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FAA: Triebwerkskomponenten beim Airbus A380 müssen nach Zwischenfall ausgetauscht werden

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Die US-amerikanische Zivilluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat eine Lufttüchtigkeitsanweisung für Triebwerke des Typs Engine Alliance GP7200 erlassen, die beim Großraumflugzeug Airbus A380 zum Einsatz kommen.

Anlass für die am 8. Oktober 2026 veröffentlichte Direktive ist ein nicht eingedämmter Triebwerksschaden (Uncontained Failure), der bei einer Passagiermaschine während des Startlaufs zum Abbruch des Starts und zum Triebwerksausfall führte. Die behördliche Anweisung verpflichtet die Betreiber dazu, insgesamt 15 spezifische Zwischenstufendichtungen der Hochdruckturbine auszuwechseln. Die Regulierungsbehörde stuft die Maßnahme als vorläufige Sicherheitsvorkehrung ein, um potenzielle Triebwerksbrände und strukturelle Beschädigungen an den Flugzeugen abzuwenden.

Technischer Hintergrund und Ursachenanalyse des Schadensbildes

Ein nicht eingedämmter Triebwerksschaden stellt in der Zivilluftfahrt ein erhöhtes Gefahrenpotenzial dar, da hochenergetische Trümmerteile die Triebwerksverkleidung durchschlagen und angrenzende Flugzeugstrukturen, Steuerleitungen oder die Fluggastkabine beschädigen können. Nach den ersten Untersuchungsergebnissen des Triebwerksherstellers Engine Alliance – einem Gemeinschaftsunternehmen der US-Konzerne General Electric und Pratt & Whitney – führte die Bildung von Rissen an der Dichtung zwischen der Hochdruckturbine und der Welle der ersten Turbinenstufe zum Versagen des Bauteils.

Als beitragender Faktor wurde eine relative Verdrehung der Dichtung identifiziert, in der Fachsprache als Clocking bezeichnet. Die Ermittlungen ergaben, dass diese Mikrobewegungen insbesondere bei Dichtungen auftraten, die im Rahmen von früheren Grundüberholungen demontiert und erneut zusammengebaut worden waren. Die genaue Grundursache für das Entstehen der Rissbildung ist Gegenstand weiterführender technischer Analysen.

Fristen, Frachtwert und finanzielle Aufwendungen für Fluggesellschaften

Die Anweisung betrifft Bauteile in den Triebwerksvarianten GP7270, GP7272 und GP7277. Sie tritt am 23. Oktober 2026 in Kraft. Die FAA unterteilt die 15 betroffenen Dichtungen mit der höchsten Anzahl an Flugzyklen seit der letzten Überholung in drei Prioritätsgruppen. Je nach Dringlichkeitsstufe müssen die Komponenten innerhalb von 50 Flugzyklen oder 30 Tagen bis maximal 150 Flugzyklen oder 90 Tagen nach dem Inkrafttreten ausgetauscht werden.

Der Austausch erfordert den Einbau zertifizierter Ersatzteile gemäß einem bereits am 4. September 2026 vom Hersteller herausgegebenen Servicebulletin. Die FAA beziffert die Gesamtkosten für den Austausch auf etwa 528.150 US-Dollar pro Triebwerk, wovon der Großteil von rund 527.300 US-Dollar auf die Materialkosten des Ersatzteils entfällt. Da in den USA derzeit keine zivilen Airbus A380 registriert sind, betrifft die Richtlinie unmittelbar ausländische Fluggesellschaften, die Maschinen mit diesen Triebwerkstypen betreiben.

Dringlichkeitsverfahren ohne vorherige Konsultation

Aufgrund des festgestellten Sicherheitsrisikos und der engen Fristen verzichtete die US-Behörde auf das übliche öffentliche Stellungnahmeverfahren vor dem Erlass der Regelung. Die FAA betonte, dass der Schutz des Luftverkehrs ein sofortiges Handeln erforderte, ermöglicht jedoch nachträgliche Stellungnahmen der Branchenvertreter.

Sofern die abschließenden Ermittlungen der Sicherheitsbehörden weitere Erkenntnisse zur Schadensursache liefern, schließt die Behörde den Erlass nachfolgender Regulierungsmaßnahmen für den Airbus A380 nicht aus. Größter Betreiber des Typs mit Engine-Alliance-Triebwerken ist die Fluggesellschaft Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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