem Rohölpreis, der den größten Anteil ausmacht, spielen Steuern, Abgaben, Raffineriekosten, Transportkosten und die Gewinnmargen der Mineralölkonzerne eine Rolle. In Österreich kommen beispielsweise die Mineralölsteuer, die Mehrwertsteuer und der Beitrag zum Krisenbewältigungsfonds hinzu. Die Schwankungen an den Börsen, die Wechselkurse und die regionale Nachfrage beeinflussen ebenfalls die Endpreise.

Langfristig sind die Treibstoffpreise einem generellen Aufwärtstrend unterworfen, der immer wieder durch geopolitische Krisen und Angebot-Nachfrage-Ungleichgewichte verstärkt wird. Die globalen Ölmärkte reagieren äußerst sensibel auf politische Entwicklungen, insbesondere im Nahen Osten, der ein Schlüsselregion für die weltweite Ölversorgung darstellt. Kriege, Konflikte oder Produktionsausfälle in dieser Region haben unmittelbare Auswirkungen auf die Ölpreise und damit auf die Kosten des Autofahrens weltweit.

Für Autofahrer bedeutet dies, daß sie sich auf weiterhin schwankende und tendenziell steigende Treibstoffpreise einstellen müssen. Eine vorausschauende Reiseplanung, die das Tanken in günstigeren Regionen oder Ländern berücksichtigt, kann das Reisebudget spürbar entlasten. Die Informationen und Empfehlungen von Mobilitätsclubs wie dem ÖAMTC sind hierbei eine wertvolle Hilfe, um fundierte Entscheidungen zu treffen und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Der Beginn der Sommerferien ist traditionell eine Zeit erhöhten Reiseverkehrs, und die aktuellen Preisanstiege werden für viele Reisende eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen.

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