Alkohol (Foto: Unsplash/Yasin Arıbuğa).
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Festnahme eines Air-India-Piloten am Flughafen Vancouver wegen Alkoholverdachts

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Ein Pilot der staatlichen indischen Fluggesellschaft Air India ist kurz vor Weihnachten am internationalen Flughafen von Vancouver festgenommen worden. Mitarbeiter eines Duty-Free-Shops hatten die kanadischen Behörden am 23. Dezember 2025 alarmiert, nachdem ihnen der Mann durch deutlichen Alkoholgeruch und ein auffälliges, berauschtes Auftreten aufgefallen war.

Der Zwischenfall ereignete sich nur wenige Stunden vor dem geplanten Abflug einer Langstreckenmaschine in Richtung Delhi, womit eine Gefährdung der Flugsicherheit während der geschäftigen Feiertagsreisezeit verhindert wurde. Air India bestätigte in einer ersten Stellungnahme, dass ein Mitglied der Cockpit-Besatzung von den kanadischen Behörden festgesetzt wurde, machte jedoch zunächst keine weiteren Angaben zur Identität des Betroffenen.

Zusätzliche Recherchen in kanadischen Polizeiberichten ergeben, dass gegen den Piloten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Dienstausübung unter Alkoholeinfluss eingeleitet wurde. Gemäß den kanadischen Luftverkehrsvorschriften sowie den internationalen Standards der ICAO gilt für Besatzungsmitglieder eine strikte Abstinenzregelung vor dem Flugdienst. Der Pilot musste sich unmittelbar nach seiner Festnahme einem Atemalkoholtest unterziehen, dessen Ergebnis Teil der offiziellen Beweisaufnahme ist. Da der Vorfall unmittelbar im Terminalbereich stattfand, wurde die betroffene Maschine am Boden gehalten, bis eine Ersatzcrew organisiert werden konnte, was zu erheblichen Verzögerungen für die Passagiere auf der Route nach Indien führte.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass Air India in der jüngeren Vergangenheit wiederholt mit Disziplinarproblemen beim Personal sowie technischen Mängeln in die Schlagzeilen geraten ist. Erst im Jahr 2024 hatte die indische Luftfahrtbehörde DGCA die Sicherheitsbestimmungen für Cockpit-Besatzungen verschärft und die Kontrolldichte bei Alkoholtests vor dem Abflug erhöht. Der aktuelle Fall in Vancouver könnte für den Piloten nicht nur den sofortigen Entzug der Fluglizenz, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen in Kanada und Indien nach sich ziehen. Die Fluggesellschaft betonte, dass sie eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Substanzmissbrauch verfolge und intern eine umfassende Untersuchung des Vorfalls eingeleitet habe.

Der Vorfall am Vancouver International Airport unterstreicht die Bedeutung der Wachsamkeit des Flughafenpersonals außerhalb der direkten Sicherheitskontrollen. Da Piloten in vielen Ländern separate Zugänge nutzen, ist die Identifizierung von beeinträchtigtem Personal durch Dritte oft die letzte Barriere vor dem Betreten des Flugzeugs. Air India steht nun unter Druck, ihre internen Screening-Prozesse für Besatzungsmitglieder an ausländischen Stationen zu überprüfen. Für die betroffene Langstreckenverbindung bedeutete der Ausfall eine logistische Herausforderung, da qualifizierte Ersatzpiloten für Maschinen des Typs Boeing 777 oder 787 an Außenstationen wie Vancouver nicht jederzeit kurzfristig verfügbar sind.

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