Foto: FACC AG.
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

FACC AG trotzt globalen Turbulenzen: Wachstumskurs durch strategische Weichenstellungen

Werbung

Die österreichische FACC AG, ein weltweit führender Hersteller von Flugzeugkomponenten und -systemen, hat das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 mit soliden Wachstumszahlen abgeschlossen.

Trotz eines weiterhin volatilen globalen Umfelds und anhaltender Herausforderungen in den Lieferketten konnte der Konzern seinen Umsatz um 10,6 Prozent auf 484,7 Millionen Euro steigern. Die Geschäftsführung bekräftigt damit ihre positive Prognose für das Gesamtjahr, in dem erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro erreicht werden soll. Der Erfolg sei das Resultat einer proaktiven Strategie, die auf Diversifizierung, globale Präsenz und Effizienzsteigerung setze, um die Resilienz des Unternehmens in einer sich rasch wandelnden Welt zu stärken. Die Zahlen des Halbjahresberichts zeigen, daß der Kurs der FACC AG in die richtige Richtung weist.

Solide Zahlen in einem volatilen Marktumfeld: Der Halbjahresbericht im Detail

Der Halbjahresbericht der FACC AG präsentiert eine Reihe von Kennzahlen, die ein differenziertes Bild des Unternehmenserfolgs zeichnen. Der Umsatz konnte von 438,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2024 auf 484,7 Millionen Euro in der gleichen Periode 2025 erhöht werden. Dieser Anstieg spiegelt die starke Nachfrage in der Luftfahrtindustrie wider. Obwohl das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im Jahresvergleich von 22,5 Millionen Euro auf 18,4 Millionen Euro sank, entsprach dieses Ergebnis den Erwartungen des Managements. Der Rückgang sei auf externe Faktoren wie die anhaltenden Probleme in den internationalen Lieferketten sowie auf hohe Material- und Personalkosten zurückzuführen.

Trotz dieser Belastungen gelang es dem Konzern, in allen seinen Geschäftsbereichen – Aerostructures (Flugzeugstrukturen), Cabin Interiors (Kabineninterieurs) und Engines & Nacelles (Triebwerke und Triebwerksverkleidungen) – ein positives Betriebsergebnis zu erzielen. Ein weiteres Zeichen für den Wachstumskurs ist der gestiegene Personalstand, der im Vergleich zum Vorjahr um 123 Vollzeitäquivalente aufgestockt wurde.

Im Zentrum des Wachstums: Die Luftfahrtbranche im Aufwind

Die positive Entwicklung der FACC ist eng mit dem Wachstum der gesamten Luftfahrtindustrie verbunden, die trotz kurzfristiger Turbulenzen einen langfristig stabilen Aufwärtstrend verzeichnet. Die Branche erwartet für das Gesamtjahr 2025 erstmals rund 5 Milliarden Passagiere weltweit. Diese enorme Nachfrage führt bei den großen Flugzeugherstellern wie Airbus, Boeing und Bombardier zu einem weltweiten Auftragsbestand von über 17.500 bestellten Passagierflugzeugen. Diese Rekordzahl an Bestellungen sichert die Nachfrage für die Zulieferindustrie über viele Jahre hinweg und schafft eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung der FACC.

Ein wesentlicher Vorteil für die FACC ist ihre diversifizierte Produktstrategie. Während der Markt für große Passagierflugzeuge von Lieferkettenproblemen betroffen war, profitierte der Konzern von der weiterhin positiven Entwicklung im Business Jet-Markt. Dieses Segment hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, da Geschäftsreisende und Privatpersonen vermehrt auf die Flexibilität und Unabhängigkeit der kleineren Jets setzen. Die FACC liefert für diesen Markt hochmoderne Leichtbaukomponenten, die das Unternehmen weniger anfällig für die Schwankungen in den Hauptmärkten machen. Der eigene Auftragsbestand, der im ersten Halbjahr 2025 aufgrund von Neuaufträgen und Ratensteigerungen auf über 6 Milliarden US-Dollar angestiegen ist, untermauert die starke Marktposition des Unternehmens.

Gezielte Strategie als Schild gegen geopolitische Unsicherheiten

Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen und den damit verbundenen Risiken für globale Lieferketten hat die FACC ihren weltweiten Footprint weiter gestärkt. Mit 15 internationalen Standorten in Europa, Amerika und im asiatischen Raum verfügt der Konzern über ein Produktions- und Vertriebsnetzwerk, das eine hohe Ausfallsicherheit bietet.

Diese dezentrale Standortstrategie erwies sich im ersten Halbjahr 2025 als besonders vorteilhaft. Das Unternehmen hat die Lieferkette in Indien gestärkt, die Produktion für die chinesische COMAC C919 Produktpalette nach China verlagert und die Betriebsleistung an den Standorten in Kroatien/Jakovlje sowie in Kanada/Montreal erhöht. Solche strategischen Schritte sind entscheidend, um die Abhängigkeit von einzelnen Regionen oder Zulieferern zu verringern und flexibel auf unvorhergesehene Störungen reagieren zu können. Die globale Ausrichtung der FACC ist somit nicht nur ein Zeichen für die Expansion, sondern vielmehr ein Grundpfeiler ihrer langfristigen Resilienz.

Effizienz als Antwort auf steigende Kosten: Das interne Sparprogramm

Um den Belastungen durch hohe Material- und Personalkosten entgegenzuwirken, hat die FACC bereits im Oktober 2024 ein umfassendes Kostensenkungs- und Effizienzprogramm gestartet. Die ersten Erfolge dieser Initiative sind bereits im Halbjahresbericht sichtbar. Das Unternehmen konnte den Umsatz signifikant steigern, während der Personalstand seit dem Ende des Geschäftsjahres 2024 annähernd stabil blieb.

Dies ist ein klares Indiz für eine verbesserte Produktivität pro Mitarbeiter. Ein weiterer Fokus des Programms lag auf der Optimierung der Lieferkette und der Reduzierung der Materialbestände. Diese wurden seit dem dritten Quartal 2024 signifikant verringert, was zu einer deutlichen Verbesserung des Cashflows beitragen konnte. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Profitabilität zu sichern und die Rentabilität langfristig zu steigern. Das Management erwartet daher, daß sich die EBIT-Marge im Vergleich zum Vorjahr (3,2 %) weiter verbessern wird, ein wichtiger Indikator für die Ertragskraft des Unternehmens.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung