Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat die Erweiterung seines Produktionsstandorts im kroatischen Jakovlje offiziell in Betrieb genommen. Für den Ausbau des Werks investierte das Unternehmen mit Sitz in Ried im Innkreis insgesamt 36 Millionen Euro, wodurch sich die vorhandene Fertigungsfläche an dem Standort verdreifachte.
Mit dem Ausbau reagiert das oberösterreichische Unternehmen auf die angekündigten Ratensteigerungen bei den großen Flugzeugherstellern Airbus und Boeing, deren Auftragsbücher weltweite Nachfragezuwächse im Verkehrsflugzeugbau widerspiegeln. Der Standort nahe Zagreb hat sich mit einer Belegschaft von mehr als 500 Beschäftigten zum größten Auslandswerk des Konzerns entwickelt.
Die Werksausweitung in Kroatien umfasst unter anderem den Einstieg in die Pressenfertigung von Faserverbundbauteilen (Composites) sowie die Erweiterung automatisierten Lackieranlagen. In Jakovlje fertigt FACC in erster Linie Leichtbaukomponenten für die Innenausstattung von Passagierkabinen gewerblicher Verkehrsflugzeuge. Der Standort ist Teil des weltweiten Fertigungsverbunds und arbeitet bei der Qualitäts- und Prozesssteuerung eng mit den österreichischen Stammwerken zusammen. Parallel plant FACC weitere Kapazitätserhöhungen im oberösterreichischen St. Martin, um die Auslieferungsraten bei Flugzeugstrukturbauteilen zu verdoppeln.
Die Investitionsentscheidungen im europäischen Zuliefersektor erfolgen vor dem Hintergrund ansteigender Lieferanforderungen seitens der Flugzeugbauer, die nach zurückliegenden Unterbrechungen in den Wertschöpfungsketten ihre Ausstoßraten drastisch steigern wollen. FACC kündigte an, bis zum Jahr 2030 insgesamt rund 350 Millionen Euro in Fertigungstechnologien und den Ausbau internationaler Standorte zu investieren. Mit dem Werksausbau in Kroatien verlagert der Zulieferer arbeitsintensive Montageschritte in eine Region mit günstigeren Lohnkosten, um den Kostendruck in der Luftfahrtindustrie abzufedern.
Branchenexperten verweisen jedoch darauf, dass der Ausbau globaler Kapazitäten mit Risiken bezüglich der Stabilität der Vorlieferketten und des Fachkräftemangels verbunden bleibt. Das Erreichen der angestrebten Ertragsziele hängt maßgeblich davon ab, ob die Flugzeughersteller ihre geplante Produktion ohne neuerliche Engpässe bei Rohstoffen und Triebwerken hochfahren können. Die stärkere Streuung der Fertigungsstandorte erfordert zudem eine verlässliche Logistik zwischen den Werken in Österreich, Kroatien und den internationalen Endmontagelinien.