Einsatzkräfte der Bundespolizei haben am vergangenen Samstag einen 31-jährigen Schweizer Staatsangehörigen unmittelbar nach seiner Landung am Flughafen München verhaftet. Der Mann wurde von den Justizbehörden seiner Heimat mittels internationalem Haftbefehl gesucht.
Das Strafregister des Gesuchten umfasst schwerwiegende Delikte, darunter mehrfache Vergewaltigung, schwere Körperverletzung sowie diverse Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. In der Schweiz war er bereits rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Jahren verurteilt worden, der er sich durch die Flucht ins Ausland entzogen hatte.
Der Fahndungserfolg basierte auf einer präzisen digitalen Überwachung des internationalen Flugverkehrs. Die Bundespolizei nutzte die sogenannte Passenger Data Database (PDD), in der Passagierdaten für Sicherheitszwecke abgeglichen werden. Durch diese Datenübermittlung konnte die Reiseroute des Schweizers lückenlos nachvollzogen werden. Der Mann reiste ursprünglich von Thailand aus und nutzte Zwischenstopps in Bahrain sowie Abu Dhabi, bevor er die bayerische Landeshauptstadt erreichte. Da die Beamten bereits vor der Landung über seine Ankunft informiert waren, erfolgte der Zugriff direkt auf dem Rollfeld, sobald die Maschine ihre Parkposition erreicht hatte.
Nach der Festnahme wurde der Verurteilte zur Durchführung der weiteren rechtlichen Schritte in die Justizvollzugsanstalt Landshut überstellt. Dort befindet er sich derzeit in Auslieferungshaft. Die Generalstaatsanwaltschaft München prüft nun das förmliche Auslieferungsverfahren, um den Häftling zeitnah an die Schweizer Justiz zu übergeben. Dort soll er seine mehrjährige Haftstrafe antreten. Dieser Fall unterstreicht die enge sicherheitspolitische Zusammenarbeit innerhalb des Schengen-Raums und die Wirksamkeit grenzüberschreitender Fahndungssysteme bei der Ergreifung von Schwerverbrechern.
Die Festnahme verlief laut Behördenangaben ohne Zwischenfälle. Für den Flughafen München stellt der Zugriff am Flugzeug ein Standardprozedere bei der Einreise von Personen mit internationalem Haftbefehl dar, um ein Untertauchen im Terminalbereich zu verhindern. Durch den Abgleich der Passagierdaten noch vor dem Eintreffen der Maschine kann die Bundespolizei gezielte Kräfte bereitstellen und die öffentliche Sicherheit am zweitgrößten deutschen Drehkreuz gewährleisten, ohne den regulären Betriebsablauf für andere Reisende zu beeinträchtigen.